Rückblick zur NETZWERK-Tagung

Am 10. Mai fand die Jahrestagung des NETZWERKs in Frankfurt am Main statt

Nach zwei Jahren „Offline-Pause“, fand die NETZWERK-Tagung erstmalig wieder live in den Räumen des Hessischen Rundfunks statt. Rund 100 UnternehmensvertreterInnen und UnterstützerInnen im Bereich der Arbeitsmarktintegration kamen dafür in Frankfurt zusammen. Darüber hinaus schalteten sich weitere 100 TeilnehmerInnen online zur Veranstaltung zu. Im Fokus stand das Thema „Ausbildung von Geflüchteten“, das sich vor allem in den Workshops der NETZWERK-Tagung widerspiegelte.

Digitale Führung durch den Hessischen Rundfunk

Die letzten Jahre haben bewiesen: Pandemie macht erfinderisch. Die digitale Führung durch den Hessischen Rundfunk ermöglichte einen virtuellen Rundgang durch das Gebäude. Das Ringen um die Bundeshauptstadt nach dem Abzug der Alliierten hat dem Hessischen Rundfunk sein imposantes Gebäude beschert. Eigentlich sollte dort der Bundestag einziehen, dann hat aber doch Bonn den Zuschlag als Bundeshauptstadt erhalten. Die Rundfunkanstalt beherbergt sechs Radio-, und einen Fernsehsender.

Willkommen zur NWT: Was bewegt die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten?

Der Parlamentarische Staatssekretär beim Ministerium für Wirtschaft und Klimaschutz sowie Mittelstandsbeauftragter Michael Kellner und der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des DIHK e.V. Dr. Achim Dercks begrüßten die Teilnehmenden digital zur Veranstaltung. Gemeinsam mit den Projektleiterinnen Marlene Thiele und Sarah Strobel reflektierten sie über die Fluchtbewegungen von 2016 und dem aktuellen Ankommen von ukrainischen Geflüchteten: Die Weichen für eine schnelle (Arbeitsmarkt-) Integration sind gestellt, aber die unterschiedliche Handhabung der Gesetze in den Ländern sorge noch für Schwierigkeiten. Auf viele bewährte Strukturen kann man weiter aufbauen, aber die behördlichen Abläufe müssen schneller gehen, um so einer Überlastung entgegenzuwirken.


Achim Dercks unterstrich die Bedeutung einer Ausbildung für ein gutes Ankommen in Deutschland: Eine Berufsausbildung sei nach wie vor der ‚Königsweg‘ bei der Arbeitsmarktintegration. Kaum eine Beschäftigungsform verbinde Praxis, Spracherwerb und Theorie so fundiert, wie eine Ausbildung.

Michael Kellner pflichtete dem bei. Überall werden gut ausgebildete Fachkräfte gesucht, sei es bei der Energiewende oder bei der Digitalisierung. Die Basis hierfür liefere die duale Ausbildung

Keynote Zarifa Ghafari: Wie kann Ankommen in Deutschland gelingen?

Wegen der Machtübernahme der Taliban im August 2021 floh Zarifa Ghafari nach Deutschland. Die einstige Bürgermeisterin der afghanischen Provinz Maidan Shahr erzählte über ihr Ankommen in Deutschland: Schwierigkeiten bei der Verständigung mit den deutschen Behörden, die Sehnsucht nach der Heimat und die Ungewissheit über den Verbleib ihrer Familie bereiteten ihr zunächst große Sorgen. Mut machen ihr aber immer wieder die Erfolgsgeschichten ihrer Landsleute, die sich fernab der Heimat eine neue Zukunft aufbauen. Ihr Tipp an Unternehmen:

„Achten Sie bei der Einstellung nicht so sehr auf formale Kriterien. Sprache kann man lernen. Abschlüsse kann man nachholen. Öffnen Sie Ihr Herz für neue KollegInnen und erfahren Sie, was das für eine Bereicherung sein kann.“

Zarifa Ghafari

Workshops: Alles rund um das Thema Ausbildung

Das Thema Ausbildung stand im Fokus der NETZWERK-Tagung. Und aus gutem Grund: Viele der Menschen, die seit 2015 Asyl bei uns suchen, stehen mittlerweile kurz vor dem Abschuss oder haben ihre Ausbildung bereits erfolgreich absolviert. Als häufige Beschäftigungsform für Menschen mit Fluchterfahrung ist sie eine wichtige berufliche Perspektive und chancenreicher Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt.

Drei Workshops konnte man in Frankfurt besuchen. Zwei weitere wurden digital angeboten. Behandelt wurden die Themen: Sprachförderung, Berufsschule, Onboarding, Prüfungsvorbereitungen sowie rechtliche Rahmenbedingungen.

Eindrücke und Rahmenprogramm

Während der Veranstaltung konnten man ein Familienzelt des UNHCRs besuchen. Mithilfe einer Virtual-Reality Brille bekam man einen Einblick in das Leben einer geflüchteten Familie in einem libanesischen Flüchtlingslager. Weltweit leben über 2,6 Millionen Flüchtlinge in Flüchtlingslagern. Jedes Jahr stellt das UNHCR 70.000 Zelte und mehr als 2 Millionen Plastikplanen zur Verfügung.

Darüber hinaus hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich beim Speed-Networking besser kennenzulernen und spielerisch durch ein Netzwerk-Bingo ins Gespräch zu kommen.

Tschüss, bis zum nächsten Mal!

Uns hat es sehr gefreut, dass wir so viele engagierte Unternehmen und UnterstützerInnen für die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten erreicht haben. Dadurch wächst nicht nur unser Netzwerk, sondern auch der Erfahrungsschatz, der durch den Austausch immer wertvoller wird.

Wir sagen optimistisch: Bis bald – sei es off- oder online!

Ihr NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge

Herzlich Willkommen!!!

Die Bremer Werbeagentur Brandfisher ist unser 3.000stes Mitglied

Wir freuen uns wirklich sehr, die Bremer Werbeagentur Brandfisher als unser 3.000stes Unternehmen im NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge begrüßen zu dürfen! Geschäftsführer Norman Breitling engagiert sich schon seit mehreren Jahren für soziale Projekte, u.a. auch für die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten. Seine Auszubildende Hazar Alshalabi, die 2016 aus Syrien nach Deutschland geflüchtet ist, hat bereits ihre Ausbildung zur Mediengestalterin erfolgreich bestanden und arbeitet nun als Fachkraft in der Agentur.

Wir sprachen mit Norman Breitling über seine Erfahrungen und Wünsche:

1. Herr Breitling, seit wann engagieren Sie sich schon für die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten?

Norman Breitling: Als Wirtschaftsjunior habe ich 2017 die Betreuung von zwei Übergangswohnheimen übernommen. Im Rahmen meiner ehrenamtlichen Tätigkeit habe ich mit den Menschen dort den Einstieg in den Arbeitsmarkt vorbereitet, kleinere Feste organisiert, mit ihnen zusammen Weihnachten Kekse gebacken und die Kinder zwei Jahre lang mit Weihnachtsgeschenken versorgt. Über Naji Chehade von den Willkommenslotsen der Handelskammer Bremen – IHK für Bremen und Bremerhaven wurde uns dann im April 2018 ein junges Mädchen vorgestellt. Hazar ist mit Ihrer Familie drei Jahre lang über Libyen und die Türkei aus Syrien geflüchtet und war nun auf der Suche nach einer Ausbildung. Die Willkomenslotsen haben ein gutes Onboarding mit uns allen gemacht und das war für uns der beste Einstieg auf Unternehmensseite. Wir sind glücklich und dankbar für diese Erfahrung.

2. Welche Erfahrungen haben Sie in Ihrer Zusammenarbeit mit Geflüchteten gemacht?

Breitling: Die Menschen haben alle ihre unterschiedlichen Geschichten und waren immer sehr froh darüber, wenn jemand insbesondere bei bürokratischen Dingen helfen konnte. Die Art und Weise wie der Berufseinstieg funktionieren kann ist auf der Welt sehr vielfältig. Hier in Deutschland stehen die Menschen oft vor unüberwindbaren Hürden. Privat habe ich unglaublich viel lernen dürfen in der Zeit. Im Betrieb haben die interkulturellen Erfahrungen unsere Unternehmenskultur nachhaltig positiv geprägt. Nach anfänglichen sprachlichen Barrieren hat sich die Mitarbeiterin perfekt in alle Workflows und ins Team eingearbeitet. Wir haben voneinander gelernt und das war wichtig für das gesamte Team.

3. Welche beruflichen Perspektiven und Unterstützungsangebote bieten Sie Menschen mit Fluchthintergrund in Ihrem Unternehmen?

Breitling: Zusammen mit den Willkommenslotsen machen wir ein Onboarding und lassen Geflüchtete im Rahmen einer EQ-Maßnahme in den Job reinschnuppern. Anschließend kann eine Ausbildung als Mediengestalter/in bei uns gemacht werden. Parallel bieten wir hausintern, mit einem externen Lehrer, Sprachunterricht an. Nach der Ausbildung können Mitarbeitende in eine unbefristete Festanstellung übernommen werden. So haben wir es in der Vergangenheit auch mit Hazar gemacht und sie ist nach wie vor bei uns im Team und wir sind sehr glücklich, dass sie ein Teil von Brandfisher ist.

4. Gibt es etwas, dass Sie anderen Betrieben mit auf den Weg geben würden?

Breitling: Wir empfehlen jedem Unternehmen sich mit dem Thema „Geflüchtete“ auseinanderzusetzen. Sie werden feststellen welchen positiven Beitrag die Zusammenarbeit leistet und wie schön die Inspiration durch andere Denkweisen und Diversität sein kann.

5. Was wünschen Sie sich für Ihre Mitgliedschaft im NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge?

Breitling: Ich möchte als Botschafter und gutes Beispiel vorangehen und anderen Unternehmen zeigen welche Vorteile eine gute Integration bietet. Gleichzeitig möchte ich von den Mitgliedern lernen und in den Erfahrungsaustausch gehen. Wir alle können Menschen, die ihre Perspektive in der Heimat verloren haben, dabei helfen eine neue Heimat zu finden. Durch eine diverse Positionierung meines Unternehmens möchte ich anderen Menschen zeigen, dass wir alle zusammen viel mehr erreichen können und dass die Unternehmenskultur in einem multikulturellen Umfeld magnetisch für Fachkräfte wird.

Weitere Informationen und Links

Klickpfad zur Ausbildungsduldung

Klickpfad zur Ausbildungsduldung

Finden Sie mit ein paar Klicks heraus, ob eine Ausbildungsduldung für Ihren Mitarbeiter oder Ihre Mitarbeiterin mit Fluchthintergrund in Frage kommt!

Welchen Aufenthaltsstatus muss die Personen haben? Ist das Herkunftsland relevant? Welche Ausbildungsformen kommen in Frage? Und was können Sie tun wenn eine Ausbildungsduldung nicht möglich ist?

In unserem Klickpfad finden Sie es schnell und unkompliziert heraus und erfahren, ob eine Ausbildungsduldung in Frage kommt.

HIER geht’s zum neuen Klickpfad zur Ausbildungsduldung. Suchen Sie zusätzlich nach Fördermöglichkeiten für Auszubildende? Dann hilft Ihnen unser Klickpfad Fördermöglichkeiten in der Ausbildung vielleicht weiter.

Kooperationsprojekt EVEREST

Das EVEREST Programm bereitet junge Erwachsene auf Beruf und Ausbildung

Eine Erfolgsgeschichte

Das Projekt EVEREST nimmt den Namen beim Wort: Es hat zum Ziel, junge Geflüchtete beim Erklimmen des Weges ins Berufsleben zu unterstützen. Nach einer Orientierungsphase im SOS-Kinderdorf Berlin werden die Teilnehmenden praktisch und theoretisch auf verschiedene Berufe vorbereitet. Das von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie geförderte Kooperationsprojekt besteht heute aus dem SOS-Kinderdorf Berlin, der Volkshochschule Berlin Mitte, der Vivantes – Netzwerk für Gesundheit GmbH, der Charité CFM Facility Management GmbH, REWE und der BSR. Wir sind froh, dass sowohl die BSR mit Virginia Scharkowsky als ehemalige Berliner Regionalbotschafterin als auch die CFM mit Monika Wilczek als derzeitige Regionalbotschafterin in unserem Netzwerk vertreten sind. Durch die Arbeit im EVEREST Projekt bringen die Regionalbotschafterinnen interessante Erfahrungen und einzigartige Einblicke in unsere Netzwerkarbeit ein. Dadurch werden auch weitere Betriebe in ganz Deutschland inspiriert, ähnliche Projekte voranzutreiben.

Im Gespräch mit Virginia Scharkowsky, leitende Koordinatorin von sozialen Maßnahmen bei der BSR, erzählt sie über die Motivation des Betriebs: „Wir engagieren uns in mehreren sozialen Projekten für junge Menschen, die es nicht leicht haben, ohne Unterstützung auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Als 2015 viele Geflüchtete nach Deutschland kamen, war für uns direkt klar, dass wir uns dort engagieren wollen“. Für eine erfolgreiche Integration von Geflüchteten empfiehlt Frau Scharkowsky ein vergleichbares Projekt mit mehreren Partnern auch für andere Betriebe. „Alleine sind die Hürden oft recht groß“, sagt sie. Hat der oder die junge Geflüchtete die BSR in einem Praktikum überzeugt, steht am Ende ein Ausbildungsvertrag. Die BSR bildet in 10 dualen Ausbildungsberufen aus. Den EVEREST Teilnehmenden stehen die Berufe Fachkraft im Gastgewerbe, Kaufleute für Digitalisierungsmanagement und Kaufleute für Büromanagement offen.

Hani Balbicy hat am EVEREST Projekt teilgenommen. Für ihn stand am Ende des Programms zunächst eine Einstiegsqualifizierung, dann eine Ausbildung und schließlich ein Arbeitsverhältnis. Er selbst erzählt, dass er „schon immer etwas mit IT machen wollte“. Nach einem dreimonatigen Praktikum im Jahr 2017 startete Balbicy mit einem Jahr Einstiegsqualifizierung bei der BSR. Sowohl über EVEREST als auch die Einstiegsqualifizierung sagt er selbst, dass beides ihn sehr gut auf die Ausbildung vorbereitet habe. Das duale Ausbildungssystem unterscheide sich sehr vom Hochschulsystem in seinem Heimatland Syrien, so Balbicy. Auch die Eltern mussten überzeugt werden. Gemeinsam mit dem jungen Mann wurde ein Elterngespräch geführt. Heute sei die Mutter sehr stolz auf den Weg ihres Sohnes, der die Ausbildung als Jahrgangsbester abgeschlossen hat. Balbicy sei der Vorzeigeazubi, so die frühere Regionalbotschafterin Scharkowsky. Auf die Frage was EVEREST von anderen Projekten unterscheide, ist von beiden Seiten schnell eine Antwort gefunden: die Kombination aus sozialpädagogischer und organisatorischer Unterstützung sowie Deutschunterricht. Hani Balbicy hat zudem einen Tipp an aktuelle und künftige Auszubildende: er empfiehlt von Anfang an alle offenen Fragen zu stellen und sich bei Unklarheiten an die Ausbilder im Betrieb zu wenden.

Weitere Informationen zum Projekt EVEREST finden Sie hier.

Neues Infopapier: Übergang in die +2

Neu erschienen: Infopapier zum Übergang in die „+2“

Sie beschäftigen Mitarbeitende mit Fluchthintergrund in Ausbildungsduldung und möchten wissen, wie es nach dem erfolgreichen Abschluss der Ausbildung weitergeht?

Im Sinne der „3+2“ Regelung haben geduldete Auszubildende unter bestimmten Voraussetzungen den Anspruch, ihren Aufenthalt und die Beschäftigung im Betrieb für mindestens zwei Jahre zu sichern, nachdem sie ihre Ausbildung abgeschlossen haben.

In diesem Infopapier erfahren Sie, wie Sie den Übergang von der Ausbildungsduldung in die Aufenthaltserlaubnis erfolgreich meistern können.

Hier geht’s zum Infopapier:

Hier geht es zur Übersicht all unserer Infopapiere.

Übrigens: NUiF verschickt alle Infopapiere auch in gedruckter Form. Fragen Sie uns dafür gerne per E-Mail an.

Eine Übersicht aller WillkommenslotsInnen

Sie wollen eine offene Stelle in Ihrem Betrieb mit Geflüchteten besetzen?

Willkommenslotsen beraten und unterstützen Unternehmen bei der betrieblichen Integration von Geflüchteten

Seit dem Frühjahr 2016 unterstützen sogenannte „Willkommenslotsen“ Unternehmen bei der Besetzung von offenen Ausbildungs- und Arbeitsstellen mit Geflüchteten. Deutschlandweit sind rund 100 Willkommenslotsen im Einsatz. Die Willkommenslotsen unterstützen kleine und große Unternehmen als zentrale Stelle bei allen Fragen rund um die Integration von Geflüchteten in Ausbildung, Praktikum oder Beschäftigung. Sie sind an mehr als 80 Handwerkskammern, Industrie- und Handelskammern, Kammern der freien Berufe sowie weiteren Organisationen der Wirtschaft angesiedelt und damit regional gut erreichbar. 

Hier finden Sie eine Liste aller Willkommenslotsen inklusive Kontaktdaten.

Checkliste: digitales Kennenlerngespräch

Neue Checkliste: Professionelles Auftreten im digitalen Kennenlerngespräch

Während der Pandemie finden die meisten Kennenlern- und Vorstellungsgespräche mit Betrieben im digitalen Raum statt. Damit Geflüchtete auch diese Herausforderung meistern, hat das NETZWERK in Zusammenarbeit mit der Willkommenslotsin der IHK zu Kiel die wichtigsten Tipps in einer Checkliste zusammengefasst.

Die Checkliste richtet sich an alle Personen, die Geflüchtete bei der Arbeits- und Ausbildungssuche unterstützen und natürlich an die Geflüchteten selbst, um im Kennenlerngespräch zu überzeugen.

  • Wie kann ich mich auf das Gespräch vorbereiten?
  • Wie soll mein Raum und Hintergrund aussehen?
  • Wie präsentiere ich mich im Bild?

Die Antworten darauf gibt es in der Checkliste zum Download.

Sprachförderung an der Berufsschule

Sprachförderung an der Berufsschule

Heute im Interview: Simone Stockmann, Berufsschullehrerin an der Franz-Böhm-Schule in Frankfurt am Main.

Frau Stockmann ist seit über sieben Jahren in Frankfurt am Main an der Franz-Böhm-Schule für Wirtschaft und Verwaltung tätig. Seit 2018 unterrichtet sie im Team von ausgebildeten DaZ- LehrerInnen SchülerInnen mit Fluchthintergrund, die eine Ausbildung im Einzelhandel machen. Seitdem bietet die Schule sprachsensiblen Fachunterricht an, für den Betriebe ihre Auszubildenden zum Jahresanfang anmelden können.

Frau Stockmann, welche Herausforderungen gibt es in der Arbeit mit den Azubis?

Wir unterrichten seit über drei Jahren SchülerInnen mit Fluchthintergrund. Schwierig ist, dass Geflüchtete zusätzlich zum Berufs- und Schulstress große Sorgen um ihre Bleibeperspektive haben und fürchten, nach der Ausbildung abgeschoben zu werden. Häufig wissen die Betriebe und Schulen nichts davon und erfahren erst spät von den Schwierigkeiten ihrer SchülerInnen.

Wie sieht die Zusammenarbeit mit den Betrieben aus?

Stockmann: Die Sprachförderklassen werden von einem Team aus vier KollegInnen mit einer Zusatzausbildung in Deutsch als Zweitsprache und/oder als Sprachförderlehrkraft geleitet. In den Klassen wird sprachsensibler Fachunterricht gehalten, der Deutschunterricht ist in den Fachunterricht integriert. Zum Schuljahresbeginn wird eine Sprachstandserhebung durchgeführt, um den Förderbedarf zu ermitteln. Anschließend erhalten Betriebe eine Empfehlung mit der Teilnahme für die Auszubildenen in der Sprachförderklasse.

Das ganze Interview mit mehr Infos zu den Sprachförderklassen gibt es hier als Download.

Vielen Dank für das Interview, Frau Stockmann!

Noch nicht genug? Weitere Interviews mit Lehrkräften und AusbilderInnen gibt es hier.

Sie sind LehrerIn oder AusbilderIn und möchten Ihre Erfahrung mit uns teilen?
Sie erreichen uns per Mail: zein.yasmin@dihk.de oder telefonisch: 030-20308-6554.

Berufsschulkooperation – Kooperationsverträge zwischen Betrieb und Berufsschule

Kooperationsverträge zwischen
Betrieb und Berufsschule

Heute im Interview: Lea Hendrickx, Ausbildungsbegleiterin- und Koordinatorin bei der Münchenstift GmbH in München.

Im Pflegeunternehmen Münchenstift setzt sich Lea Hendrickx in der Ausbildungsbegleitung dafür ein, dass Geflüchtete zusätzliche Förderangebote bekommen. Sie betreut u. a. alle Themen, die nicht direkt mit der Ausbildung zu tun haben. Von der Kommunikation mit Behörden bis zu Perspektiven nach der Ausbildung fallen viele Herausforderungen und Anliegen in ihre Zuständigkeit

Frau Hendrickx, welche Herausforderungen gibt es in der Arbeit mit den Azubis?

Gerade in Pflegeberufen kann es in der Berufsorientierung zu unterschiedlichen Vorstellungen kommen, denn Pflege wird in jedem Land anders umgesetzt. Deshalb sind Praktika, Hospitations- und Berufs- orientierungstage im Vorfeld sehr wichtig, denn hier können Azubis in den Beruf / die Ausbildung hineinschnuppern.

Wie sieht die Zusammenarbeit mit der Berufsschule aus?

Bei der Azubi-Findung arbeiten die Münchenstift und die Berufsschulen im Rahmen eines Kooperationsvertrags eng zusammen: Beide Seiten führen jeweils Bewerbungsgespräche und tauschen sich aus. So ist der Grundstein für die Ausbildung in guter Zusammenarbeit gelegt. Die Münchenstift bildet i. d. R. mit den Berufsschulen ganze Klassen aus. Pro Klasse gibt es für alle Beteiligten nur einen Ausbildungsplan und ein Dokumentationssystem, das die Münchenstift eigens dafür in Abstimmung mit Berufsschulen entwickelt hat.

Das ganze Interview mit mehr Infos zu Kooperationsverträgen gibt es hier als Download.

Vielen Dank für das Interview, Frau Hendrickx!

Noch nicht genug? Weitere Interviews mit Lehrkräften und AusbilderInnen gibt es hier.

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Berufsschulkooperation – Berufseinstieg in Betrieb und Berufsschule

Berufseinstieg in Betrieb und Berufsschule

Heute im Interview: Ulrich Temps, geschäftsführender Gesellschafter der temps Malereibetriebe in Neustadt.

Ulrich Temps ist geschäftsführender Gesellschafter der temps GmbH Malereibetriebe. Rund 450 MitarbeiterInnen aus über 30 Ländern sind der Motor des Unternehmens und tragen maßgeblich zum Erfolg der Unternehmensgruppe temps bei. Im hauseigenen Ausbildungszentrum haben dieses Jahr 27 neue Auszubildende ihre Ausbildung begonnen.

Herr Temps, welche Herausforderungen gibt es in der Arbeit mit den Azubis?

Die sprachliche Barriere, vor der die jungen Geflüchteten standen, war am Anfang eine Herausforderung. Es gab bei einigen auch Defizite in den Fächern Mathe, Politik und in der Fachtheorie. Aber hier fanden wir gemeinsame Lösungen, denn auch wenn die Ausbildung von Geflüchteten mit einem Mehraufwand verbunden ist, überwiegt der Nutzen den Aufwand bei Weitem.

Wie sieht die Zusammenarbeit mit der Berufsschule aus?

Ich stehe in halbjähriger Abstimmung mit der Schulleitung. Durch den engen Kontakt erfuhren wir von dem Projekt SPRINT, bei dem wir mit einer 12-köpfigen Schulklasse mitwirkten. Dabei verbrachten die SchülerInnen ein Jahr lang zwei Tage pro Woche in der Schule und, begleitet von einem Gesellen, drei Tage pro Woche im Betrieb. Im zweiten Jahr absolvierten sie mit SPRINT-dual vier Tage im Betrieb, wobei es in den letzten zwei Monaten auf die Baustelle ging. Viele SchülerInnen konnten wir anschließend in eine Ausbildung übernehmen. Für uns war das Projekt ein voller Erfolg.

Das ganze Interview mit mehr Infos zur Berufseinstiegsschule gibt es hier als Download.

Vielen Dank für das Interview, Herr Temps!

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