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Deutschkenntnisse von Geflüchteten richtig einschätzen

Um die Deutschkenntnisse von Geflüchteten einzuschätzen, können Sie sich am „Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen für Sprachen (GER)“ orientieren. Dieser unterteilt die Sprachkompetenz in drei Level: A.) „Elementare Sprachanwendung“ B.)  „Selbstständige Sprachanwendung“ und C.) „Kompetente Sprachanwendung“.

Möglichkeiten der Sprachförderung für Geflüchtete

Welche öffentlich geförderten Sprachkurse Geflüchtete besuchen können, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Alter, Bildung, sprachlichen Vorkenntnissen und Aufenthaltsstatus.

Neben den Kursen von öffentlichen und privaten Trägern, deren Konditionen und Umfänge variieren, existieren bundesweit auch viele ehrenamtliche Initiativen, die Geflüchtete unabhängig von den genannten Faktoren beim Spracherwerb unterstützen. Zudem gibt es eine Vielzahl an Online-Angeboten und Sprach-Apps.

 

Angebote der Sprachförderung

a) Grundlegende Sprachförderung (BAMF-Integrationskurse)

Die BAMF-Integrationskurse richten sich unter anderem an Geflüchtete mit einer Aufenthaltserlaubnis von mehr als einem Jahr sowie an Geduldete und Asylbewerber mit guter Bleibeperspektive, sofern es freie Plätze in den Kursen gibt. Die Teilnehmenden werden mit der deutschen Sprache und den Lebensverhältnissen in Deutschland vertraut gemacht. Die Kurse umfassen in der Regel 660 Unterrichtseinheiten (600 Stunden Sprachkurs und 60 Stunden Orientierungskurs) und sind zu einem gewissen Teil zuzahlungspflichtig für die Teilnehmer.

Mehr zu den BAMF-Integrationskursen

 

 

b) Berufssprachkurse des BAMF (gem. §45a AufenthG)

Was sind Berufssprachkurse?

Aufbauend auf die Integrationskurse sind die Berufssprachkurse ein Sprachlernangebot für Menschen mit Migrationshintergrund, die ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern wollen. Die Kurse können in ganz Deutschland auch berufsbegleitend und in Teilzeit besucht werden.

 

Basismodule (je 400 Unterrichtseinheiten): Allgemeine berufsbezogene Module von B1 nach B2, B2 nach C1 und C1 nach C2

 

Spezialmodule unter B1 (400 Unterrichtseinheiten):

 

Fachspezifische Spezialmodule:

  • Akademische Heilberufe (400-600 Unterrichtseinheiten)
  • Handel (300 Unterrichtseinheiten
  • Gewerbe / Technik (300 Unterrichtseinheiten)

 

Spezialmodule für das Anerkennungsverfahren:

  • Pflege (400-600 Unterrichtseinheiten)
  • Pädagogik (400-600 Unterrichtseinheiten)

 

Die Teilnehmenden können unter den vom BAMF zertifizierten Kursträgern frei wählen. Für die Teilnahme wird eine Berechtigung benötigt, die entweder das BAMF, Jobcenter oder Agentur für Arbeit ausstellen.

Die Zahlung des Kostenbeitrags für Beschäftigte in Höhe von 50 Prozent pro Unterrichtseinheit (2,07 €) kann auch durch Sie als Arbeitgeber erfolgen.

 

Wer kann teilnehmen?

Die Berufssprachkurse richten sich an Menschen mit Migrationshintergrund. Hierzu gehören Zugewanderte (einschließlich Asylbewerberinnen und Asylbewerbern aus Ländern mit hoher Schutzquote), EU-Bürgerinnen und -Bürger sowie Deutsche mit Migrationshintergrund, die:

  • ein bestimmtes Sprachniveau zur Berufsanerkennung oder für den Zugang zum Beruf benötigen
  • in der Ausbildung sind oder eine Ausbildungsstelle suchen
  • arbeitssuchend gemeldet sind und/oder Arbeitslosengeld bekommen
  • eine Arbeit haben, aber gleichzeitig arbeitssuchend gemeldet sind und deren Deutschkenntnisse nicht ausreichen, um den Arbeitsalltag zu meistern.

 

Was können Sie als Betrieb noch tun?

Das BAMF kann auch Sprachkurse fördern, die angepasst sind an die zeitlichen und örtlichen Gegebenheiten in Ihrem Unternehmen oder Ihrer Region. Für einen Kurs benötigen Sie rund 15 Teilnehmende. Oft bietet sich daher eine Kooperation mit anderen engagierten Unternehmen an. Um die Möglichkeiten eines Sprachkurses abzustecken, sprechen Sie direkt das BAMF an. Hier finden Sie direkte Ansprechpartner für interessierte Betriebe

 

Weitere ausgewählte Sprachkursangebote als Kurse und Apps: Länder, Kommunen, Volkshochschulen, Universitäten, zivilgesellschaftliche Initiativen

Neben den offiziellen Angeboten des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge gibt es auch eine Vielzahl an weiteren Kursen, die sich an Geflüchtete richten. Bundesländer und Kommunen bieten teilweise eigene Programme an. Universitäten und viele ehrenamtlichen Initiativen sind ebenfalls in der Sprachvermittlung aktiv. Neben tatsächlichen Kursen gibt es auch eine Vielzahl an Online-Angeboten und Sprach-Apps, auf die Sie Ihre neuen Mitarbeiter hinweisen können.