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Sprache

Das Erlernen der deutschen Sprache gilt als wichtiges Eintrittsticket in die deutsche Gesellschaft und in die Arbeitswelt. Gerade bei der Integration in Ausbildung und Arbeit spielt sie eine grundlegende Rolle.

Für Geflüchtete steht dabei vor allem die Frage im Vordergrund, mit welchem Rechtsstatus der Zugang zu staatlich finanzierten Integrationskursen möglich ist. Für Unternehmen dreht sich die Debatte um die Frage, welches Sprachniveau für welche Art der Beschäftigung erforderlich ist.

Im Aufnahme- und Anerkennungsverfahren erfolgt heute noch keine systematische Erfassung der Sprachfähigkeiten von Geflüchteten – weder im Deutschen noch hinsichtlich weiterer Sprachkenntnisse. Das Wissen über das Sprachniveau der Flüchtlinge ist daher in der Regel gering.

Deutschkenntnisse von Geflüchteten richtig einschätzen

Um die Deutschkenntnisse von Geflüchteten einzuschätzen, können Sie sich am „Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen für Sprachen (GER)“ orientieren. Dieser unterteilt die Sprachkompetenz in drei Level: A.) „Elementare Sprachanwendung“ B.)  „Selbstständige Sprachanwendung“ und C.) „Kompetente Sprachanwendung“.

Möglichkeiten der Sprachförderung für Geflüchtete

Welche öffentlich geförderten Sprachkurse Geflüchtete besuchen können, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Alter, Bildung, sprachliche Vorkenntnissen und Aufenthaltsstatus.

Neben den Kursen von öffentlichen und privaten Trägern, deren Konditionen und Umfänge variieren, existieren bundesweit auch viele ehrenamtliche Initiativen, die Geflüchtete unabhängig von den genannten Faktoren beim Spracherwerb unterstützen. Zudem gibt es eine Vielzahl an Online-Angeboten und Sprach-Apps.

Angebote der Sprachförderung

a) Grundlegende Sprachförderung (BAMF-Integrationskurse)

Die BAMF-Integrationskurse richten sich unter anderem an Geflüchtete mit einer Aufenthaltserlaubnis von mehr als einem Jahr sowie an Geduldete und Asylbewerber mit guter Bleibeperspektive, sofern es freie Plätze in den Kursen gibt. Die Teilnehmenden werden mit der deutschen Sprache und den Lebensverhältnissen in Deutschland vertraut gemacht. Die Kurse umfassen in der Regel 660 Unterrichtseinheiten (600 Stunden Sprachkurs und 60 Stunden Orientierungskurs) und sind zu einem gewissen Teil zuzahlungspflichtig für die Teilnehmer.

Mehr zu den BAMF-Integrationskursen

b) Berufsbezogene Deutschförderung (ESF-BAMF-Programm)

Das Kursangebot richtet sich grundsätzlich an Menschen mit Migrationshintergrund. Asylbewerber und Flüchtlinge können unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls am Programm teilnehmen. Detaillierte Auskünfte zu den Zugangsvoraussetzungen gibt die ESF-BAMF-Hotline telefonisch unter: +49 (0)221 92426 – 400. Durch berufsbezogenen Deutschunterricht, Fachunterricht, Betriebsbesichtigungen und Praktika sollen die Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessert werden. Ein Kurs besteht aus 730 Unterrichtseinheiten und dauert als Vollzeitkurs sechs Monate. Grundsätzlich ist die berufliche Sprachförderung kostenfrei. Personen, die sich bereits in einem Beschäftigungsverhältnis befinden, zahlen in der Regel 3,20 Euro pro Unterrichtseinheit. Diesen Betrag können Sie als Arbeitgeber übernehmen.

Mehr zur berufsbezogenen Sprachförderung

c) Das Bundesprogramm „Berufsbezogene Deutschsprachförderung“
                       
Die Kurse des Programms bauen auf die Integrationskurse auf und ermöglichen Geflüchteten mit guter Bleibeperspektive, EU-Bürgern sowie deutschen Staatsangehörigen mit Migrationshintergrund die Möglichkeit zur Teilnahme an einem Sprachkurs, der sie auf die sprachlichen Anforderungen im deutschen Berufsalltag vorbereitet. Um den verschiedenen Vorkenntnissen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gerecht zu werden, besteht das Programm aus Basis- und Spezialmodulen. Die Basismodule umfassen in der Regel 300 Unterrichtseinheiten, richten sich ausschließlich an Personen, die sich noch nicht in einem Beschäftigungsverhältnis befinden und ermöglichen eine Verbesserung des Sprachniveaus von:

  • B1 auf B2-Niveau (seit Juli 2016 verfügbar)
  • B2 auf C1-Niveau (erst ab 2017)
  • C1 auf C2-Niveau (erst ab 2017).


Ab 2017 soll auch der Besuch von Spezialmodulen ermöglicht werden. In diesen Kursen wird berufsbezogenes Deutsch beispielsweise speziell für Pflegeberufe oder kaufmännische Berufe vermittelt.


Weitere ausgewählte Sprachkursangebote als Kurse und Apps: Länder, Kommunen, Volkshochschulen, Universitäten, zivilgesellschaftliche Initiativen

Neben den offiziellen Angeboten des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge gibt es auch eine Vielzahl an weiteren Kursen, die sich an Geflüchtete richten. Bundesländer und Kommunen bieten teilweise eigene Programme an. Universitäten und viele ehrenamtlichen Initiativen sind ebenfalls in der Sprachvermittlung aktiv. Neben tatsächlichen Kursen gibt es auch eine Vielzahl an Online-Angeboten und Sprach-Apps, auf die Sie Ihre neuen Mitarbeiter hinweisen können.