Infografik zur Ausbildungsduldung

Kurzer Überblick zur Ausbildungsduldung

 

Anforderungen für das „3“

Damit Ihr zukünftiger Auszubildender die Ausbildungsduldung (also das „3“) bei der Ausländerbehörde beantragen kann, muss er diese Bedingungen erfüllen:

  • Sein Asylverfahren muss rechtskräftig negativ abgeschlossen sein (kein laufendes Klageverfahren).
  • Für ihn dürfen keine sog. Versagensgründe vorliegen:

– Aufenthalt in Deutschland, nur um Leistungen gemäß des Asylbewerberleistungsgesetzes zu erhalten.

– Selbstverschuldet aufenthaltsbeendende Maßnahmen verhindern (bspw. durch Identitätstäuschung)

– Herkunft aus einem sog. „sicheren Herkunftsland“ (Stand Juli 2018: EU-Staaten, Albanien, Bosnien und Herzegowina, Ghana, Kosovo, Mazedonien, Montenegro, Senegal, Serbien) und einen rechtskräftigen negativen Asylbescheid für einen nach dem 31. August 2015 gestellten Asylantrag.

  • Er muss eine staatlich anerkannten qualifizierte Berufsausbildung (mind. 2 Jahre) in einem Betrieb mit Ausbildungserlaubnis /in einer Berufsfachschule beginnen.
  • Es dürfen gegen ihn keine aufenthaltsbeendenden Maßnahmen eingeleitet worden sein (bspw. die Passersatzbeschaffung wurde noch nicht beantragt oder ein Abschiebeflug wurde gebucht).
  • Er hat keine vorsätzliche Straftat im Bundesgebiet begangen und wurde dafür verurteilt (Geldstrafe von mehr als 50 Tagessätzen).

 

Die Beantragung der Ausbildungsduldung erfolgt durch den zukünftigen Auszubildenden bei der Ausländerbehörde. Dazu werden benötigt:

  • Formloser Antrag auf Ausbildungsduldung (Vordruck im NETZWERK erhältlich)
  • Unterschriebene/r Ausbildungsvertrag/Anmeldebestätigung der Berufsfachschule
  • Nachweis über die Eintragung des Ausbildungsverhältnisses

 

Anforderungen für das „+2“

Erste Erfahrungen von Geflüchteten zeigen, dass auch die Beantragung der Aufenthaltserlaubnis für 2 Jahre im Anschluss an die Ausbildungsduldung, also das „+2“, Herausforderungen mit sich bringt. Konkret müssen dafür folgende zwei Punkte erfüllt sein:

 

Der oder die Geflüchtete muss

  • über ausreichend Wohnraum verfügen
  • über ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache verfügen.

 

Zu 1.:

 

Insbesondere dieser Punkt dürfte in einigen Gebieten zu Herausforderungen führen. Denn Wohnraum in einer Gemeinschaftsunterkunft erfüllt nicht die Anforderung „ausreichenden Wohnraums“. Bekanntlich ist jedoch der Wohnungsmarkt in Deutschland nicht nur in den Metropolen angespannt. Auch auf dem Land ist es oft nicht einfach, passenden Wohnraum zu finden, insbesondere für Geflüchtete. Um also die Aufenthaltserlaubnis beantragen zu können, muss der oder die Geflüchtete über eine eigene Wohnung oder ein WG-Zimmer verfügen, das er aus eigenen finanziellen Mitteln finanzieren kann. Solange dies nicht erfüllt ist, wird der Antrag auf die Aufenthaltserlaubnis im Anschluss an die dreijährige Duldung während der Ausbildung nicht gewährt. Es sollte sich also frühzeitig schon während der Ausbildung um eine Wohnmöglichkeit für den Auszubildenden mit Fluchthintergrund gekümmert werden. Arbeitgeber können hier zur Seite stehen, indem sie beispielsweise für ihren Auszubildenden bürgen oder sich bereit erklären, die Kaution zu zahlen und ihn oder sie zu eventuellen Besichtigungsterminen begleiten.

 

Zu 2.:

 

Auch mangelnde Sprachkenntnisse können dazu führen, dass eine Aufenthaltserlaubnis für zwei Jahre im Anschluss an die Ausbildungsduldung verwehrt wird. Es gibt hier keine klare Definition, was als ausreichende Sprachkenntnisse zu werten sind. Das Bestehen der Berufsausbildung allein reicht jedoch nicht, um ausreichende Sprachkenntnisse nachzuweisen. Für die Einbürgerung genügt es in der Regel, wenn eine Berufsausbildung erfolgreich absolviert wurde und auf dem Abschlusszeugnis in Deutsch mindestens die Note 4 vorgewiesen wird. Dies sollte dann erst recht auch für die Aufenthaltserlaubnis gelten. Steht der oder die Geflüchtete schlechter als Note 4 in Deutsch, so muss ein Nachweis mindestens über ein Sprach-Niveau von B1 vorgelegt werden, bspw. durch das Besuchen eines Sprachkurses. Auch hier gilt es, sich gegebenenfalls frühzeitig um das Sprachzertifikat zu bemühen.

Für weitere Informationen können Sie hier das Info-Papier „Ausbildungsduldung“ erhalten.