Analysiert: Die Ergebnisse unserer Mitgliederbefragungen

Die Ergebnisse unserer Mitgliederbefragungen

Das bundesweite NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge befragt jedes Jahr seine Mitgliedsunternehmen zum aktuellen Stand der Integration von Geflüchteten. Wie viele Geflüchtete haben den beruflichen Einstieg geschafft? An welchen Positionen konnten sie eingesetzt werden? Mit welchen Herausforderungen sehen sich die Unternehmen dabei konfrontiert?

Auf dieser Seite sammeln wir die jährlichen Stimmungsbilder und zentralen Erkenntnisse aus unseren Mitgliederbefragungen.

Ergebnisse aus 2019

Die Ausbildung von Geflüchteten wird immer attraktiver

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Ergebnisse aus 2018

Herausforderungen sinken dort, wo Betriebe selbst aktiv werden

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Ergebnisse aus 2017

Unternehmen engagieren sich weit über das betriebliche Maß hinaus

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Ergebnisse aus 2016

Sprachliche Hürden sind für Unternehmen die größte Herausforderung

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Die Ergebnisse der Mitgliederbefragung 2019/20

Aktuelle Umfrage

Die Ausbildung von Geflüchteten wird für Klein- und Mittelständler immer attraktiver

13.02.2020. Das bundesweite NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge befragte zum vierten Mal seine Mitgliedsunternehmen zum aktuellen Stand der Integration von Geflüchteten. Von den zu dem Zeitpunkt 2.205 Mitgliedsbetrieben haben insgesamt 395 (entspricht 18 Prozent) an der Umfrage teilgenommen. Fast drei Viertel der teilnehmenden Unternehmen (71 Prozent) sind kleine und mittelständische Unternehmen bis 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Insgesamt beschäftigen diese Unternehmen 9.313 Menschen mit Fluchthintergrund.

Zentrale Erkenntnisse

  • 1. Die Ausbildung ist weiterhin die häufigste Beschäftigungsform von Geflüchteten. Auch immer mehr Fachkräfte finden sich unter den Geflüchteten.
  • 2. Der Treiber Fach- und Hilfskräftemangel wird für Unternehmen immer stärker.
  • 3. Sprachkurse und Nachhilfe werden immer selbstverständlicher im Unternehmensalltag.
  • 4. Betriebe können Bürokratie und sprachliche Hürden immer besser bewältigen. Am herausforderndsten sind mittlerweile die Schwierigkeiten in der Berufsschule.


Die Ergebnisse im Jahresvergleich


1. Die Ausbildung ist weiterhin die häufigste Beschäftigungsform von Geflüchteten. Auch immer mehr Fachkräfte finden sich unter den Geflüchteten.

Mehr als jedes zweite Unternehmen im NETZWERK (56 Prozent) bildet Geflüchtete aus. Damit ist die Ausbildung mit Abstand die häufigste Beschäftigungsform und im Vergleich zum Vorjahr um 8 Prozent angestiegen (2018: 48 Prozent). Bei der Mitgliederbefragung 2016 war es noch jedes dritte Unternehmen (35 Prozent).

Die Zahl der Unternehmen, die Geflüchtete als Fach- oder Führungskräfte beschäftigen, hat sich innerhalb von vier Jahren verdreifacht (2019: 30 Prozent, 2016: 11 Prozent).

Darüber hinaus bereiten ein Viertel der Unternehmen (25 Prozent) Geflüchtete im Rahmen einer Einstiegsqualifizierung (EQ) und mehr als 2/3 im Rahmen eines Praktikums (40 Prozent) auf eine angehende Ausbildung vor. Hilfsarbeitertätigkeiten werden in mehr als jedem vierten Unternehmen von Geflüchteten ausgeführt (29 Prozent).


2. Der Treiber Fach- und Hilfskräftemangel wird für Unternehmen immer stärker.

Der häufigste Grund für die Beschäftigung von Geflüchteten ist weiterhin die soziale Verantwortung, die die Unternehmen übernehmen möchten (von 80 Prozent in 2018 auf 84 Prozent im aktuellen Befragungsjahr angestiegen). Stark zugenommen hat der Treiber Fach- und Hilfskräftemangel: Drei von vier Mitgliedsunternehmen beschäftigen aus diesem Grund Geflüchtete (von 65 Prozent im Jahr 2018 auf 74 Prozent angestiegen).


3. Sprachkurse und Nachhilfe werden immer selbstverständlicher im Unternehmensalltag.

Fast alle Unternehmen bieten Geflüchteten Unterstützung an, um im Betrieb und Beruf anzukommen (96 Prozent vs. 4 Prozent, die keine Unterstützung anbieten). Am häufigsten wird die Hilfe bei Behördengängen angeboten (61 Prozent, 2017 noch 57 Prozent), an zweiter Stelle das Angebot von zusätzlichen Sprachkursen (55 Prozent, 2017 noch 46 Prozent), gefolgt von Nachhilfeunterricht für Auszubildende (54 Prozent, 2017 noch 46 Prozent) und Hilfe bei der Integration ins Umfeld (47 Prozent, 2017 noch 32 Prozent).

Erstmalig abgefragt wurde die kulturelle Öffnung des Betriebs beispielsweise durch das gemeinsame Begehen von Feiertagen oder der Anpassung des Kantinenangebots. Dies hat jedes fünfte Unternehmen (21 Prozent) bejaht.


4. Betriebe können Bürokratie und sprachliche Hürden immer besser bewältigen. Am herausforderndsten sind mittlerweile die Schwierigkeiten in der Berufsschule.

Die fünf größten Herausforderungen für Unternehmen sind die Schwierigkeiten in der Berufsschule (38 Prozent), die Unsicherheit bei der Personalplanung (37 Prozent), die komplizierten Verfahren und Vorschriften (33 Prozent), sprachliche Hürden (26 Prozent) und mangelnde Vorkenntnisse der Geflüchteten (15 Prozent).

Wobei alle Herausforderungen in der Einschätzung der Unternehmen ein wenig abgenommen haben. Die Schwierigkeiten in der Berufsschule werden erstmalig höher eingeschätzt als die bürokratischen Hürden und Unwägbarkeiten für die Unternehmen.

(Anmerkungen: Summe der Antwortenoptionen „Sehr schwierig“ und nicht zu überwinden“; Einschätzung der Qualifikationen und Schwierigkeiten in der Berufsschule werden erst seit 2018 abgefragt)

Weitere Informationen

Von Dezember 2019 bis Januar 2020 haben 395 von 2.205 Mitgliedsunter­nehmen an der Umfrage teilgenommen. Insgesamt beschäftigen diese Unternehmen 9.313 Menschen mit Fluchthintergrund.

Download der Ergebnisse als PDF

Gemeinsame Pressemeldung vom DIHK und BMWi zu den Umfrageergebnissen

Das NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge wurde 2016 als gemeinsame Initiative des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gegründet. Mit aktuell knapp 2.400 Mitgliedern ist es deutschlandweit der größte Zusammenschluss von Unternehmen, die sich für die Beschäftigung von Geflüchteten engagieren. Die Angebote des NETZWERKs wie Informationsmaterialien, Webinare, Workshops und Veranstaltungen sind wie die Mitgliedschaft kostenlos.

Weitere Information unter www.unternehmen-integrieren-fluechtlinge.de.

Pressekontakt

Ellen Boettcher
NETZWERK Unternehmen
integrieren Flüchtlinge
E-Mail: boettcher.ellen@dihk.de
Tel.: 030 20308 6552

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