Ergebnisse der Mitgliederbefragung

Engagierte Unternehmen wollen Integration ausbauen

Wie viele Geflüchtete haben den beruflichen Einstieg geschafft? An welchen Positionen konnten sie eingesetzt werden? Welche Hindernisse haben die Unternehmen dabei überwinden müssen? Fragen wie diese werden nicht nur in der breiten Öffentlichkeit diskutiert. Auch und vor allem die Akteure, die sich mit der betrieblichen Integration befassen, stellen diese Fragen. Anhaltspunkte dafür können die Erfahrungen der Mitgliedsunternehmen des NETZWERKs Unternehmen integrieren Flüchtlinge geben.

300 Mitgliedsunternehmen beschäftigen knapp 2500 Geflüchtete.

Erkenntnisse aus der Befragung von 300 Mitgliedsunternehmen im Winter 2016:

  • 300 Unternehmen haben 2.500 Beschäftigungsverhältnisse für Geflüchtete geschaffen. Dabei ist der Einstieg oft ein Praktikum: 1560 Praktikumsstellen wurden geschaffen. Immerhin 271 Geflüchtete haben bereits eine Ausbildung begonnen oder bereiten sich im Rahmen einer Einstiegsqualifizierung auf die Ausbildung vor (332). Ebenso konnten bereits 40 Fachkraftstellen besetzt werden. Die sechs Führungspositionen bilden noch eine Ausnahme. Hilfsarbeitertätigkeiten üben derzeit 285 Geflüchtete aus.
  • Zwei Drittel der antwortenden Unternehmen waren kleine oder mittlere Unternehmen, ein Drittel große Unternehmen. Dabei waren alle Branchen vertreten. Den größten Anteil mit einem Viertel machten Industriebetriebe aus, gefolgt von Handel mit gut elf Prozent sowie Landwirtschaft und Handwerk mit je zehn Prozent.
  • 80 Prozent der Umfrageteilnehmer, die Geflüchtete in ihrem Betrieb beschäftigen, wollen ihr Integrationsengagement in gleicher Weise fortsetzen oder sogar erhöhen. Unternehmen ohne Mitarbeiter mit Fluchthintergrund äußern sich zurückhaltender über ihr künftiges Engagement. Etwas mehr als die Hälfte derer, die Ende 2016 noch keinen Flüchtling eingestellt hatten, plant dies in diesem Jahr zu ändern.
  • Betriebe, die bereits Geflüchtete eingestellt haben, schätzen Integrationshindernisse deutlich niedriger ein als solche, die noch keine Integrationserfahrungen gemacht haben. Bemerkenswert ist, dass nur die wenigsten Umfrageteilnehmer eine der Integrationshürden als unüberwindbar eingeschätzt haben.

Sprache ist die größte Herausforderung.

  • Sprache und Bürokratieaufwand sehen Unternehmen als größte Herausforderungen bei der Integration an. Auch Unsicherheit bei der Personalplanung wegen drohender Abschiebung hemmt die Integration. Viele Unternehmen unterstützen Geflüchtete insbesondere beim Spracherwerb mit eigenen finanziellen, zeitlichen und organisatorischen Aufwendungen. So bieten immerhin knapp zwei Drittel der Teilnehmer Unterstützung beim Erwerb der deutschen Sprache an, beispielsweise durch die Finanzierung und Organisation von Deutschkursen durch externe Lehrer.