Externe Unterstützung während der Ausbildung nutzen

Sie wollen Ihren Auszubildenden/Ihre Auszubildende mit Fluchthintergrund ganz praktisch beim Erlernen der Ausbildungsinhalte im Betrieb und der Berufsschule unterstützen und gleichzeitig auch Hilfestellung in privaten Fragen ermöglichen?

SPEZIALGERÄTE SCHMÖLLN ABLÄNGTECHNIK GMBH,
SCHMÖLLN

Die Spezialgeräte Schmölln Ablängtechnik GmbH (SGS) ist ein Automobilzulieferer, der auf Rohrbearbeitung spezialisiert ist. Zu den rund 35 Mitarbeitern des Unternehmens zählt seit August 2016 auch Ahmad Asghari aus Afghanistan, der zum Maschinen- und Anlagenführer ausgebildet wird.

Konstantin Kupka, Geschäftsführer der SGS, setzt bei der Integration des neuen Mitarbeiters in den Arbeitsalltag auch auf externe Unterstützung.

Wie sah diese Unterstützung konkret aus?

Die Flüchtlingskoordinatorin unserer IHK hat uns gemeinsam mit der Diakonie in Altenburg bei den ersten Schritten unterstützt: Von der Kontaktaufnahme über eine Vorauswahl der Bewerber bis hin zur Hilfe bei rechtlichen Fragen konnten anfängliche Hürden schnell aus dem Weg geräumt werden. Bei der Integration in den Arbeitsalltag unterstützt uns seit Kurzem außerdem der Senior Experten Service (SES).

Welche Rolle übernimmt der Senior Experten Service (SES) genau?

Im Rahmen der SES-Initiative „VerA – Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen“ unterstützt ein Ausbildungsbegleiter – in unserem Fall ein pensionierter Informatiker – Herrn Asghari beim Erlernen der Ausbildungsinhalte. Die beiden wiederholen z. B. Fachbegriffe und auch ganz praktische Themen aus der Fertigung, wie das Messen von Bauteilen und die Berechnung von Radien. Aber auch bei privaten Herausforderungen, z. B. dem Erwerb des Führerscheins, kann der Ausbildungsbegleiter mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Wie können andere Unternehmen von dem Programm profitieren?

Ich kann nur jedem raten, sich Unterstützung zu suchen. Um eine erfolgreiche Integration zu ermöglichen, braucht man neben praktischer Hilfe im Betrieb auch Menschen, die im Privatleben unterstützen. Der Senior Experten Service ist ein Ansprechpartner, der fachliche und soziale Kompetenzen verbindet.

Arbeitsalltag bewältigen

Sie wollen Ihre neue Mitarbeiterin/Ihren neuen Mitarbeiter auch bei ganz praktischen Fragestellungen im Arbeitsalltag unterstützen?

ARCO PERSONALDIENSTLEISTUNGS- & BERATUNGSGESELLSCHAFT
MBH, STUTTGART

Die ARCo Personaldienstleistungs- und Beratungsgesellschaft mbH ist ein regional agierender Personaldienstleister mit vier Standorten in Süddeutschland. Im Jahr 2016 hat das Unternehmen bereits vier Geflüchtete in Arbeit vermittelt.

Thomas Bopp, Geschäftsführer von ARCo am Hauptsitz in Stuttgart, möchte auf das Potenzial, das sich durch Flüchtlinge für den Arbeitsmarkt in Zukunft eröffnet, nicht mehr verzichten.

Unterstützung im Alltag für die Geflüchteten spielt für Sie eine große Rolle: Welche Themen sind dabei für die Flüchtlinge besonders wichtig?

Wichtig ist die Unterstützung der Bewerber/Mitarbeiter bei behördlichen Angelegenheiten. Die Flüchtlinge benötigen bei uns zum Beispiel sehr kurzfristig eine Arbeitserlaubnis. Beim Ausfüllen der entsprechenden Anträge und bei der Kommunikation mit der Bundesagentur für Arbeit ist unsere Unterstützung sehr wichtig. Auch im Alltag kommen immer wieder Fragen zum Umgang mit Behörden und zur Wohnungssuche auf, bei denen wir die Mitarbeiter beraten und, wenn notwendig, die Kommunikation übernehmen.

Woher beziehen Sie und Ihre Mitarbeiter die Infos, um in diesen Themenbereichen zu beraten?

Wir sind im Bereich Personal seit 20 Jahren aktiv und haben das entsprechende Know-how, um allgemeine Fragen kompetent zu beantworten. Bei speziellen Fragen suchen wir Hilfe bei Institutionen wie z. B. AWO, Welcome-Center, Caritas usw.

Welchen Tipp haben Sie für andere Unternehmen, um Geflüchtete im Alltag zu unterstützen?

Gerade geflüchtete Menschen brauchen einen festen Ansprechpartner im Unternehmen, der ihnen Stabilität und Sicherheit in einem für sie fremden Umfeld vermittelt. Während der Beschäftigungszeit stellen wir daher jedem unserer neuen Mitarbeiter einen persönlichen Berater zur Seite, der sich sowohl um berufliche als auch um private Belange und Fragestellungen kümmert.

Paten- und Mentoringmodelle erfolgreich im Betrieb etablieren

Wie erleichtern Sie Menschen mit Fluchthintergrund den Start im Unternehmen? Was sollten Sie bei der Einführung von Patenmodellen bedenken?

PEHA GMBH, NEURUPPIN

Die PeHa GmbH ist ein Dienstleistungsunternehmen für die Bereiche Reinigung, Sicherheit, Grünflächenpflege und Winterdienst. Das Unternehmen wurde 2002 von Peter und Ivo Haase in Neuruppin gegründet. Unter den 70 Mitarbeitern im Betrieb sind inzwischen auch sieben Geflüchtete.

Für das Familienunternehmen war es schon immer wichtig, sich auch sozial zu engagieren. Und auch der Fach- und Arbeitskräftemangel in der Region war Motivation, sich für die Integration von Geflüchteten in Arbeit einzusetzen. Doch die Integration klappt nicht von alleine. Besonders wichtig ist, dass die Stammbelegschaft bereit ist, den neuen Kollegen unter die Arme zu greifen.

Wie gelingt die Integration von Mitarbeitern mit Fluchthintergrund in den Betrieb?

Ganz entscheidend ist es, die Stammbelegschaft frühzeitig mit ins Boot zu holen. Wir haben hier zum einen Kleingruppengespräche und Schulungen, u. a. zum Allgemeinen Gleichstellungsgesetz (AAG) und zur Willkommenskultur, für unsere Belegschaft organisiert, um damit die Basis für die erfolgreiche Integration zu legen. Außerdem haben wir allen neuen Kollegen von Anfang an einen „Buddy“ zur Seite gestellt.

Worin sehen Sie die größten Vorteile von Patenmodellen?

Die Buddys – deutsche Kollegen, die als Mentoren/Paten fungieren – stehen den neuen Mitarbeitern als Betreuer zur Seite und übernehmen außerdem die Einweisung in wichtige Arbeiten und die Unternehmenskultur. Ganz wichtig bei Patenmodellen ist außerdem der Zugang zur Sprache. Denn die lernt man am besten und schnellsten bei der täglichen Arbeit. Daher setzen wir die Mitarbeiter mit Fluchthintergrund immer gemeinsam mit deutschen Kollegen ein. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Buddys sowohl in den Betrieb als auch nach außen als wichtige Multiplikatoren für die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten wirken.

Und Ihr bester Tipp an andere Unternehmen?

Setzen Sie nichts voraus und versuchen Sie, sich von Anfang an in alle Richtungen offen zu verhalten. Eine offene Kommunikationskultur ist entscheidend und hilft, erfolgreich mit Missverständnissen und Herausforderungen umzugehen.

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