Unterstützung für Unternehmen und Ausbilder beim Start in die Berufsausbildung

Wie finden Sie den passenden Auszubildenden /die passende Auszubildende mit Fluchthintergrund für Ihren Betrieb? Wer unterstützt die Ausbilder/-innen im Arbeitsalltag? Und wer hilft bei der Vermittlung von berufsbezogenen Sprachkenntnissen und unterstützt bei privaten Problemen und behördlichen Angelegenheiten?

Die REWE Group ist einer der führenden Handelsund Touristikkonzerne in Deutschland und Europa. Insgesamt arbeiten rund 330.000 Mitarbeiter/-innen in 19 europäischen Ländern bei dem Unternehmen mit Hauptsitz in Köln. Im REWE Center in Hamburg-Billstedt werden sie seit 2015 auch durch zwei Auszubildende mit Fluchthintergrund unterstützt.

REWE CENTER, HAMBURG-BILLSTEDT

Daniela Rodrigues, Leiterin des HR-Kompetenzcenters in der Zweigniederlassung Nord, hält die Sprachkenntnisse der neuen Mitarbeiter für den Schlüssel zur erfolgreichen Arbeitsmarktintegration. Gemeinsam mit der Initiative JOBLINGE hat REWE deshalb einen berufsbezogenen Sprachkurs für den Einzelhandel entwickelt.

Welche Rolle spielen Sprachkenntnisse für Sie bei der Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten?

Sprachkenntnisse sind für uns sehr wichtig. Alle Mitarbeiter in unseren Märkten sind ständig in direktem Kontakt mit den Kunden und müssen daher Deutsch sprechen können.

Wie kamen Sie auf die Idee, gemeinsam mit JOBLINGE an einem Sprachkurs zu arbeiten?

Wir haben schnell gemerkt, dass vor allem spezifische Vokabeln für den Einzelhandel in Sprachkursen komplett fehlen. JOBLINGE hat dann angeboten, gemeinsam mit uns einen berufsbezogenen Sprachkurs für den Einzelhandel zu entwickeln. Gemeinsam mit einer Kollegin aus dem Ausbildungsbereich, einem Marktchef und einem Auszubildenden wurden entlang eines kompletten Arbeitstags Vokabellisten erstellt, die die relevanten Begriffe für den entsprechenden Ausbildungsberuf beinhalten. Aus diesen Listen entwickelte JOBLINGE dann Trainerleitfäden und Sprachkursmaterialien, die beim Unterricht unserer Auszubildenden zum Einsatz kommen.

Welchen Rat können Sie anderen Unternehmen geben?

Es gibt keinen Masterplan für die Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen. Wir haben gemerkt, dass es wichtig ist, immer ganz individuell auf den einzelnen Mitarbeiter einzugehen, auch offen für Probleme und Herausforderungen zu sein und gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen.