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Regionalbotschafter    2025/26   Bayern

4 Fragen

an unseren Regionalbotschafter
aus Bayern

Veröffentlicht am: 02.09.2025

Ein Interview mit Steven Theilig von der VITREA Rehaklinik Berching GmbH

Um bundesweit Best Practices zu erarbeiten, hat das NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge im siebten Jahr Betriebe aus den einzelnen Bundesländern ausgewählt, die für ein Jahr den Titel „Regionalbotschafter*in“ tragen. So entsteht ein Netzwerk von Expert*innen, das die Arbeitsmarktintegration praktisch lebt und die Expertise an Unternehmen in der Region weitergibt. In Form von kurzen Interviews möchten wir hier unsere Regionalbotschafter*innen vorstellen.

Für Bayern sprachen wir mit unserem Regionalbotschafter Steven Theilig. Als Standortleitung der VITREA Rehaklinik Berching GmbH, sowie Integrationsbeauftragter der VITREA Klinik Kipfenberg GmbH hat er in den vergangenen 5 Jahren mehr als 150 Pflegefachkräfte, Ärzte, Therapeuten und weitere Berufsgruppen aus dem Ausland in die Einrichtungen der VITREA Gesundheit Deutschland begleitet.


Ich bin Regionalbotschafter, weil…

… Fachkräfte- und Azubigewinnung, sowie die Integration von Mitarbeitenden aus Drittstaaten sind für uns seit geraumer Zeit ein Bestandteil, um dem Fachkräftemangel im Gesundheitswesen entgegenzuwirken. Für uns als Unternehmen ist es eine Selbstverständlichkeit, Menschen mit Flucht- und Zuwanderungsgeschichte im Arbeitsleben eine Chance zu geben und sie in ihrer beruflichen Entwicklung zu begleiten und zu unterstützen.

Was war Ihre beste Erfahrung in der Arbeit mit Geflüchteten und Zugewanderten?

Wir sehen Weiterqualifizierungen als einen Weg, um Geflüchteten eine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Ein Start im Servicebereich kann dabei dann z.B. mit Hilfe von Weiterqualifizierungen zur Ausbildung zur Pflegehilfskraft führen und letztlich in der Ausbildung zur Pflegefachkraft münden. Auch ältere Menschen mit Fluchterfahrung bilden wir so zu qualifizierten Fachkräften weiter, die sehr dankbar und motiviert in unseren Kliniken beschäftigt sind.

Wo sehen Sie die größten Herausforderungen in der mit Geflüchteten und Zugewanderten?

Die Herausforderungen bestehen für uns als Arbeitgeber vor allem in den sich ständig ändernden Regelungen und Vorschriften, die sich zudem von Bundesland zu Bundesland und sogar auf Landkreisebene unterscheiden. Hier braucht es einen langen Atem. Im Bereich der Anerkennung wurde in Bayern mit der „Fast Lane“ z.B. ein Instrument geschaffen, das diesen Teil des Einwanderungsprozesses für unsere Kliniken erleichtert. Ähnliche Ansätze wünsche ich mir auch für andere Bereiche.

Den Betrieben in Bayern gebe ich mit:

Zugewanderte können hochmotiviert sein und bringen eine Vielzahl von Qualifikationen und Erfahrungen aus ihren Heimatländern ins Unternehmen und ihre Aufgaben mit ein. Um das gegebene Potenzial auszuschöpfen, muss der Integrationsprozess jedoch sehr gut vorausgeplant und intensiv begleitet werden. Das geht von der Erstwohnung über Mietverträge, Behördengänge, Aufklärungen über Arbeitserlaubnisse, die Vorbereitung der Kliniken mit ihrem Stammpersonal. Wir haben z.B. eine Liste, welche Mitarbeiter welche Sprache sprechen und können so bei Verständnisschwierigkeiten jemanden holen, der bei Übersetzungen unterstützen kann. Integration braucht immer auch Vertrauen! Mein Tipp: Es braucht eine Person, die hierfür hauptverantwortlich zuständig und mit genügend Zeitressourcen ausgestattet ist.