Regionalbotschafter
4 Fragen
an unseren Regionalbotschafter
aus Niedersachsen

Ein Interview mit Markus Herbst von der Versorgungsbetriebe Hann. Münden GmbH
Um bundesweit Best Practices zu erarbeiten, hat das NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge im siebten Jahr Betriebe aus den einzelnen Bundesländern ausgewählt, die für ein Jahr den Titel „Regionalbotschafter*in“ tragen. So entsteht ein Netzwerk von Expert*innen, das die Arbeitsmarktintegration praktisch lebt und die Expertise an Unternehmen in der Region weitergibt. In Form von kurzen Interviews möchten wir hier unsere Regionalbotschafter*innen vorstellen.
Für Niedersachsen sprachen wir mit unserem Regionalbotschafter Markus Herbst. Als Personalreferent bei der Versorgungsbetriebe Hann. Münden GmbH setzt er sich für die Arbeitsmarktintegration Geflüchteter ein. Diese Erfahrungswerte möchte er nun weiter geben.
Ich bin Regionalbotschafter, weil …
… wir bei VHM überzeugt sind, dass gesellschaftliche Verantwortung nicht an dem Werkstor endet. Als kommunales Unternehmen stehen wir für Respekt, Zusammenhalt, und nachhaltige Entwicklung. Die Rolle als Regionalbotschafter gibt uns die Möglichkeit, unsere Erfahrungen zu teilen und andere Betriebe zu ermutigen Menschen eine echte Perspektive zu bieten.
Meine beste Erfahrung in der Arbeit mit Geflüchteten ist, …
… die Entwicklung unseres Auszubildenden aus dem Iran. Er kam erst vor wenigen Jahren nach Deutschland – ohne Sprachkenntnisse. Heute verkürzt er seine Ausbildung zum Fachangestellten für Bäderbetriebe von drei auf zwei Jahre mit fantastischen Noten. Wir haben ihn beim Erwerb seines B2-Zertifikats unterstützt, er hat eigenständig seinen Führerschein gemacht und beeindruckt inzwischen nicht nur uns, sondern auch seine Lehrer. Unser Ziel ist es, ihn nach der Ausbildung auf dem Weg zum Meister zu begleiten. Diese Erfolgsgeschichte macht uns stolz – und zeigt, was möglich ist, wenn man Potenziale erkennt und fördert.
Schwierig war bei uns zunächst …
… die Orientierung im bürokratischen Umfeld. Aufenthaltsstatus, Sprachförderung, Anerkennung von Qualifikationen – all das war für uns Neuland. Aber durch die Zusammenarbeit mit lokalen Beratungsstellen und das Netzwerk des Projekts „Unternehmen integrieren Flüchtlinge“ konnten wir schnell lernen und passende Lösungen finden.
Den Betrieben in Niedersachsen gebe ich mit, …
… den Mut, einfach anzufangen. Es braucht nicht sofort ein großes Integrationsprogramm – oft reicht ein Praktikumsplatz oder ein Gespräch mit einem Bewerber, um den ersten Schritt zu machen. Und: Vernetzt euch! Die Erfahrungen anderer helfen enorm, und gemeinsam können wir viel bewegen.
