4 Fragen
an unseren Regionalbotschafter
aus Bremen

Ein Interview mit Peter Bollhagen von der Pero + Partner Malereibetrieb GmbH
Um bundesweit Best Practices zu erarbeiten, hat das NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge im siebten Jahr Betriebe aus den einzelnen Bundesländern ausgewählt, die für ein Jahr den Titel „Regionalbotschafter*in“ tragen. So entsteht ein Netzwerk von Expert*innen, das die Arbeitsmarktintegration praktisch lebt und die Expertise an Unternehmen in der Region weitergibt. In Form von kurzen Interviews möchten wir hier unsere Regionalbotschafter*innen vorstellen.
Für Bremen sprachen wir mit unserem Regionalbotschafter Peter Bollhagen. Als Geschäftsführer der Pero + Partner Malereibetrieb GmbH setzt er sich für die Arbeitsmarktintegration von Menschen mit Flucht- und Zuwanderungshintergrund ein. Diese Erfahrungswerte möchte er nun weiter geben.
Ich bin Regionalbotschafter, weil …
… ich aus eigener Erfahrung weiß, wie wertvoll Vielfalt im Betrieb ist. Die Entscheidung, Geflüchtete einzustellen, war anfangs von sozialem Engagement geprägt – heute ist sie auch eine klare wirtschaftliche Notwendigkeit. In meinem Betrieb arbeiten rund 30 Mitarbeitende und Auszubildende aus mittlerweile über zehn Herkunftsländern. Ich bekomme dafür motivierte, zuverlässige Mitarbeitende, die mit großer Einsatzbereitschaft überzeugen. Diese positiven Erfahrungen möchte ich weitergeben.
Meine beste Erfahrung in der Arbeit mit Geflüchteten ist …
… die Entwicklung eines jungen syrischen Mitarbeiters, der bei uns seine Ausbildung gemacht und kürzlich den praktischen Teil seiner Meisterprüfung bestanden hat. Er wird nächstes Jahr als Prokurist bei uns einsteigen und perspektivisch einer meiner Nachfolger in der Geschäftsführung. Dass jemand so ehrgeizig diesen Weg gehen kann – vom Lehrling zum Mitinhaber – zeigt, wie viel Potenzial in diesen jungen Menschen steckt, wenn man ihnen Vertrauen und eine Chance gibt.
Schwierig war bei uns zunächst …
… die sprachliche Hürde – besonders bei Prüfungen und komplexen Arbeitsanweisungen. Wir reagieren darauf, indem wir schrittweise unsere internen Abläufe digitalisieren und vereinfachen werden. Kommunikation über das Handy, klare Formulierungen und Übersetzungsmöglichkeiten helfen, Missverständnisse im Arbeitsalltag zu vermeiden. Trotzdem bleibt die Sprache eine zentrale Herausforderung, die Zeit und Geduld erfordert.
Den Betrieben in Bremen gebe ich mit …
… Offenheit und Geduld mitzubringen. Man muss sich trauen, einfach mal zu machen – auch wenn nicht alles sofort glatt läuft. Wer bereit ist, sich auf neue Mitarbeitende einzulassen, wird feststellen: Das funktioniert oft besser, als man denkt, trotz mancher Herausforderungen. Aber mit etwas anfänglicher Geduld und klarer Kommunikation lässt sich vieles lösen. Bei uns gilt: Alle können jederzeit zu mir kommen, wenn es Probleme gibt. Im Betrieb zählt der respektvolle Umgang miteinander, das gilt für Mitarbeitende genauso wie für Kundinnen und Kunden. Wer das nicht mitträgt, passt nicht zu uns. Ich glaube, wenn man das klar lebt und kommuniziert, funktioniert die Zusammenarbeit sehr gut – auch über unterschiedliche Hintergründe hinweg.

