arrow-down-smallarrow-downarrow-left arrow-rightcameraclose-blueclosedownload-linkexternal-linkinfomenusafetysearchsupportuser

„Integration gelingt am Arbeitsmarkt“ – Jahrestagung des NETZWERKs Unternehmen integrieren Flüchtlinge

Fachbegriffe schwirren durch die Sitzungsräume - ausbildungsbegleitende Hilfen, Teilzeit-Sprachkurse, Einstiegsqualifizierungen… An den Flipcharts sammeln sich Schlagworte, Stichpunkte, Ideen. Bunte Moderationskarten und kleine Post-its füllen die Moderationswände. Die Grafic Recorder, die die Gespräche und Gedanken, die Fragen und Antworten, die Erfahrungen und Lösungsansätze grafisch aufarbeiten, kommen kaum mit.

Es herrscht Arbeitsatmosphäre, Konzentration, Fokussierung: Wo haben Sie Geflüchtete finden können, die zu Ihrem Unternehmen passen? Wie klappt das mit der Ursprungs-Belegschaft? Muss man sich etwa selbst um Deutschkurse kümmern? Wer ist der Ansprechpartner in der Ausländerbehörde und woher weiß ich, ob mein mühsam ausgesuchter Azubi nicht nächsten Monat abgeschoben wird?

Unternehmerinnen und Unternehmer berichten von ihren Erfahrungen, tauschen sich aus, lernen voneinander. IHK-Flüchtlingskoordinatoren und Willkommenslotsen, Vertreter von Ehrenamts-Initiativen und andere Integrations-Akteure bieten ihren Service an, erklären, wo sie unterstützen können.

Auf drei Ebenen im Haus der Deutschen Wirtschaft konferieren rund 300 Teilnehmer bei der Jahrestagung des NETZWERKs Unternehmen integrieren Flüchtlinge. Auch in den Pausen gehen die Diskussionen weiter… Der Gesprächsbedarf ist enorm, die Kreativität auch.

Die mehr als 1.000 Mitgliedsunternehmen haben durch ihr enormen Engagement schon viel auf die Beine gestellt: Eine Umfrage unter ihnen hat ergeben, dass 300 NETZWERK-Mitglieder, davon mehr als die Hälfte kleine und mittelständische Unternehmen, insgesamt bereits rund 2.500 Geflüchteten einen betrieblichen Einstieg ermöglicht haben: Praktika, Ausbildungen, Einstiegsqualifizierungen, feste Jobs.

Soviel Arbeit verdient Anerkennung. Und die zollen Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel und DIHK-Präsident Eric Schweitzer den NETZWERK-Mitgliedern: „Ihr Engagement ist beispielhaft, viele weitere Unternehmen können davon profitieren“, erklärte Schweitzer zum Auftakt der Tagung. Bundesminister Gabriel betont, wie wichtig es sei, den geflüchteten Menschen eine realistische berufliche Perspektive zu geben: „Das Engagement insbesondere der vielen kleinen und mittelständischen Betrieben bei der Integration von Flüchtlingen ist beeindruckend.“

Besonderes Highlight der Tagung ist ohne Zweifel die Ehrung des 1.000 Mitgliedsunternehmens: HEIFO Rüterbories aus Osnabrück. In eindringlichen Worten und mit vielen sehr konkreten Beispielen schildert Geschäftsführer Martin Rüterbories, welche Hürden man als Mittelständler bei der Integration Geflüchteter überwinden muss, welche Chancen andererseits daraus auch erwachsen können. Damit spricht er wohl den meisten Mitgliedsunternehmen aus der Seele.

Auch DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben besucht die Workshops gemeinsam mit Projektleiterin Christina Mersch. Nach einem ganzen Tag intensiven Erfahrungsaustausch weiß er, worauf sich die enorme Motivation der NETZWERK-Mitgliedsunternehmen gründet: „Auf Wissen, Engagement und Spirit!“