Dr. Eric Schweitzer, Präsident des DIHK, auf der Netzwerktagung 2016.

Dr. Eric Schweitzer, Präsident des DIHK, auf der Netzwerktagung 2016.

 

DIHK veröffentlicht Erfahrungen der letzten zwei Jahre

Wirtschaft weiterhin sehr engagiert bei der Integration

30.01.2018. Das im Dezember 2015 von der IHK-Organisation gestartete Aktionsprogramm „Ankommen in Deutschland – Gemeinsam unterstützen wir Integration!“ trägt Früchte: Bundesweit setzen sich die 79 Industrie- und Handelskammern (IHKs) und viele Unternehmen dafür ein, Flüchtlinge in Ausbildung und Beschäftigung zu bringen.

 

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) legt nach zwei Jahren eine Zwischenbilanz des Erreichten vor. „Das Engagement der Unternehmen bei der Beschäftigung und Ausbildung von Flüchtlingen ist weiterhin hoch“, fasste DIHK-Präsident Eric Schweitzer den Sachstand gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“ zusammen. Gerade in den Bereichen Gastronomie, Verkehr und Logistik mit ihren besonders ausgeprägten Fachkräfteengpässen hätten die Betriebe großes Interesse.

 

„Das 2016 eingeführte Integrationsgesetz wirkt sich aus Sicht der IHKs insgesamt positiv aus und unterstützt das Engagement der Betriebe“, so der DIHK-Präsident weiter. „Insbesondere die Aussetzung der Vorrangprüfung in vielen Agenturbezirken und die 3+2-Regelung zur Ausbildungsduldung schaffen mehr Rechtssicherheit.“ Allerdings wünsche sich ein Großteil der Unternehmen eine bundesweit einheitliche Umsetzung dieser Regelung.

 

Daneben komme dem Spracherwerb enorme Bedeutung zu, betonte Schweitzer. „Daher sehen wir den erleichterten Zugang und eine mögliche Teilnahmeverpflichtung zu Integrationskursen für Asylsuchende mit guter Bleibeperspektive positiv.“ Doch bestehe noch weiterer Handlungsbedarf: „Fast drei Viertel der IHKs halten das Angebot an berufsbezogenen Sprachkursen noch nicht für ausreichend.“ In etlichen Regionen stelle die Mindestteilnehmerzahl von 15 eine Hürde dar.

 

„Es kann nicht sein, dass jemand, nur weil er nicht in einer Metropolregion arbeitet, einen schlechteren Zugang zum Deutschkurs hat“, kritisierte der DIHK-Präsident. „Hier brauchen wir flexiblere Lösungen – beispielsweise Kurse für Kleinstgruppen. Auch Webinare über das Internet sind eine gute Option. Und die Sprachkurse müssen noch kompatibler zu betrieblichen Arbeits- und Ausbildungszeiten werden – zum Beispiel durch Wochenendangebote.“

 

Zwischenbilanz: Integration von Flüchtlingen nachhaltig unterstützen: Erfahrungen aus zwei Jahren IHK-Aktionsprogramm „Ankommen in Deutschland“ PDF)

 

 

Quelle: Pressemitteilung auf dihk.de