Fasten während des Ramadans

Wie gehen andere Betriebe mit Mitarbeitern um, die während des Ramadans fasten, und welche Ideen und Tipps gibt es zur Schicht- und Einsatzplanung in dieser Zeit, fragte NUiF Unternehmer Johannes Jeutter und seinen Auszubildenden Aman Moradi. Herr Jeutter ist Inhaber eines Landschaftsbaubetriebes und beschäftigt 25 MitarbeiterInnen, unter ihnen auch Auszubildende mit Fluchthintergrund. Für die Innovationskraft sowie auch für das Engagement für Geflüchtete erhielt das Unternehmen in diesem Jahr den Mittelstandspreis für soziale Verantwortung.

 

Aman Moradi ist 19 Jahre alt und kommt aus Afghanistan. Derzeit absolviert er eine Ausbildung zum Landschaftsgärtner. Sein Chef Johannes Jeutter ist überzeugt, dass die Arbeit als Landschaftsgärtner auch während des Ramadans gut möglich ist, wenn beide Seiten an einem Strang ziehen.

 

Passen Fasten während des Ramadans und die Arbeit in einem deutschen Betrieb zusammen?

 

Aman Moradi: Mir ist es wichtig, meine Religion zu leben. Im Ramadan darf ich nichts essen und nichts trinken. Letztes Jahr habe ich in der Zeit des Ramadans ein Praktikum als Gärtner gemacht und ich habe mich an die Regeln des Fastens gehalten. Wenn es mir körperlich gut geht, will ich das auch weiterhin so halten. Wenn ich krank bin oder angeschlagen, erlaubt es mir meine Religion, dass ich so weit wie nötig, etwas zu mir nehme oder die Fastentage nachhole (Koran, Sure 2, Vers 185).

 

Wie gehen Sie mit Mitarbeitern um, die während des Ramadans fasten?

 

Johannes Jeutter: Aman lernt bei uns Landschaftsgärtner. Er ist ein sehr angenehmer und intelligenter Mensch. Er ist motiviert und ernsthaft. Deshalb finde ich es wichtig, dass er seinen inneren Bedürfnissen nachkommt. Niemand sollte dahingehend verbogen werden. Allerdings unterliegen wir den Zwängen der mitteleuropäischen Natur und die fordert vom Gärtner im Frühjahr einiges ab. Und wir können in der Zeit des Ramadans keinen großen Urlaub gewähren, weil genau hier unser Geld verdient werden muss. Deshalb hoffe ich, dass unsere muslimischen Gärtner sich ihrer körperlichen Grenzen bewusst sind und wenn es hart auf hart kommt, auch in der Lage sind, sich dementsprechend zu verhalten.

 

Was empfehlen Sie anderen Betrieben?

 

Johannes Jeutter: Suchen Sie das Gespräch mit Ihren Mitarbeitern: Offenheit für Neues und flexible Lösungen für die Zeit während des Ramadans lassen sich so am besten finden. Kommunikation ist alles und man nähert sich am besten an, wenn man die Sorgen und Einstellungen des anderen ernst nimmt, aber auch seinen Standpunkt sachlich und deutlich klarmacht.

 

Wichtige Tipps zu Schicht- und Einsatzplanung in Betrieben während des Ramadans, erhalten Sie hier im neuen Wegweiser!