Fördermöglichkeiten für die Ausbildung
Eine Berufsausbildung ist für viele junge Menschen eine Herausforderung. Für Azubis mit Fluchterfahrung können insbesondere der Berufsschulunterricht und die Fach- und Prüfungssprache Probleme bereiten. Frühzeitige Förderung ist daher ein wichtiger Schlüssel, um den Erfolg der Ausbildung zu gewährleisten.

Generell gilt:
Die Angebote der Bundesagentur für Arbeit sind vielfältig. Neben Vorbereitung auf die und Unterstützung während der Ausbildung, können auch finanzielle Hilfen und Sprachkursangebote für Sie als Betrieb und Ihre Azubis in Frage kommen.
Downloads und Links zum ThemaAlle Fördermöglichkeiten auf einen Blick
Bitte beachten Sie, dass neben den hier aufgeführten bundesweiten Angeboten auch regionale Angebote der Bundesländer oder Kommunen für Ihre Auszubildenden in Frage kommen können. Informieren Sie sich daher zusätzlich bei Ihrem Arbeitgeberservice auch über regionale Fördermöglichkeiten. Detaillierte Informationen darüber, wie Sie Ihre Auszubildenden sprachlich fördern können, finden Sie auf der Unterseite „Sprache“.
Die Einstiegsqualifizierung ist ein vier- bis zwölfmonatiges sozialversicherungspflichtiges Vollzeitpraktikum im Unternehmen mit – in den allermeisten Bundesländern – integriertem Besuch der Berufsschule. Damit bietet die EQ eine gute Möglichkeit, den Betrieb und die duale Ausbildung kennenzulernen. Die EQ startet meist am 1. Oktober eines Jahres. Bei anschließender Ausbildung kann die Ausbildungszeit um bis zu 6 Monate verkürzt werden. Die EQ hat sich bei unseren Mitgliedsunternehmen als eine gute Möglichkeit etabliert, um zukünftige Azubis mit Fluchterfahrung kennenzulernen und bereits vorhandene Kompetenzen festzustellen. Darüber hinaus kann in der EQ bereits auf den Ausbildungsstart vorbereitet werden. Die Agenturen für Arbeit oder die Jobcenter fördern die EQ durch einen Zuschuss zur Praktikumsvergütung und eine Pauschale für die Beiträge zur Sozialversicherung.
Mit den Instrumenten der Assistierten Ausbildung lässt sich vielfältige Unterstützung organisieren. Die AsA (manchmal auch AsA flex genannt) wird flexibel an die individuellen Bedarfe angepasst und bietet den Auszubildenden beispielsweise Sprachunterricht, Prüfungsvorbereitung, fachtheoretischen Nachhilfeunterricht oder sozialpädagogische Betreuung. Die Betriebe selbst können Unterstützung beim Erstellen von Qualifizierungsplänen oder Coachings für die Ausbildenden erhalten. Die Teilnahme an der AsA kann zu jedem Zeitpunkt der Ausbildung beginnen. Es ist auch eine Vorphase vor der Ausbildung möglich und die AsA kann mit einer Einstiegsqualifizierung kombiniert werden.
Zur finanziellen Unterstützung des Auszubildenden kann Berufsausbildungsbeihilfe beantragt werden. Diese staatliche Förderung soll den Lebensunterhalt von Auszubildenden sichern, die nicht mehr im Elternhaus wohnen. Die BAB wird zunächst für 18 Monate bewilligt und muss dann erneut beantragt werden. Der Antrag sollte so früh wie möglich nach der Unterzeichnung des Ausbildungsvertrages von den Auszubildenden selbst gestellt werden. Als Betrieb können Sie unterstützen, indem Sie auf die Möglichkeit der Berufsausbildungsbeihilfe hinweisen und bei Bedarf bei der Beantragung unterstützen.
Neben den Instrumenten der Bundesagentur für Arbeit haben viele Betriebe gute Erfahrungen mit zusätzlichen Unterstützungsangeboten für Ihre Azubis durch ehrenamtliche Programme und soziale Träger gemacht. Im Rahmen des Programms „VerAplus – Verbesserung von Ausbildungserfolgen“ unterstützen ehrenamtliche Fachleute im Ruhestand Azubis bei Problemen im Betrieb oder der Berufsschule sowie privaten Sorgen. Die Unterstützung ist kostenfrei und bundesweit verfügbar.
Neben den bereits genannten Förderinstrumenten können Betriebe auch proaktiv eigene Unterstützungsformate organisieren. Viele Unternehmen stellen beispielsweise Räumlichkeiten zum Lernen zur Verfügung oder unterstützen bei der Organisation von Nachhilfegruppen für ihre Auszubildenden. Darüber hinaus bieten viele Kammern in Zusammenarbeit mit dem NETZWERK kostenlose Kurse zur Prüfungsvorbereitung an. Die aktuellen Termine für diese Kurse finden Sie auf unserer Webseite.
EQ erleichtert das Kennenlernen
„Als Unternehmen hat man die Möglichkeit, EQ-Teilnehmende über einen vergleichsweise langen Zeitraum bei der täglichen Arbeit kennenzulernen. Gleichzeitig können die TeilnehmerInnen die Berufsschule besuchen und in Sprachkursen ihre Deutschkenntnisse verbessern. Der Einstieg in die
Ausbildung gelingt dann viel unkomplizierter.“
Limtronik GmbH


Ehrenamtliche Unterstützung nutzen
„Dank der Initiative ,VerA plus´ des Senior Experten Service (SES) haben wir wertvolle und kostenlose Hilfe bei der Integration unseres Mitarbeiters Ahmad Asghari erhalten. Ein pensionierter Informatiker unterstützte ihn nicht nur beim Erlernen der Ausbildungsinhalte, sondern auch bei praktischen Themen aus der Fertigung und privaten Herausforderungen. Diese Kombination aus fachlicher und sozialer Unterstützung ist für uns von unschätzbarem Wert und trägt maßgeblich zu einer erfolgreichen Integration bei.“
Konstantin Kupka, Geschäftsführer SGS
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Eine Tabelle gibt einen Überblick über Förderangebote und Zugangswege für Azubis
Detaillierte Infos rund um die Ausbildung von Geflüchteten
Broschüre und dazugehöriges Workbook zum Thema Prüfungsvorbereitung geben Betrieben und Azubis Tipps, wie die Prüfung erfolgreich sind
Knappe Praxistipps rund um Ausbildung und Prüfung
Externe Tipps & Links
Informationen zum Förderinstrument von der Bundesagentur für Arbeit
Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag stellt Infos rund um die EQ zusammen
