Deutsch lernen
Für eine Berufsausbildung in Deutschland benötigen Azubis aus Drittstaaten ein Sprachniveau von mindestens B1. Der Spracherwerb sollte von Ihnen als Betrieb auch nach Start im Ausbildungsberuf eng begleitet werden. Wir erklären Ihnen, wie dies in der Praxis aussehen kann.

Sprachkenntnisse richtig einschätzen
Um die Deutschkenntnisse Ihrer Azubis aus dem Ausland einzuschätzen, können Sie sich am „Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen für Sprachen (GER)“ orientieren. Dieser unterteilt die Sprachkompetenz in drei Level:
- Level A1 bis A2: Elementare Sprachanwendung
- Level B1 bis B2: Selbstständige Sprachanwendung (für die Berufsausbildung empfohlenes Niveau)
- Level C1 bis C2: Kompetente Sprachanwendung
Schon im Bewerbungsprozess ist es wichtig, sich ein realistisches Bild über die Deutschkenntnisse Ihrer zukünftigen Auszubildenden zu verschaffen. Achten Sie dabei vor allem auf die Aktualität vorhandener Sprachzertifikate. Diese sollten nicht älter als 6 Monate sein.
Neben den Sprachniveaus lohnt es sich auch darauf zu achten, wie Sprache im Heimatland gelernt wurde. Liegen bereits Erfahrungen mit Fremdsprachenlernen vor und wie ist der Bildungsstand der Bewerber*innen? Wie stark waren die Kandidat*innen während des Deutschlernens eingebunden (z.B. berufstätig oder Care-Arbeit)? Und auch die Qualität des Sprachunterrichts spielt eine große Rolle. Das Goethe-Instituts gibt Tipps, wie man gute Deutschkurse erkennt. Achten Sie außerdem darauf, dass alle Fertigkeiten gleichermaßen erlernt wurden und die Prüfergebnisse sowohl beim Sprechen, Schreiben, Hören und Lesen stimmen.
Möglichkeiten der Sprachförderung für Azubis aus Drittstaaten
Für die Ausbildung empfehlen wir ein Sprachniveau von B2. Sollte dies bei der Einreise der Azubis noch nicht vorhanden sein, empfiehlt es sich, den Besuch weiterer Sprachkurse zu organisieren. Hier gibt es Angebote vor und während der Berufsausbildung. Außerdem können Sie auch aktiv das Sprache lernen im Betrieb unterstützen.
Schon vor dem Start der Ausbildung können Azubis aus Drittstaaten in Deutschland einen vorbereitenden Deutschsprachkurs besuchen. Der Aufenthalt ist über den Aufenthaltstitel zum Zweck der Berufsausbildung nach §16a AufenthG abgedeckt. Bei Beantragung des Visums im Herkunftsland muss der Wunsch einen solchen Deutschsprachkurs zu besuchen, entsprechend angegeben werden. Eine Berechtigung zur Teilnahme muss vorab beim BAMF eingeholt werden.
Im Rahmen der Berufssprachkurse des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge gibt es spezielle Azubi-Berufssprachkurse. Der Fokus der Kurse liegt auf den konkreten Ausbildungsinhalten, der Fachsprache und der Vorbereitung auf Zwischen- und Abschlussprüfung. Ein großer Vorteil für Sie als Betrieb: Das Angebot ist kostenfrei und wird häufig direkt am Lernort Berufsschule angeboten. Kurse können ab sieben Teilnehmenden starten. Eine Berechtigung zur Teilnahme erhalten Ihre Azubis direkt beim BAMF. Auf Kursnet können Sie nach Kursen, die in Betriebsnähe angeboten werden, suchen.
Der Sprachunterricht findet zusätzlich zur Ausbildung statt. Um die Teilnehmenden nicht zu überlasten, ist eine Freistellung für den Unterricht hilfreich.
Der Einsatz von einfacher Sprache kann den Start Ihrer Azubis aus dem Ausland im Betrieb erleichtern. Bereits kleine Tricks und Kniffe ermöglichen eine bessere Kommunikation für den Einstieg. Gerade während der Berufsausbildung ist aber auch das Erlernen der Fachsprache unerlässlich. Auch mit der Prüfungssprache und typischen Signalwörtern in Prüfungsaufgaben und deren Unterschieden – wie z.B. „Nennen Sie …“ oder „Beschreiben Sie …“ – sollten sich Ihre Azubis früh vertraut machen. Unser Workbook zur Prüfungsvorbereitung für Azubis hilft dabei.
Koch-Videos fördern das Sprachverständnis
„Mit den Koch-Videos bringen wir unsere Rezepte Deutschlernenden spielend näher. Die kurzen Videos werden u.a. von den Azubis selbst produziert und fördern Sprach-, Lese- und Hörverständnis gleichermaßen. So profitieren nicht nur neu eingereiste Auszubildende – auch langjährige Kolleg*innen mit Migrationsgeschichte können z.B. ihr Leseverständnis vertiefen.„
Andreas Zimmermann, Personalleitung MoschMosch GmbH

Das NETZWERK bietet für zahlreiche Branchen Vokabelflyer an. Sie führen wichtige Fachbegriffe auf, die jeweils in Kooperation mit Ausbildungsbetrieben entwickelt werden. In folgende Sprachen wird übersetzt: Englisch, Farsi, Arabisch Tygrinja, Russisch, Ukrainisch, Türkisch, Hindi, Vietnamesisch, Indonesisch, Französisch, Spanisch und Portugiesisch. Sie finden alle Vokabelflyer in der Mediathek.
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Für eine Vielzahl von Branchen bieten wir ein Grundvokabular in Übersetzung in dreizehn Sprachen (Arabisch, Englisch, Farsi, Französisch, Hindi, Indonesisch, Portugiesisch, Russisch, Spanisch, Tigrinya, Türkisch, Ukrainisch, Vietnamesisch)
Tipps und Informationen rund um Sprachlernen im Berufsalltag
In Kooperation mit dem BAMF geben wir einen Überblick über das Angebot der Berufssprachkurse des BAMF
Auch zu den Berufssprachkursen des BAMF, die sich gezielt an Auszubildende richten, bieten wir einen Info-Flyer in Kooperation mit dem BAMF
Erläuterungen zu typischen Floskeln aus dem Arbeitsalltag
Azubis aus dem Ausland finden und binden
Externe Tipps & Links
Kostenloses Online-Angebot zum Deutsch Üben – auch mit Fokus auf das Arbeitsleben
Zahlreiche kostenlose Kursangebote, auch mit Bezug auf das Arbeitsleben allgemein oder spezifische Berufsbilder
Umfangreiche kostenlose Sprachlernangebote der Deutschen Welle
Kostenlose App zum Lernen von berufsspezifischen Vokabeln
Kostenlose App, die neben Inhalten zum Deutsch lernen auch Infos rund um Asyl, Ausbildung, Arbeit und Leben in Deutschland bereitstellt
