Kategorie: 2025/26

  • Sina Köster und Alexandra Werdich

    Sina Köster und Alexandra Werdich

    4 Fragen

    an unsere Regionalbotschafterinnen
    aus Baden-Württemberg

    Veröffentlicht am: 16.12.2025

    Ein Interview mit Sina Köster und Alexandra Werdich von der DB InfraGO AG

    Um bundesweit Best Practices zu erarbeiten, hat das NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge im sechsten Jahr Betriebe aus den einzelnen Bundesländern ausgewählt, die für ein Jahr den Titel „Regionalbotschafter*in“ tragen. So entsteht ein Netzwerk von Expert*innen, das die Arbeitsmarktintegration praktisch lebt und die Expertise an Unternehmen in der Region weitergibt. In Form von kurzen Interviews möchten wir hier unsere Regionalbotschafter*innen vorstellen.

    Für Baden-Württemberg sprachen wir mit unseren Regionalbotschafterinnen Sina Köster und Alexandra Werdich. Beide verantworten bei der DB InfraGO AG die Integration und Qualifizierung internationaler Fachkräfte und Auszubildender für Berufe rund um die Schiene – von Gleisbau über Elektronik bis hin zur Zugverkehrssteuerung. Sie begleiten Kandidat*innen vom ersten Kontakt und stellen die nachhaltige Eingliederung in Deutschland und im Betrieb sicher .

    Wir sind Regionalbotschafterinnen, weil …

    … wir bei der DB InfraGO täglich sehen, wie wichtig internationale Fachkräfte für die Zukunft der Infrastruktur sind. Der Fachkräftemangel ist gerade in gewerblich-technischen Berufen der Instandhaltung und in eisenbahnspezifischen Berufen, wie der Zugverkehrssteuerin, spürbar. Integration ist für uns kein Nebenthema, sondern eine Grundvoraussetzung, damit unsere Teams zuverlässig und sicher zusammenarbeiten können.

    Unsere beste Erfahrung in der Arbeit mit Geflüchteten und Zugewanderten ist…

    …wenn aus anfänglicher Unsicherheit echte Zugehörigkeit entsteht. Besonders schön war zu sehen, wie sich unsere Azubis aus Tunesien nach intensiver sprachlicher Vorbereitung und einem strukturierten Onboarding in Ulm und Freiburg schnell im Team eingelebt haben. Heute sind sie nicht nur Teil der Ausbildung, sondern bringen neue Perspektiven und viel Motivation mit. Solche Erfolgsgeschichten bestätigen: Der Aufwand lohnt sich.

    Die größten Herausforderungen sind…

    … die Komplexität der Prozesse. Visa, Aufenthaltstitel, Sprachkurse – das dauert oft länger als geplant. Unterschiedliche Regelungen zwischen Bundesländern und Behörden machen es nicht einfacher. Hinzu kommen praktische Fragen wie bezahlbarer Wohnraum oder die Umsetzung der Anpassungsqualifizierung ausländischer Berufsabschlüsse. Wir haben gelernt: Frühzeitige Planung und enger Kontakt sind entscheidend. Regelmäßiger Austausch, digitale Vorstellungsvideos und persönliche Begleitung helfen, die Wartezeit zu überbrücken und Vertrauen aufzubauen.

    Den Betrieben in Baden-Württemberg geben wir mit:

    Trauen Sie sich! Internationale Fachkräfte bringen nicht nur Qualifikation, sondern auch enorme Lernbereitschaft und Vielfalt ins Unternehmen. Integration braucht Zeit und Ressourcen – von der Wohnungseinrichtung bis zur ersten Behördengang-Begleitung. Aber es lohnt sich: Wer frühzeitig Sprachförderung organisiert, soziale Kontakte ermöglicht und eine Ansprechperson für alle Fragen benennt, schafft die Basis für langfristige Bindung. Unser Tipp: Geduld und Offenheit sind die besten Werkzeuge. 

  • Steven Theilig

    Steven Theilig

    4 Fragen

    an unseren Regionalbotschafter
    aus Bayern

    Veröffentlicht am: 02.09.2025

    Ein Interview mit Steven Theilig von der VITREA Rehaklinik Berching GmbH

    Um bundesweit Best Practices zu erarbeiten, hat das NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge im siebten Jahr Betriebe aus den einzelnen Bundesländern ausgewählt, die für ein Jahr den Titel „Regionalbotschafter*in“ tragen. So entsteht ein Netzwerk von Expert*innen, das die Arbeitsmarktintegration praktisch lebt und die Expertise an Unternehmen in der Region weitergibt. In Form von kurzen Interviews möchten wir hier unsere Regionalbotschafter*innen vorstellen.

    Für Bayern sprachen wir mit unserem Regionalbotschafter Steven Theilig. Als Standortleitung der VITREA Rehaklinik Berching GmbH, sowie Integrationsbeauftragter der VITREA Klinik Kipfenberg GmbH hat er in den vergangenen 5 Jahren mehr als 150 Pflegefachkräfte, Ärzte, Therapeuten und weitere Berufsgruppen aus dem Ausland in die Einrichtungen der VITREA Gesundheit Deutschland begleitet.


    Ich bin Regionalbotschafter, weil…

    … Fachkräfte- und Azubigewinnung, sowie die Integration von Mitarbeitenden aus Drittstaaten sind für uns seit geraumer Zeit ein Bestandteil, um dem Fachkräftemangel im Gesundheitswesen entgegenzuwirken. Für uns als Unternehmen ist es eine Selbstverständlichkeit, Menschen mit Flucht- und Zuwanderungsgeschichte im Arbeitsleben eine Chance zu geben und sie in ihrer beruflichen Entwicklung zu begleiten und zu unterstützen.

    Was war Ihre beste Erfahrung in der Arbeit mit Geflüchteten und Zugewanderten?

    Wir sehen Weiterqualifizierungen als einen Weg, um Geflüchteten eine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Ein Start im Servicebereich kann dabei dann z.B. mit Hilfe von Weiterqualifizierungen zur Ausbildung zur Pflegehilfskraft führen und letztlich in der Ausbildung zur Pflegefachkraft münden. Auch ältere Menschen mit Fluchterfahrung bilden wir so zu qualifizierten Fachkräften weiter, die sehr dankbar und motiviert in unseren Kliniken beschäftigt sind.

    Wo sehen Sie die größten Herausforderungen in der mit Geflüchteten und Zugewanderten?

    Die Herausforderungen bestehen für uns als Arbeitgeber vor allem in den sich ständig ändernden Regelungen und Vorschriften, die sich zudem von Bundesland zu Bundesland und sogar auf Landkreisebene unterscheiden. Hier braucht es einen langen Atem. Im Bereich der Anerkennung wurde in Bayern mit der „Fast Lane“ z.B. ein Instrument geschaffen, das diesen Teil des Einwanderungsprozesses für unsere Kliniken erleichtert. Ähnliche Ansätze wünsche ich mir auch für andere Bereiche.

    Den Betrieben in Bayern gebe ich mit:

    Zugewanderte können hochmotiviert sein und bringen eine Vielzahl von Qualifikationen und Erfahrungen aus ihren Heimatländern ins Unternehmen und ihre Aufgaben mit ein. Um das gegebene Potenzial auszuschöpfen, muss der Integrationsprozess jedoch sehr gut vorausgeplant und intensiv begleitet werden. Das geht von der Erstwohnung über Mietverträge, Behördengänge, Aufklärungen über Arbeitserlaubnisse, die Vorbereitung der Kliniken mit ihrem Stammpersonal. Wir haben z.B. eine Liste, welche Mitarbeiter welche Sprache sprechen und können so bei Verständnisschwierigkeiten jemanden holen, der bei Übersetzungen unterstützen kann. Integration braucht immer auch Vertrauen! Mein Tipp: Es braucht eine Person, die hierfür hauptverantwortlich zuständig und mit genügend Zeitressourcen ausgestattet ist.

  • Thomas Hirmer

    Thomas Hirmer

    4 Fragen

    an unseren Regionalbotschafter
    aus Berlin

    Veröffentlicht am: 23.09.2025

    Ein Interview mit Thomas Hirmer von der Schwarze Café GmbH

    Um bundesweit Best Practices zu erarbeiten, hat das NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge im siebten Jahr Betriebe aus den einzelnen Bundesländern ausgewählt, die für ein Jahr den Titel „Regionalbotschafter*in“ tragen. So entsteht ein Netzwerk von Expert*innen, das die Arbeitsmarktintegration praktisch lebt und die Expertise an Unternehmen in der Region weitergibt. In Form von kurzen Interviews möchten wir hier unsere Regionalbotschafter*innen vorstellen.

    Für Berlin sprachen wir mit unserem Regionalbotschafter Thomas Hirmer. Als Küchenchef und Ausbilder im Schwarzen Café Berlin setzt er sich für die Arbeitsmarktintegration Geflüchteter ein. Diese Erfahrungswerte möchte er nun weiter geben.


    Ich bin Regionalbotschafter, weil …

    … ich täglich in meinem Betrieb erlebe, wie wichtig es ist, Menschen mit Flucht- und Zuwanderungsgeschichte echte berufliche Perspektiven zu eröffnen. Gerade in der Gastronomie ist der Fachkräftemangel massiv spürbar. Wir finden kaum noch Köch*innen oder Küchenhilfen. Deshalb bilden wir selbst aus, und ein großer Teil unserer Lehrlinge hat einen Fluchthintergrund. Ich sehe es als unsere Verantwortung, diesen Menschen eine Chance zu geben. Viele von ihnen sind geblieben und tragen heute als fester Teil unseres Teams zum Erfolg des Betriebs bei. Als Regionalbotschafter möchte ich zeigen, dass Integration nicht nur notwendig, sondern auch eine echte Bereicherung für unser Team und unsere Arbeit ist.

    Meine beste Erfahrung in der Arbeit mit Geflüchteten und Zugewanderten ist,

    … dass aus der Zusammenarbeit echte Freundschaften entstanden sind. Ich habe viele dieser jungen Menschen selbst ausgebildet. Heute arbeiten wir auf Augenhöhe zusammen – vom Auszubildenden bis hin zu einem Kollegen, der mit 78 Jahren noch regelmäßig fünf Schichten pro Woche übernimmt. Wir lernen voneinander – beruflich und persönlich. Ich selbst bin seit 25 Jahren in der Küche tätig und profitiere sehr von den Erfahrungen, die Kolleg*innen aus anderen Ländern einbringen. Unsere Teams sind bunt und vielfältig, das bringt Dynamik, Kreativität und neue Perspektiven. Das macht nicht nur die Arbeit angenehmer, sondern schafft auch ein Arbeitsumfeld, in dem sich alle wohlfühlen können.

    Schwierig war bei uns zunächst…

    … wie wir mit mehreren Hürden gleichzeitig zu kämpfen hatten: Sprachbarrieren, schwierige Wohnverhältnisse und aufenthaltsrechtliche Unsicherheiten. Ein Beispiel: Ein afghanischer Lehrling war stark frustriert vom Berufsschulunterricht, seine Deutschkenntnisse reichten nicht aus, und die schulische Förderung war lückenhaft. Während der pandemiebedingten Schließzeit des Cafés haben wir kurzerhand selbst Deutschunterricht organisiert, mit Hilfe von Studierenden und engagierten Rentner*innen. Das hat funktioniert: der Kollege arbeitet bis heute bei uns.
    Auch rechtliche Probleme haben uns herausgefordert: Ein Lehrling musste mitten im zweiten Lehrjahr ausreisen, weil Fristen versäumt wurden. Da konnten wir nicht mehr helfen. Das war bitter.
    Ein dauerhaftes Problem ist die Wohnungssuche: Einige Azubis haben keine eigene Wohnung, schlafen bei Freunden und wechseln ständig den Aufenthaltsort. Auch hatten wir Azubis, die noch in Gemeinschaftsunterkünften wohnen mussten und keine eigene Wohnung finden konnten. Das erschwert die Konzentration auf die Ausbildung enorm. Wir unterstützen deshalb gezielt beim Beantragen von Wohngeld, finanzieren das Deutschlandticket und übernehmen Schulmaterialien. So schaffen wir Stabilität.

    Den Betrieben in Berlin gebe ich mit, …

    … dass sie sich öffnen sollten. Der Fachkräftemangel lässt sich längst nicht mehr allein mit deutschen Bewerber*innen lösen. Internationale Mitarbeitende sind ein zentraler Teil der Lösung. Wer sich vernetzt, etwa über Projekte wie ARRIVO, und bereit ist, junge Menschen zu unterstützen, wird davon profitieren. Ein Beispiel: Ein junger Ukrainer hatte anfangs nicht genug Deutschkenntnisse für die Ausbildung. Durch unsere Zusammenarbeit mit ARRIVO konnten Sprachkurse organisiert und erste Praxiserfahrungen im Café ermöglicht werden. Mein Appell an andere Betriebe: Lasst die jungen Leute nicht im Regen stehen. Diversität ist eine Chance – fachlich, menschlich und gesellschaftlich.

  • Caroline Huch

    Caroline Huch

    4 Fragen

    an unsere Regionalbotschafterin
    aus Brandenburg

    Ein Interview mit Caroline Huch von der Huch GmbH Behälterbau und Verwaltungsgesellschaft

    Um bundesweit Best Practices zu erarbeiten, hat das NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge im siebten Jahr Betriebe aus den einzelnen Bundesländern ausgewählt, die für ein Jahr den Titel „Regionalbotschafter*in“ tragen. So entsteht ein Netzwerk von Expert*innen, das die Arbeitsmarktintegration praktisch lebt und die Expertise an Unternehmen in der Region weitergibt. In Form von kurzen Interviews möchten wir hier unsere Regionalbotschafter*innen vorstellen.

    Für Brandenburg sprachen wir mit unserer Regionalbotschafterin Caroline Huch. Verantwortlich für die Bereich Personal, Marketing & Öffentlichkeitsarbeit der Huch GmbH Behälterbau und Verwaltungsgesellschaft setzt sie sich für die Arbeitsmarktintegration von Menschen mit Flucht- und Zuwanderungshintergrund ein. Diese Erfahrungswerte möchte sie nun weiter geben.


    Ich bin Regionalbotschafterin, weil…

    … wir als Familienunternehmen im Metallbehälterbau Verantwortung nicht nur für unsere Produkte, sondern vor allem für Menschen übernehmen. Bei der Huch GmbH erleben wir täglich, dass Integration in der Produktion gelingt, wenn handwerkliches Können, klare Strukturen und gegenseitiger Respekt aufeinandertreffen. Als Regionalbotschafterin möchte ich zeigen: Integration im gewerblichen Umfeld ist möglich – wenn man bereit ist, den entscheidenden Schritt mehr zu gehen.

    Meine beste Erfahrung in der Arbeit mit Geflüchteten ist, …

    …, wenn aus anfänglicher Zurückhaltung echtes Selbstvertrauen wird. Besonders beeindruckt hat uns ein junger Mann, der mit einem klaren Ziel vor Augen größtenteils zu Fuß aus Guinea nach Deutschland gekommen ist. Über ein Praktikum fand er den Einstieg bei uns, zeigte enormes handwerkliches Geschick und Durchhaltevermögen und schloss seine Ausbildung zum Konstruktionsmechaniker in der Regelausbildungszeit erfolgreich ab. Über Jahre war er ein fester, verlässlicher Teil unseres Teams.

    Schwierig war bei uns zunächst…

    … der Einstieg in unseren technisch geprägten Arbeitsalltag: Sprache, Sicherheitsvorschriften, Maschinenbedienung und der Umgang mit Kollegen und Kolleginnen – all das ist anfangs ungewohnt und teils überfordernd für die neue Person. Auch der Umgang mit Hierarchien oder weiblicher Führung war für manche neu. Dazu kamen bürokratische Hürden bei Aufenthaltstiteln und Ausbildungsanträgen. Wir haben diese Herausforderungen gelöst, indem wir bewusst Zeit für Einarbeitung eingeplant sowie praxisnahes Onboarding entwickelt und eingeführt haben. Persönliche Begleitung durch unsere Kolleginnen, einfache Sprache und gegenseitiges Vertrauen waren dabei entscheidend. Als Familienunternehmen bringen wir die notwendige Geduld mit – und ein Team, das Integration aktiv mitträgt.

    Den Betrieben in Brandenburg gebe ich mit, dass …

    … gerade im produzierenden Gewerbe enormes Potenzial für gelungene Integration steckt. Geflüchtete Menschen bringen handwerkliches Geschick, Lernbereitschaft und neue Perspektiven mit. Wer ihnen mit klarer Anleitung, einem unterstützenden Team und echter Offenheit begegnet, gewinnt nicht nur Mitarbeitende – sondern Zukunft. Trauen Sie sich – es lohnt sich!

  • Peter Bollhagen

    Peter Bollhagen

    4 Fragen

    an unseren Regionalbotschafter
    aus Bremen

    Ein Interview mit Peter Bollhagen von der Pero + Partner Malereibetrieb GmbH

    Um bundesweit Best Practices zu erarbeiten, hat das NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge im siebten Jahr Betriebe aus den einzelnen Bundesländern ausgewählt, die für ein Jahr den Titel „Regionalbotschafter*in“ tragen. So entsteht ein Netzwerk von Expert*innen, das die Arbeitsmarktintegration praktisch lebt und die Expertise an Unternehmen in der Region weitergibt. In Form von kurzen Interviews möchten wir hier unsere Regionalbotschafter*innen vorstellen.

    Für Bremen sprachen wir mit unserem Regionalbotschafter Peter Bollhagen. Als Geschäftsführer der Pero + Partner Malereibetrieb GmbH setzt er sich für die Arbeitsmarktintegration von Menschen mit Flucht- und Zuwanderungshintergrund ein. Diese Erfahrungswerte möchte er nun weiter geben.


    Ich bin Regionalbotschafter, weil …

    … ich aus eigener Erfahrung weiß, wie wertvoll Vielfalt im Betrieb ist. Die Entscheidung, Geflüchtete einzustellen, war anfangs von sozialem Engagement geprägt – heute ist sie auch eine klare wirtschaftliche Notwendigkeit. In meinem Betrieb arbeiten rund 30 Mitarbeitende und Auszubildende aus mittlerweile über zehn Herkunftsländern. Ich bekomme dafür motivierte, zuverlässige Mitarbeitende, die mit großer Einsatzbereitschaft überzeugen. Diese positiven Erfahrungen möchte ich weitergeben.

    Meine beste Erfahrung in der Arbeit mit Geflüchteten ist …

    … die Entwicklung eines jungen syrischen Mitarbeiters, der bei uns seine Ausbildung gemacht und kürzlich den praktischen Teil seiner Meisterprüfung bestanden hat. Er wird nächstes Jahr als Prokurist bei uns einsteigen und perspektivisch einer meiner Nachfolger in der Geschäftsführung. Dass jemand so ehrgeizig diesen Weg gehen kann – vom Lehrling zum Mitinhaber – zeigt, wie viel Potenzial in diesen jungen Menschen steckt, wenn man ihnen Vertrauen und eine Chance gibt.

    Schwierig war bei uns zunächst …

    … die sprachliche Hürde – besonders bei Prüfungen und komplexen Arbeitsanweisungen. Wir reagieren darauf, indem wir schrittweise unsere internen Abläufe digitalisieren und vereinfachen werden. Kommunikation über das Handy, klare Formulierungen und Übersetzungsmöglichkeiten helfen, Missverständnisse im Arbeitsalltag zu vermeiden. Trotzdem bleibt die Sprache eine zentrale Herausforderung, die Zeit und Geduld erfordert.

    Den Betrieben in Bremen gebe ich mit …

    … Offenheit und Geduld mitzubringen. Man muss sich trauen, einfach mal zu machen – auch wenn nicht alles sofort glatt läuft. Wer bereit ist, sich auf neue Mitarbeitende einzulassen, wird feststellen: Das funktioniert oft besser, als man denkt, trotz mancher Herausforderungen. Aber mit etwas anfänglicher Geduld und klarer Kommunikation lässt sich vieles lösen. Bei uns gilt: Alle können jederzeit zu mir kommen, wenn es Probleme gibt. Im Betrieb zählt der respektvolle Umgang miteinander, das gilt für Mitarbeitende genauso wie für Kundinnen und Kunden. Wer das nicht mitträgt, passt nicht zu uns. Ich glaube, wenn man das klar lebt und kommuniziert, funktioniert die Zusammenarbeit sehr gut – auch über unterschiedliche Hintergründe hinweg.

  • Veit Duwensee

    Veit Duwensee

    4 Fragen

    an unseren Regionalbotschafter
    aus Hamburg

    Ein Interview mit Veit Duwensee von der C.A. Platow & Sohn Malereibetrieb GmbH

    Um bundesweit Best Practices zu erarbeiten, hat das NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge im siebten Jahr Betriebe aus den einzelnen Bundesländern ausgewählt, die für ein Jahr den Titel „Regionalbotschafter*in“ tragen. So entsteht ein Netzwerk von Expert*innen, das die Arbeitsmarktintegration praktisch lebt und die Expertise an Unternehmen in der Region weitergibt. In Form von kurzen Interviews möchten wir hier unsere Regionalbotschafter*innen vorstellen.

    Für Hamburg sprachen wir mit unserem Regionalbotschafter Veit Duwensee. Als Geschäftsführer der C.A. Platow & Sohn Malereibetrieb GmbH setzt er sich für die Arbeitsmarktintegration von Menschen mit Flucht- und Zuwanderungshintergrund ein. Diese Erfahrungswerte möchte er nun weiter geben.


    Ich bin Regionalbotschafter, weil …

    … das Thema Integration von Geflüchteten in Zukunft noch wichtiger wird und wir zum einen unsere positiven Erfahrungen teilen wollen. Zum anderen möchten wir Andere ermutigen, den eigenen Weg einzuschlagen und ihr Engagement zu starten bzw. zu intensivieren.

    Meine beste Erfahrung in der Arbeit mit Geflüchteten ist …

    … immer wieder der Moment einer bestandenen Gesellenprüfung! Besonders stolz sind wir auch, wenn Kolleginnen oder Kollegen hier eine Familie gründen und in der Mitte unserer Gesellschaft ankommen. Das berührt mich sehr!

    Schwierig war bei uns zunächst …

    … der knappe Wohnraum im Hamburg. Das wird auch vorerst so bleiben. Aber das konnten wir lösen, indem wir von unserem großen Netzwerk in der Wohnungswirtschaft profitieren, um den Kolleginnen und Kollegen unter die Arme zu greifen.

    Den Betrieben in Hamburg gebe ich mit …

    … trotz etwaiger Rückschläge am Ball zu bleiben. Die eigene Ausbildung muss einen hohen Stellenwert im betrieblichen Alltag innehaben, damit die Integration von Geflüchteten eine Erfolgsgeschichte wird!

  • Markus Herbst

    Markus Herbst

    4 Fragen

    an unseren Regionalbotschafter
    aus Niedersachsen

    Ein Interview mit Markus Herbst von der Versorgungsbetriebe Hann. Münden GmbH 

    Um bundesweit Best Practices zu erarbeiten, hat das NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge im siebten Jahr Betriebe aus den einzelnen Bundesländern ausgewählt, die für ein Jahr den Titel „Regionalbotschafter*in“ tragen. So entsteht ein Netzwerk von Expert*innen, das die Arbeitsmarktintegration praktisch lebt und die Expertise an Unternehmen in der Region weitergibt. In Form von kurzen Interviews möchten wir hier unsere Regionalbotschafter*innen vorstellen.

    Für Niedersachsen sprachen wir mit unserem Regionalbotschafter Markus Herbst. Als Personalreferent bei der Versorgungsbetriebe Hann. Münden GmbH setzt er sich für die Arbeitsmarktintegration Geflüchteter ein. Diese Erfahrungswerte möchte er nun weiter geben.


    Ich bin Regionalbotschafter, weil …

    … wir bei VHM überzeugt sind, dass gesellschaftliche Verantwortung nicht an dem Werkstor endet. Als kommunales Unternehmen stehen wir für Respekt, Zusammenhalt, und nachhaltige Entwicklung. Die Rolle als Regionalbotschafter gibt uns die Möglichkeit, unsere Erfahrungen zu teilen und andere Betriebe zu ermutigen Menschen eine echte Perspektive zu bieten.

    Meine beste Erfahrung in der Arbeit mit Geflüchteten ist, …

    … die Entwicklung unseres Auszubildenden aus dem Iran. Er kam erst vor wenigen Jahren nach Deutschland – ohne Sprachkenntnisse. Heute verkürzt er seine Ausbildung zum Fachangestellten für Bäderbetriebe von drei auf zwei Jahre mit fantastischen Noten. Wir haben ihn beim Erwerb seines B2-Zertifikats unterstützt, er hat eigenständig seinen Führerschein gemacht und beeindruckt inzwischen nicht nur uns, sondern auch seine Lehrer. Unser Ziel ist es, ihn nach der Ausbildung auf dem Weg zum Meister zu begleiten. Diese Erfolgsgeschichte macht uns stolz – und zeigt, was möglich ist, wenn man Potenziale erkennt und fördert.


    Schwierig war bei uns zunächst …

    … die Orientierung im bürokratischen Umfeld. Aufenthaltsstatus, Sprachförderung, Anerkennung von Qualifikationen – all das war für uns Neuland. Aber durch die Zusammenarbeit mit lokalen Beratungsstellen und das Netzwerk des Projekts „Unternehmen integrieren Flüchtlinge“ konnten wir schnell lernen und passende Lösungen finden.

    Den Betrieben in Niedersachsen gebe ich mit, …

    … den Mut, einfach anzufangen. Es braucht nicht sofort ein großes Integrationsprogramm – oft reicht ein Praktikumsplatz oder ein Gespräch mit einem Bewerber, um den ersten Schritt zu machen. Und: Vernetzt euch! Die Erfahrungen anderer helfen enorm, und gemeinsam können wir viel bewegen.

  • Andreas Beckhaus

    Andreas Beckhaus

    4 Fragen

    an unseren Regionalbotschafter
    aus Nordrhein-Westfalen

    Veröffentlicht am: 23.09.2025

    Ein Interview mit Andreas Beckhaus vom Landhotel Hermannshöhe

    Um bundesweit Best Practices zu erarbeiten, hat das NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge im siebten Jahr Betriebe aus den einzelnen Bundesländern ausgewählt, die für ein Jahr den Titel „Regionalbotschafter*in“ tragen. So entsteht ein Netzwerk von Expert*innen, das die Arbeitsmarktintegration praktisch lebt und die Expertise an Unternehmen in der Region weitergibt. In Form von kurzen Interviews möchten wir hier unsere Regionalbotschafter*innen vorstellen.

    Für Nordrhein-Westfalen sprachen wir mit unserem Regionalbotschafter Andreas Beckhaus. Als Geschäftsführer des Landhotels Hermannshöhe setzt er sich für die Arbeitsmarktintegration von Menschen mit Flucht- und Zuwanderungsgeschichte ein. Diese Erfahrungswerte möchte er nun weiter geben.


    Ich bin Regionalbotschafter, weil …

    … weil es mir eine Herzensangelegenheit ist, andere Betriebe und Unternehmen zu ermutigen, Mitarbeiter aus dem Ausland zu integrieren und das als einen Hebel zum Erfolg zu sehen.

    Meine beste Erfahrung in der Arbeit mit Geflüchteten und Zugewanderten ist, …

    …. dass die gemeinsame Zusammenarbeit zwischen ausländischen und einheimischen Mitarbeiter bei unseren Gästen eine uneingeschränkte Wertschätzung erhält und nur positiv zum Betriebsklima beigetragen hat.

    Schwierig war bei uns zunächst, …

    … dass viele unserer Mitarbeiter aus dem Ausland zu wenig deutsch sprechen, aber das konnten wir lösen, indem wir gezielt Sprachkurse anbieten.

    Den Betrieben in Nordrhein-Westfalen gebe ich mit:

    Integration führt zum Erfolg!