4 Fragen
an unsere Regionalbotschafterinnen
aus Baden-Württemberg

Veröffentlicht am: 16.12.2025
Ein Interview mit Sina Köster und Alexandra Werdich von der DB InfraGO AG
Um bundesweit Best Practices zu erarbeiten, hat das NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge im sechsten Jahr Betriebe aus den einzelnen Bundesländern ausgewählt, die für ein Jahr den Titel „Regionalbotschafter*in“ tragen. So entsteht ein Netzwerk von Expert*innen, das die Arbeitsmarktintegration praktisch lebt und die Expertise an Unternehmen in der Region weitergibt. In Form von kurzen Interviews möchten wir hier unsere Regionalbotschafter*innen vorstellen.
Für Baden-Württemberg sprachen wir mit unseren Regionalbotschafterinnen Sina Köster und Alexandra Werdich. Beide verantworten bei der DB InfraGO AG die Integration und Qualifizierung internationaler Fachkräfte und Auszubildender für Berufe rund um die Schiene – von Gleisbau über Elektronik bis hin zur Zugverkehrssteuerung. Sie begleiten Kandidat*innen vom ersten Kontakt und stellen die nachhaltige Eingliederung in Deutschland und im Betrieb sicher .
Wir sind Regionalbotschafterinnen, weil …
… wir bei der DB InfraGO täglich sehen, wie wichtig internationale Fachkräfte für die Zukunft der Infrastruktur sind. Der Fachkräftemangel ist gerade in gewerblich-technischen Berufen der Instandhaltung und in eisenbahnspezifischen Berufen, wie der Zugverkehrssteuerin, spürbar. Integration ist für uns kein Nebenthema, sondern eine Grundvoraussetzung, damit unsere Teams zuverlässig und sicher zusammenarbeiten können.
Unsere beste Erfahrung in der Arbeit mit Geflüchteten und Zugewanderten ist…
…wenn aus anfänglicher Unsicherheit echte Zugehörigkeit entsteht. Besonders schön war zu sehen, wie sich unsere Azubis aus Tunesien nach intensiver sprachlicher Vorbereitung und einem strukturierten Onboarding in Ulm und Freiburg schnell im Team eingelebt haben. Heute sind sie nicht nur Teil der Ausbildung, sondern bringen neue Perspektiven und viel Motivation mit. Solche Erfolgsgeschichten bestätigen: Der Aufwand lohnt sich.
Die größten Herausforderungen sind…
… die Komplexität der Prozesse. Visa, Aufenthaltstitel, Sprachkurse – das dauert oft länger als geplant. Unterschiedliche Regelungen zwischen Bundesländern und Behörden machen es nicht einfacher. Hinzu kommen praktische Fragen wie bezahlbarer Wohnraum oder die Umsetzung der Anpassungsqualifizierung ausländischer Berufsabschlüsse. Wir haben gelernt: Frühzeitige Planung und enger Kontakt sind entscheidend. Regelmäßiger Austausch, digitale Vorstellungsvideos und persönliche Begleitung helfen, die Wartezeit zu überbrücken und Vertrauen aufzubauen.
Den Betrieben in Baden-Württemberg geben wir mit:
Trauen Sie sich! Internationale Fachkräfte bringen nicht nur Qualifikation, sondern auch enorme Lernbereitschaft und Vielfalt ins Unternehmen. Integration braucht Zeit und Ressourcen – von der Wohnungseinrichtung bis zur ersten Behördengang-Begleitung. Aber es lohnt sich: Wer frühzeitig Sprachförderung organisiert, soziale Kontakte ermöglicht und eine Ansprechperson für alle Fragen benennt, schafft die Basis für langfristige Bindung. Unser Tipp: Geduld und Offenheit sind die besten Werkzeuge.
















