Kategorie: 2020/21

  • Manfred Hölzl

    Manfred Hölzl

    4 Fragen

    an unseren Regionalbotschafter
    aus Baden-Württemberg

    Veröffentlicht am: 18.06.2020

    Ein Interview mit Manfred Hölzl aus der Gaststätte Konzil in Konstanz

    Um bundesweit Best Practices zu erarbeiten, hat das NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge im zweiten Jahr Betriebe aus den einzelnen Bundesländern ausgewählt, die für ein Jahr den Titel „Regionalbotschafter“ tragen. So entsteht ein Netzwerk von Experten, das die Arbeitsmarktintegration praktisch lebt und die Expertise an Unternehmen in der Region weitergibt. In Form von kurzen Interviews möchten wir hier unsere Regionalbotschafter vorstellen.

    Für Baden-Württemberg sprachen wir mit unserem Regionalbotschafter Manfred Hölzl. Im historischen Konzil in Konstanz ist er seit fast 40 Jahren Koch und Gastwirt. Als Chef setzt er sich seit Jahren für die Beschäftigung von Geflüchteten in seinem Betrieb ein. Diese Erfahrungswerte möchte er nun weiter geben.


    Ich bin Regionalbotschafter, weil …

    … es für uns im Betrieb überhaupt keine Rolle spielt, woher unsere Mitarbeiter kommen. Wichtig sind das Engagement und die menschliche Zusammenarbeit. Und hier haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht.

    Meine beste Erfahrung in der Arbeit mit Geflüchteten:

    Nach anfänglichen Schwierigkeiten zügig Arbeitsgenehmigungen zu bekommen, hat sich das inzwischen geregelt und die Beschäftigung und die Ausbildung nimmt seinen ganz normalen Weg. Natürlich gab es teilweise Sprachprobleme, aber hier kann individuell geholfen werden.

    Den Betrieben in Baden-Württemberg gebe ich mit …

    … dass die Gastronomie und Hotellerie schon immer multikulturell besetzt war. Ohne ausländische Hilfen wäre unsere Branche nicht vorstellbar. Deshalb war die Beschäftigung von Geflüchteten nie ein Thema.

    Schwierig war bei uns zunächst …

    … die Kehrtwendung der Politik – 2015/2016 wurden die Arbeitgeber gebeten sich zu engagieren, dies haben wir vollumfänglich getan. Jetzt drohen leider Abschiebungen, trotz Integration im Beruf und Gesellschaft. Hier gilt es dagegenzuhalten, da jeder eingearbeitete Mitarbeiter eine Lücke im Betrieb hinterlässt. Und dazu die offenen Fragen, warum und wieso, die den Glauben an vernünftige Politik in Frage stellen.

  • Sonja Ziegltrum-Teubner

    Sonja Ziegltrum-Teubner

    4 Fragen

    an unsere Regionalbotschafterin aus Bayern

    Veröffentlicht am: 22.09.2020

    Ein Interview mit Sonja Ziegltrum-Teubner von der Bayerischen Blumen Zentrale

    Um bundesweit Best Practices zu erarbeiten, hat das NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge im zweiten Jahr Betriebe aus den einzelnen Bundesländern ausgewählt, die für ein Jahr den Titel „Regionalbotschafter“ tragen. So entsteht ein Netzwerk von Experten, das die Arbeitsmarktintegration praktisch lebt und die Expertise an Unternehmen in der Region weitergibt. In Form von kurzen Interviews möchten wir hier unsere Regionalbotschafter vorstellen.

    Für Bayern sprachen wir mit unserer Regionalbotschafterin Sonja Ziegltrum-Teubner von der Bayerischen Blumen Zentrale. Die 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus 13 verschiedenen Nationen stehen für die offene und interkulturelle Arbeitskultur des Unternehmens aus Parsdorf. Mittlerweile erweitern auch vier Geflüchtete das Team.


    Ich bin Regionalbotschafterin, weil …

    … ich seit der ersten großen Flüchtlingswelle 2015 Geflüchtete beschäftigt habe. Mir liegt das Thema am Herzen, da in meinen Augen Integration von Menschen mit Flucht- und auch Migrationshintergrund in die Gesellschaft nur dann wirklich funktionieren kann, wenn diese auch am Arbeitsmarkt integriert werden. Ich möchte andere Unternehmen ermuntern, diesen Weg mitzugehen, auch wenn es den einen oder anderen Stolperstein gibt.

    Meine beste Erfahrung in der Arbeit mit Menschen mit Fluchthintergrund:

    Uns macht es sehr stolz, dass wir von 3 Azubis bereits zwei zu einem erfolgreichen Abschluss im jeweiligen Ausbildungsberuf verhelfen konnten. Für uns der beste Beweis, dass mit Unterstützung und Engagement hier vieles zu schaffen ist und auch wir als Arbeitgeber so zumindest ein kleines Stück dem Fachkräftemangel entgegenwirken können. So wird das zu einer Win-Win-Situation für beide Seiten: Eine Zukunft für die geflüchteten jungen Menschen und gleichzeitig ein Weg, dem Fachkräftemangel ein bisschen etwas entgegenzusetzen. Und von der Zusammenarbeit mit verschiedenen Nationen profitieren alle Betroffenen durch den Abbau von Vorurteilen und das Verständnis für die jeweils anderen.

    Schwierig war bei uns zunächst:

    Schwierigkeiten gab es und gibt es leider immer noch, wenn es um Arbeitserlaubnis, bzw. Duldung geht. Wir haben und hatten hier oft Unterstützung von engagierten Menschen aus dem örtlichen Helferkreis oder Ehrenamtlichen, die die jeweiligen Flüchtlinge betreuen und sich um viele behördliche Angelegenheiten kümmern. Ansonsten fühlt man sich rasch überfordert mit der Vielzahl an unterschiedlichen behördlichen Anforderungen, oft auch sehr abhängig vom Herkunftsland der Geflüchteten.

    Den Betrieben in Bayern gebe ich mit:

    Entscheidend für eine relativ problemlose Beschäftigungsaufnahme ist tatsächlich das Herkunftsland. Geflüchtete aus Ländern mit guter Bleibeperspektive erfordern von Seiten der Unternehmer weitaus weniger Abstimmungsaufwand mit Ausländerbehörden und geben zudem Sicherheit, dass die Arbeitsverhältnisse nicht plötzlich durch behördliche Anordnung beendet werden. Hilfreich ist zudem ein guter Draht zu den Ehrenamtlichen aus den örtlichen Helferkreisen, die sich oftmals mit viel Engagement für ihre Schützlinge einsetzen und so bei Problemen – egal ob im Arbeitsumfeld, in Bezug auf Unterkunft oder bei Behördengängen – unterstützend mitwirken.

  • Eva Witzgall

    Eva Witzgall

    4 Fragen

    an unsere Regionalbotschafterin aus Berlin

    Veröffentlicht am: 14.09.2020

    Ein Interview mit Eva Witzgall von der Bayer AG

    Um bundesweit Best Practices zu erarbeiten, hat das NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge im zweiten Jahr Betriebe aus den einzelnen Bundesländern ausgewählt, die für ein Jahr den Titel „Regionalbotschafter“ tragen. So entsteht ein Netzwerk von Experten, das die Arbeitsmarktintegration praktisch lebt und die Expertise an Unternehmen in der Region weitergibt. In Form von kurzen Interviews möchten wir hier unsere Regionalbotschafter vorstellen.

    Für Berlin sprachen wir mit unserer Regionalbotschafterin Eva Witzgall. Für die Bayer AG betreut sie die Geflüchteten im Betrieb.


    Ich bin Regionalbotschafterin, weil …

    … mir die Integration von Geflüchteten über Arbeit sehr am Herzen liegt. Ich bin überzeugt, dass Teilhabe am normalen Arbeits- und Alltagsgeschehen eines Landes die beste Form der Integration ist. Sie ist gleichzeitig eine Prävention für ein friedliches Miteinander in einer funktionierenden, demokratischen Gesellschaft. Schon mittelfristig kann eine Gesellschaft und die Wirtschaft von der „Investition“ am Anfang profitieren, da mit den neuen KollegInnen auch neue Sichtweisen, Know-how und interessante Impulse einfließen, die sich bereichernd auswirken. Deutschland ist ein Exportland, die Welt ist unser Kunde. Durch die zugewanderten Menschen verstehen wir die Welt ein Stück mehr.

    Meine beste Erfahrung in der Arbeit mit Menschen mit Fluchthintergrund ist es, …

    … die Entwicklung der Einzelnen begleiten zu dürfen. Da gab es mal eine geflüchtete Frau mit zwei Kindern im Kita-/Schulstart-Alter, die nach wenigen Monaten in Deutschland noch einmal einen kompletten Neustart ins Berufsleben über ein 6-monatiges EQ-Programm in die Ausbildung gewagt und sich zugemutet hat. Wie sie sich „durchgebissen“ hat, Deutsch und dann Englisch erlernt hat. Welchen Mut für ein enges Vertrauensverhältnis und die damit verbundene Beratung und Begleitung durch Ausbilder in der Ausbildung aufbrachte. Am Ende schloss sie eine kaufmännische Ausbildung nach 2,5 Jahren erfolgreich ab und wurde direkt in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis mit „Kusshand“ übernommen.

    Schwierig war bei uns zunächst …

    … die Aufstellung von sinnvollen Ausbildungsprogrammen. Wir konnte es lösen, indem wir uns mit anderen Betrieben und dem Jobcenter eng und ehrlich austauschten. Wir sprachen überall Leute auf ihre möglichen Erfahrungen an und bekamen so viele Eindrücke. Hilfreich war dann in der Umsetzungspraxis ein kontinuierliches Feedback der Geflüchteten, also die Integration der Arbeit auf Metaebene. Wir fragten regelmäßig ab, wie Sie die Programm-Module und -Inhalte empfanden, ob sie unsere Maßnahmen hilfreich fanden, was sie ggf. für geeigneter halten würden. Das entwickelte sich zu einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess.

    Den Betrieben in Berlin gebe ich mit,…

    … dass die Fachsprache unbedingt schnell von Anfang an gefördert werden sollte. Es lohnt sich sogar notfalls dafür 2-3 Stunden pro Woche auf Berufspraxis zu verzichten. Das zahlt sich schnell in besserem Verstehen, Lernen und besserer Mitarbeit aus. Als Unternehmen sollte man sich dafür einsetzen, dass schnell stabile Lebensverhältnisse (Wohnung, Status, etc.) geschaffen werden. Wenn die Lebensverhältnisse prekär sind, wirkt sich die Instabilität oft sehr negativ auf den Lernerfolg aus und produziert hohe Ausfallzeiten. Es sollte eine Person mit kulturellem Hintergrundwissen als „Mentor“ zur Verfügung stehen, damit gerade während der Startphase Hemmnisse gemeinsam ausgeräumt werden können. Und schließlich sollte man den Austausch zu anderen Betrieben suchen, die ebenfalls Integrationsarbeit leisten.

  • Björn Wiese

    Björn Wiese

    4 Fragen

    an unseren Regionalbotschafter
    aus Brandenburg

    Veröffentlicht am: 11.09.2020

    Ein Interview mit Björn Wiese von der Privatbäckerei Wiese

    Um bundesweit Best Practices zu erarbeiten, hat das NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge im zweiten Jahr Betriebe aus den einzelnen Bundesländern ausgewählt, die für ein Jahr den Titel „Regionalbotschafter“ tragen. So entsteht ein Netzwerk von Experten, das die Arbeitsmarktintegration praktisch lebt und die Expertise an Unternehmen in der Region weitergibt. In Form von kurzen Interviews möchten wir hier unsere Regionalbotschafter vorstellen.

    Für Brandenburg sprachen wir mit unserem Regionalbotschafter Björn Wiese. Acht Mitarbeiter mit Migrationshintergrund hat der Bäckermeister in seinen drei Bäckereien angestellt und zeigt damit einer ganzen Region, wie Integration von Flüchtlingen funktionieren kann.


    Ich bin Regionalbotschafter, weil …

    … ich gerne meine Erfahrungen weitergebenund auch andere Unternehmen animieren möchte, sich bei der Integration zu engagieren. Wir als Unternehmerinnen und Unternehmer sollten unseren Beitrag für die Gesellschaft leisten. Integration durch Arbeit ist ein wichtiger Schritt, damit Menschen mit Flucht- oder Migrationshintergrund ein Teil unserer demokratischen und offenen Gesellschaft werden können.

    Meine beste Erfahrung in der Arbeit mit Menschen mit Fluchthintergrund ist, …

    … dass diese Menschen oft eine sehr hohe Motivation mitbringen, weil Sie für ihre Zukunft eine Perspektive suchen. Durch diese Motivation konnten sie oft andere überzeugen und auch Defizite in Sprache und Bildung ausgleichen.

    Schwierig war bei uns zunächst …

    … das unterschiedliche Bildungsniveau der Geflüchteten. Aber das können wir lösen, indem wir immer auf der Suche nach individuellen Lösungen sind. In Zukunft werden wir uns noch mehr im Bereich Ausbildung engagieren, weil das der beste Weg ist. Dazu werden wir auch Druck auf Kammern und Verbände ausüben, damit neue Wege, Möglichkeiten und Unterstützungsmöglichkeiten bereitgestellt werden.

    Den Betrieben in Brandenburg gebe ich mit:

    Seid offen gegenüber Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund. Stellt diesen Menschen Praktikumsplätze zur Verfügung und lernt sie kennen. Sucht den Austausch und das Netzwerken mit anderen Betrieben, um Lösungen bei Problemen zu finden. Nutzt dabei auch die Angebote des NETZWERKs Unternehmen integrieren Flüchtlinge.

  • Robert Bau

    Robert Bau

    4 Fragen

    an unseren Regionalbotschafter aus Bremen

    Veröffentlicht am: 20.07.2020

    Ein Interview mit Robert Bau von der Elbe-Weser Welten gGmbH

    Um bundesweit Best Practices zu erarbeiten, hat das NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge im zweiten Jahr Betriebe aus den einzelnen Bundesländern ausgewählt, die für ein Jahr den Titel „Regionalbotschafter“ tragen. So entsteht ein Netzwerk von Experten, das die Arbeitsmarktintegration praktisch lebt und die Expertise an Unternehmen in der Region weitergibt. In Form von kurzen Interviews möchten wir hier unsere Regionalbotschafter vorstellen.

    Für Bremen sprachen wir mit unserem Regionalbotschafter Robert Bau. Er ist Geschäftsführer der Elbe-Weser Welten gGmbH (EWW), einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung in Bremerhaven und setzt sich dort für Inklusion und Gleichberechtigung ein.


    Ich bin Regionalbotschafter, weil …

    … die gleichberechtigte Teilhabe am Arbeitsleben eines unserer langfristigen Unternehmensziele ist. Wir fördern und unterstützen Menschen mit Behinderungen und begleiten sie auf ihrem Berufsweg. Dabei ist es für uns unerheblich, ob unsere Klienten einen Flucht- oder Migrationshintergrund haben. Wir stellen uns sehr flexibel auf den individuellen Bedarf ein. So bieten wir zum Beispiel in Kooperation mit der Volkshochschule einen Sprachkurs „Deutsch als Fremdsprache“ an.

    Die Menschen, die bei uns beschäftigt sind, kommen aus allen gesellschaftlichen Bereichen mit ganz unterschiedlichen Einschränkungen, aber mit sehr vielschichtigen Fähigkeiten und Talenten. Wir sind kein geschlossener Kosmos, sondern offen für alle. Die Welt ist bunt, ebenso wie die Elbe-Weser Welten. Am Ende profitieren wir alle voneinander. Und diese Sichtweise möchte ich als Regionalbotschafter gerne den Unternehmen im Land Bremen nahe bringen.

    Meine beste Erfahrung in der Arbeit mit Geflüchteten:

    Die EWW kooperieren sehr erfolgreich mit einer städtischen Einrichtung, die sich um die Belange von jungen Geflüchteten kümmert. Diese Zusammenarbeit hat dazu führt, dass schon mehrere geflüchtete Jugendliche über den Bundesfreiwilligendienst den Weg in die EWW gefunden haben. Unsere Erfahrungen sind sehr positiv. Die jungen Menschen kannten die Arbeit mit Menschen mit Behinderung aus ihren Heimatländern gar nicht oder nur sehr begrenzt. Dennoch sind „Hilfsbereitschaft“, „Empathie“ und „Wertschätzung“ die Begriffe, die am häufigsten fallen, wenn Fachkollegen die Arbeit mit Geflüchteten beschreiben. Anfängliche Sprachbarrieren haben sich sehr schnell abgebaut, unterschiedliche Kulturen oder Religionen waren nie ein Problem. Im Gegenteil, alle Beteiligten haben das gegenseitige Kennenlernen als persönliche Bereicherung empfunden. Umso mehr freuen wir uns darüber, dass einige Geflüchtete im Anschluss an den Freiwilligendienst eine Berufsausbildung angefangen haben. Ein wichtiger Schritt zur Integration bzw. Inklusion.

    Bisher ist noch kein Geflüchteter mit Behinderung in einem unserer Arbeitsbereiche innerhalb der WfbM (Werkstatt für behinderte Menschen) beschäftigt. Da viele unserer Mitarbeiter mit Handicap in unseren Werkstätten aus unterschiedlichen Kulturen kommen und anfänglichen sprachlichen Barrieren überwunden werden mussten, sind wir jederzeit in der Lage, uns auf diese Herausforderung einzustellen. Wir werden das Arbeitsumfeld den jeweiligen Bedarfen der Beschäftigten anpassen.

    Den Betrieben in Bremen gebe ich mit, …

    … dass das Anderssein oft eine Bereicherung und keine Einschränkung ist. Haben Sie den Mut, auf Menschen mit Migrationshintergrund und/oder mit Beeinträchtigungen zuzugehen. Sie werden feststellen, dass es nicht den Geflüchteten oder den behinderten Menschen gibt. Wir alle sind einzigartig und bringen ganz unterschiedliche Begabungen mit. Manchmal müssen diese Fähigkeiten, Neigungen und Talente gemeinsam entdeckt und gefördert werden. Aber der Einsatz wird belohnt und führt letztendlich zu einer „bunten“ Gesellschaft für alle.

    Gerne unterstützen wir alle Unternehmen in unserer Region, die einen Arbeitsplatz für geflüchtete Menschen oder Menschen mit Handicap anbieten möchten, mit unserem Wissen und unseren Erfahrungen.

    Schwierig war bei uns zunächst …

    … die deutsche Sprache. Sie war am Anfang eine Barriere, die es galt, zu überwinden. Es ist allerdings immer wieder erstaunlich, in welch kurzer Zeit, Verständigungsprobleme kein Thema mehr waren. Aus der anfänglichen Unsicherheit im Umgang mit Menschen mit Handicap ist erstaunlich schnell ein verständnisvolles Miteinander geworden. In unserer Arbeit in den EWW sprechen wir von der Vermittlung sogenannter Kernkompetenzen, dazu gehören unter anderem Pünktlichkeit und die Einhaltung von Regeln. So ist die „Deutsche Pünktlichkeit“ in den Herkunftsländern der Geflüchteten nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit. Und die vermeintliche Sinnhaftigkeit von der Einhaltung bestimmter Regeln muss vielleicht das ein oder andere Mal wiederholt dargelegt werden.

    Aber dennoch ist mein Fazit, dass die Beschäftigung von Geflüchteten für die Unternehmen viele positive Aspekte mit sich bringt.

  • Monika Sonnenberg

    Monika Sonnenberg

    4 Fragen

    an unsere Regionalbotschafterin aus Hamburg

    Veröffentlicht am: 11.09.2020

    Ein Interview mit Monika Sonnenberg von der Seniorenresidenz Harburg Betriebs GmbH

    Um bundesweit Best Practices zu erarbeiten, hat das NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge im zweiten Jahr Betriebe aus den einzelnen Bundesländern ausgewählt, die für ein Jahr den Titel „Regionalbotschafter“ tragen. So entsteht ein Netzwerk von Experten, das die Arbeitsmarktintegration praktisch lebt und die Expertise an Unternehmen in der Region weitergibt. In Form von kurzen Interviews möchten wir hier unsere Regionalbotschafter vorstellen.

    Für Hamburg sprachen wir mit unserer Regionalbotschafterin Monika Sonnenberg. Als Einrichtungsleitung der Seniorenresidenz Harburg setzt sie sich insbesondere für geflüchtete Frauen ein.


    Ich bin Regionalbotschafterin, weil …

    … miteinander reden und der Erfahrungsaustausch mir sehr am Herzen liegen.

    Meine beste Erfahrung in der Arbeit mit Menschen mit Fluchthintergrund ist…

    … der Mut, in einem fremden Land ganz neu anzufangen und sich für einen Beruf zu entscheiden, in dem es um den Menschen geht.

    Schwierig war bei uns zunächst …

    … Geduld zu haben bei den Verständigungsschwierigkeiten. Aber das können wir lösen, indem alle gemeinsam immer wieder aufeinander zugehen und miteinander sprechen.

    Den Betrieben in Hamburg gebe ich mit :

    Wir sind beschenkt durch unsere weltoffene Stadt und die Vielfalt an Menschen, Sprachen und Kulturen. Das sollten wir dankbar annehmen.

    Wie begeistern Sie als Führungskraft Ihre Mitarbeiter, die zusätzlichen Aufgaben zu übernehmen?

    Zuhören und Hilfestellungen geben. Für Verständnis werben und einfordern.

  • Jenny Ärlemalm

    Jenny Ärlemalm

    4 Fragen

    an unsere Regionalbotschafterin aus Hessen

    Veröffentlicht am: 26.02.2021

    Ein Interview mit Jenny Ärlemalm von der IKEA GmbH & Co. KG

    Um bundesweit Best Practices zu erarbeiten, hat das NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge im zweiten Jahr Betriebe aus den einzelnen Bundesländern ausgewählt, die für ein Jahr den Titel „Regionalbotschafter“ tragen. So entsteht ein Netzwerk von Experten, das die Arbeitsmarktintegration praktisch lebt und die Expertise an Unternehmen in der Region weitergibt. In Form von kurzen Interviews möchten wir hier unsere Regionalbotschafter vorstellen.

    Für Hessen sprachen wir mit unserer Regionalbotschafterin Jenny Ärlemalm. Sie setzt sich bei IKEA Deutschland für Gleichstellung, Vielfalt und Integration ein.


    Ich bin Regionalbotschafterin, weil …

    …ich das große Engagement und Zusammenhalt meiner Kolleginnen und Kollegen mit und ohne Fluchterfahrungen in unseren Einrichtungshäusern teilen möchte. Ich freue mich auf einen Austausch mit anderen Unternehmen und auf einen konstruktiven Dialog über die Arbeit mit geflüchteten Menschen.

    Meine beste Erfahrung in der Arbeit mit Menschen mit Fluchthintergrund ist…

    …die Freude und die Motivation der Auszubildenden und Mitarbeitenden mit Fluchthintergrund vor Ort in unseren Häusern. Wir sehen viele Beispiele von jungen Menschen, die sich in kurzer Zeit qualifiziert haben und nun als Führungskräfte starten. Diese Menschen sind sehr wichtige Vorbilder für andere.

    Schwierig war bei uns zunächst …

    … die vielen bürokratischen Hürden. Da unsere Gesellschaft und die Unternehmen unmittelbar nach 2015 noch zu wenig Erfahrungen mit der Arbeit mit und für geflüchtete Menschen hatten.

    Dies ist heute anders. Wir sehen ein großes Engagement in der Gesellschaft und in vielen Unternehmen. IKEA hat in Deutschland eine eigene Projektstelle für die Qualifizierung und Integration von geflüchteten Menschen eingerichtet. Damit können wir uns mit voller Kraft dem sehr wichtigen Thema annehmen.

    Den Betrieben in Hessen gebe ich mit, …

    … die Kompetenzen zu entdecken, die geflüchtete Menschen mitbringen und durch die, gemeinsame Erfolge gefeiert werden können. Sie bekommen sehr motivierte Kolleginnen und Kollegen mit hohem Engagement und großer Loyalität.

  • HanneaHannah Mary Rosenkranzs Thies

    HanneaHannah Mary Rosenkranzs Thies

    4 Fragen

    an unsere Regionalbotschafterin aus Mecklenburg-Vorpommern

    Veröffentlicht am: 15.10.2020

    Ein Interview mit Hannah Mary Rosenkranz

    Um bundesweit Best Practices zu erarbeiten, hat das NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge im zweiten Jahr Betriebe aus den einzelnen Bundesländern ausgewählt, die für ein Jahr den Titel „Regionalbotschafter“ tragen. So entsteht ein Netzwerk von Experten, das die Arbeitsmarktintegration praktisch lebt und die Expertise an Unternehmen in der Region weitergibt. In Form von kurzen Interviews möchten wir hier unsere Regionalbotschafter vorstellen.

    Für Mecklenburg-Vorpommern sprachen wir mit unserer Regionalbotschafterin Hannah Mary Rosenkranz von der ibu gmbh. Sie setzt sich dort für die Integration Geflüchteter ein.


    Ich bin Regionalbotschafterin, weil …

    … mir die Integration von Flüchtlingen am Herzen liegt – ganz besonders in unserem Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Das erfolgreiche Ankommen eines Menschen mit Fluchthintergrund umfasst neben der Integration in das lokale Sozialleben auch den Einstieg in die Arbeitswelt. Deutschland als exportorientiertes Land sollte mehr Chance als Last in den Potenzialen dieser Menschen erkennen. Menschen mit Fluchthintergrund bringen neue Eigenschaften und Ansichten mit, die unsere Unternehmen bereichern. Es entsteht ein Austausch zwischen Betrieben und Flüchtlingen. Für diese Chance möchte ich werben. Aus- und Weiterbildung dient hier als Schlüssel zur Integration.

    Meine beste Erfahrung in der Arbeit mit Menschen mit Fluchthintergrund:

    In der Arbeit mit jungen Menschen mit Fluchthintergrund ist es bemerkenswert, wie hoch die Motivation und das Engagement beim Erlernen der deutschen Sprache ist. Diese Menschen zeigen eindrücklich wie dies umsetzbar ist. Sie sind dankbar für jede Unterstützung. Es macht Freude, mit diesen jungen Menschen zusammenzuarbeiten und zu sehen, dass für sie nichts selbstverständlich ist und dass sie selbst für eine freundliche Geste dankbar sind.

    Schwierig waren bei uns zunächst …

    … die sprachliche Kompetenz unseres Mitarbeiters und die notwendige Mobilität durch die fehlende Anerkennung der bestehenden Fahrerlaubnis. Aber das konnten wir lösen, indem wir unserem Mitarbeiter einen neuen Führerschein finanzierten und die Teilnahme an Sprachkursen ermöglichten.

    Den Betrieben in Mecklenburg-Vorpommern gebe ich mit…

    … die Integration von Menschen mit Fluchthintergrund als Bereicherung zu sehen. Mit der Beschäftigung von Menschen mit Fluchthintergrund haben wir die Möglichkeit unsere Unternehmen mit vielfältigen, neuen Fähig- und Fertigkeiten zu bereichern. Diese Chance sollten wir nutzen – trotz der Herausforderungen, die damit einhergehen. Gemeinsam können wir wachsen! Nutzen Sie die Chance und integrieren Sie Menschen mit Fluchthintergrund in Ihrem Unternehmen!

  • Ulla Kampers

    Ulla Kampers

    4 Fragen

    an unsere Regionalbotschafterin aus Niedersachsen

    Veröffentlicht am: 11.09.2020

    Ein Interview mit Ulla Kampers von der nordluft Wärme- und Lüftungstechnik GmbH & Co. KG

    Um bundesweit Best Practices zu erarbeiten, hat das NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge im zweiten Jahr Betriebe aus den einzelnen Bundesländern ausgewählt, die für ein Jahr den Titel „Regionalbotschafter“ tragen. So entsteht ein Netzwerk von Experten, das die Arbeitsmarktintegration praktisch lebt und die Expertise an Unternehmen in der Region weitergibt. In Form von kurzen Interviews möchten wir hier unsere Regionalbotschafter vorstellen.

    Für Niedersachsen sprachen wir mit unserer Regionalbotschafterin Ulla Kampers. Sie betreut als Leiterin von Personal und Finanzen bei der nordluft Wärme- und Lüftungstechnik GmbH ihre Auszubildenden und Fachkräfte mit Fluchthintergrund.


    Ich bin Regionalbotschafterin, weil …

    … ich meine erfolgreiche Arbeit mit unseren Geflüchteten an die Unternehmen in Niedersachsen weitergeben möchte. Den berühmten Satz von Angela Merkel „Wir schaffen das“ kann ich zu 100 Prozent bestätigen. Ich glaube, dass wir unseren geflüchteten Mitarbeitern eine solide Ausbildung mit auf den Weg gegeben haben.

    Meine beste Erfahrung in der Arbeit mit Menschen mit Fluchthintergrund war…

    … und ist immer noch das Wissen, dass jeder Einzelne etwas bewirken kann. Alle 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unserem Unternehmen, von der Aushilfe bis zur Geschäftsführung, stehen seit nunmehr 5 Jahren hinter diesem Projekt, Geflüchtete in unsere Gesellschaft zu integrieren. Das ist ein sehr gutes Zeichen fürs Miteinander.

    Schwierig waren bei uns zunächst …

    … die großen und fast unüberwindbaren bürokratischen Hürden mit den Ämtern. Hinzu kam, dass Geflüchtete aus Afghanistan bis zum Sommer 2019 keinerlei Zugang zu ausbildungsbegleitenden Hilfen bekamen. Da kam mir die Idee, eine Petition mit Unterstützung der Bundestagsabgeordneten Silvia Breher und der Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit, Frau Tina Heliosch, nach Berlin zu tragen. Viele Unternehmen und Institutionen in unserer Region haben sich dieser Petition angeschlossen. Dafür bin ich sehr dankbar. Seit August 2019 haben ja nun alle Geflüchteten in Ausbildung Zugang zu ausbildungsbegleitenden Hilfen.

    Den Betrieben in Niedersachsen gebe ich mit:

    Geben Sie Geflüchteten eine Chance. Unser Unternehmen hat sehr gute Erfahrungen gemacht. Sicher läuft nicht immer alles glatt, aber das gute Gefühl, diesen Menschen eine solide Ausbildung ermöglicht zu haben, kommt auch dem Arbeitsmarkt zu Gute. Denn Fachkräfte brauchen wir auch in Zeiten von Corona.

  • Fatima Meyer-Hetling

    Fatima Meyer-Hetling

    4 Fragen

    an unsere Regionalbotschafterin aus Nordrhein-Westfalen

    Veröffentlicht am: 22.09.2020

    Ein Interview mit Fatima Meyer-Hetling von der St. Augustinus Gruppe

    Um bundesweit Best Practices zu erarbeiten, hat das NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge im zweiten Jahr Betriebe aus den einzelnen Bundesländern ausgewählt, die für ein Jahr den Titel „Regionalbotschafter“ tragen. So entsteht ein Netzwerk von Experten, das die Arbeitsmarktintegration praktisch lebt und die Expertise an Unternehmen in der Region weitergibt. In Form von kurzen Interviews möchten wir hier unsere Regionalbotschafter vorstellen.

    Für Nordrhein-Westfalen sprachen wir mit unserer Regionalbotschafterin Fatima Meyer-Hetling von der St. Augustinus Gruppe. Mehr als 100 Menschen hat die Gruppe einen Einstieg über ein Praktikum, eine Hospitation oder ein Freiwilliges Soziales Jahr ermöglichen können. Mehr als 30 Geflüchtete konnten über diesen Weg in eine Ausbildung übergehen. 


    Ich bin Regionalbotschafterin, weil …

    … ich durch dieses Ehrenamt ein Vorbild sein kann. Ich möchte anderen Unternehmen als gutes Beispiel dienen und ermutigen, das Netzwerk zu unterstützen. Unsere Hilfsbereitschaft und Kreativität sind gerade in diesen schweren Zeiten besonders gefordert. Es ist ein schönes Gefühl, etwas Gutes zu tun.

    Meine beste Erfahrung in der Arbeit mit Menschen mit Fluchthintergrund war …

    … in unserer Seniorenhilfe. Ein junger Geflüchteter unterstützte eine Seniorin bei der Pflege und im Alltag. Im Gegenzug durfte er bei ihr wohnen. Eine echte Win-Win-Situation!

    Schwierig waren bei uns zunächst…

    … die sprachlichen Hürden (Fachsprache) zu überbrücken. Aber das konnten wir lösen, indem wir mittlerweile mehrere Inhouse-Kurse anbieten.

    Den Betrieben in Nordrhein-Westfalen gebe ich mit…

    … einfach machen und positiv denken. Die interkulturelle Sensibilisierung des Teams ist dabei ganz wichtig. Geben Sie jungen Geflüchteten eine Perspektive!