Kategorie: Regionalbotschafter

  • 4 Fragen an unseren Regionalbotschafter aus Hessen – Gert Mundinger

    4 Fragen an unseren Regionalbotschafter aus Hessen – Gert Mundinger

    4 Fragen an unseren Regionalbotschafter 
    aus Hessen


    Veröffentlicht am: 23.08.2024

    Ein Interview mit Gert Mundinger der Mundinger Engineering GmbH

    Um bundesweit Best Practices zu erarbeiten, hat das NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge im sechsten Jahr Betriebe aus den einzelnen Bundesländern ausgewählt, die für ein Jahr den Titel „Regionalbotschafter*in“ tragen. So entsteht ein Netzwerk von Expert*innen, das die Arbeitsmarktintegration praktisch lebt und die Expertise an Unternehmen in der Region weitergibt. In Form von kurzen Interviews möchten wir hier unsere Regionalbotschafter*innen vorstellen.

    Für Hessen sprachen wir mit unserem Regionalbotschafter Gert Mundinger. Als Geschäftsführer der Mundinger Engineering GmbH setzt er sich für die Arbeitsmarktintegration Geflüchteter ein. Diese Erfahrungswerte möchte er nun weiter geben.

    Ich bin Regionalbotschafter, weil

    ich gefragt wurde, ob wir unserem Engagement für die Integration nicht mehr Öffentlichkeit geben wollen, gerade als kleines Unternehmen.

    Meine beste Erfahrung in der Arbeit mit Geflüchteten ist,

    wie die Integration unseres syrischen Geflüchteten Schritt für Schritt vorwärts ging: Erlernen der (Fach-)Sprache, erste Ergebnisse in der Tätigkeit als Industriemechaniker, erfolgreicher Kurs „Fachkraft CNC-Fräsen“, Einbürgerung, Nachzug der Ehefrau und schlussendlich nach 6 Jahren bei uns die erfolgreiche (externe) Abschlussprüfung zum „Zerspanungsmechaniker Fachrichtung Fräsen“ mit guten praktischen Noten.

    Schwierig war bei uns zunächst

    die kulturellen Unterschiede im Reden und Handeln: „wörtlich nehmen“ des „normalen“ Umgangstones in einer deutschen Fertigung einerseits und die Anforderungen an Genauigkeit andererseits (Zitat: „In Syrien würde man das so lassen“), aber das konnten wir überwinden, indem wir miteinander geredet und erklärt haben und auch inzwischen „Bitte und Danke“ zum Umgangston in einer deutschen Fertigung gehören. Generell haben fast alle Menschen mit Flucht- oder Migrationshintergrund, z.B. auch die Ukrainerinnen und Ukrainer immer wieder Probleme mit der deutschen Bürokratie, bei denen man sich auch als Bio-Deutsche manchmal an den Kopf fasst.

    Den Betrieben in Hessen gebe ich mit,

    dass nach unserer Erfahrung Menschen mit Flucht- oder Migrationshintergrund meist ehrgeizig sind, und gerne „weiterkommen“ wollen, d.h. nicht bei einfachen Tätigkeiten stehen bleiben möchten und mit fortschreitenden Sprachkenntnissen auch mehr leisten und verantworten wollen. Der Weg zur Fachkraft ist zwar etwas länger, aber i.d.R. mit guten Ergebnissen.

  • 4 Fragen an unsere Regionalbotschafterin aus Rheinland-Pfalz – Agnieszka Mohm

    4 Fragen an unsere Regionalbotschafterin aus Rheinland-Pfalz – Agnieszka Mohm

    Ein Interview mit Agnieszka Mohm der SWT (Stadtwerke Trier)


    Veröffentlicht am: 19.07.2024

    Um bundesweit Best Practices zu erarbeiten, hat das NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge im sechsten Jahr Betriebe aus den einzelnen Bundesländern ausgewählt, die für ein Jahr den Titel „Regionalbotschafter*in“ tragen. So entsteht ein Netzwerk von Expert*innen, das die Arbeitsmarktintegration praktisch lebt und die Expertise an Unternehmen in der Region weitergibt. In Form von kurzen Interviews möchten wir hier unsere Regionalbotschafter*innen vorstellen.

    Für Rheinland-Pfalz sprachen wir mit unserer Regionalbotschafterin Agnieszka Mohm. Als Personalleiterin bei den Stadtwerken Trier setzt sie sich für die Arbeitsmarktintegration Geflüchteter ein. Diese Erfahrungswerte möchte sie nun weiter geben.

    Ich bin Regionalbotschafterin, weil

    ich meine Erfahrungen und mein Wissen gerne mit anderen teile und weiß, wie wichtig der Austausch zwischen einzelnen Betrieben ist. Vor allem aber, weil mir das Thema sehr am Herzen liegt. Ich bin davon überzeugt, dass es keinen besseren Weg für Integration gibt, als bei der Arbeit. Arbeit ist für Menschen so viel mehr als nur die Erfüllung des täglichen Solls oder Einkommenssicherung. Es ist ein sozialer Baustein, der für Selbstbewusstsein, Stolz, Zufriedenheit und Empowerment sorgt. Der Weg hin zu einer Beschäftigung ist für Menschen aus dem Ausland oft steinig. Und da kommen wir Unternehmer:innen ins Spiel. Wir sorgen dafür, dass es für alle Beteiligten etwas einfacher wird! Durch die Gewinnung von ausländischen Arbeits- und Fachkräften schließen wir unsere Kapazitätslücken und tragen dabei zu einer wichtigen Aufgabe der gesellschaftlichen Integration bei. Dabei möchte ich mein Know-how und meine Erfahrungen mit anderen teilen und von den Menschen im Netzwerk lernen. Wir entwickeln uns, indem wir uns austauschen und anderen dabei helfen, aktiv zu werden. Eben das macht unsere Stärke aus.  Ein Gewinn für alle Beteiligten.

    Meine beste Erfahrung in der Arbeit mit Geflüchteten ist

    zu sehen, dass wir zu einer Einheit zusammenwachsen, in der jede:r für jede:n einsteht. Zu beobachten, wie das Selbstbewusstsein unserer Kolleginnen und Kollegen – insbesondere bei Busfahrer:innen – mit jedem Tag im Job wächst. Zu erkennen, dass Freundschaften innerhalb der Belegschaft entstehen und neuen Kollegen unaufgefordert Unterstützung angeboten wird. Zu erleben, wie bei einem Firmen-Sommerfest Kollegen miteinander tanzen, lachen und sich umarmen. Das erfüllt mich mit großer Zuversicht, dass wir all diese positiven Erfahrungen in unser Privatleben mitnehmen und damit auch nach Feierabend mit großer Offenheit Menschen begegnen.

    Schwierig war bei uns zunächst:

    Es ist für uns nach wie vor schwierig, die unterschiedlichsten bürokratischen Hürden und Anforderungen zu bewältigen. Es ist jedes Mal aufs Neue eine sehr große Herausforderung, die nur mit guten Partnern umsetzbar ist. Einer dieser Partner ist das Netzwerk, die übrigen habe ich durch den Austausch im Netzwerk gefunden. Dieses umfangreiche Know-how können Sie im einzelnen Unternehmen nicht vorhalten. Ohne Unterstützung und Vernetzung wäre es uns kaum möglich, das Thema Integration umfassend anzugehen.

    Wir arbeiten auch proaktiv daran, uns auf unsere kulturellen Besonderheiten einzustimmen und möglichen Konflikten proaktiv zu begegnen. Das setzt voraus, dass wir uns auch unserer kulturellen Besonderheiten bewusstwerden. Eine spannende Reise, die oft zu Aha-Effekten führt – auch bei der Reflektion eigener kultureller Prägungen.

    Mittlerweile freuen wir uns über Mitarbeitende aus 44 Ländern und aktive Recruiting-Partnerschaften mit Sprachschulen im Kosovo, in Spanien oder auch in Madagaskar. 

    Den Betrieben in Rheinland-Pfalz gebe ich mit,

    dass wir alle als Unternehmen vor großen Veränderungen stehen und diese aktiv begleiten und steuern müssen. Wir brauchen Planungssicherheit, um unsere Themen voranzutreiben. Der Wunsch nach starker Mitarbeiterbindung und –zufriedenheit ist einer der Aspekte, die uns einen. Es lohnt sich zu hinterfragen, mit welchen Maßnahmen, die es vor paar Jahren noch nicht gab, wir Personal für uns gewinnen. Dabei ist es wichtig immer wieder zu überprüfen, wie sich die Erwartungen der Arbeitnehmenden an die Arbeitswelt verändern – egal ob durch Einflüsse bedingt durch Herkunft oder Generationswechsel. Wir werden die Herausforderungen der Zukunft nur mit neuen klugen Konzepten und Herangehensweisen bewältigen können. Und ja: In dem Zusammenhang gehört auch die Integration Zugewanderter zu unseren unternehmerischen Aufgaben. Am Ende des Tages geht es um unsere Handlungsfähigkeit und nicht „nur“ um einen sozialen Faktor. Dabei entwickeln wir unsere Konzepte stets weiter: Aktuell prüfen wir in unserem Unternehmen beispielsweise, ob die Ehepartner:innen unserer kosovarischen Busfahrer bei einem Netzwerkpartner in der Pflege (Creatio-Gruppe) einsteigen und qualifiziert werden könnten. Für die Stadtwerke Trier und auch die Region eine absolute Win-win-Situation!

  • 4 Fragen an unseren Regionalbotschafter aus Sachsen – Kai Holzmüller

    4 Fragen an unseren Regionalbotschafter aus Sachsen – Kai Holzmüller

    Ein Interview mit Kai Holzmüller von der ESF Elbe‑Stahlwerke Feralpi GmbH


    Veröffentlicht am: 16.07.2024

    Um bundesweit Best Practices zu erarbeiten, hat das NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge im sechsten Jahr Betriebe aus den einzelnen Bundesländern ausgewählt, die für ein Jahr den Titel „Regionalbotschafter*in“ tragen. So entsteht ein Netzwerk von Expert*innen, das die Arbeitsmarktintegration praktisch lebt und die Expertise an Unternehmen in der Region weitergibt. In Form von kurzen Interviews möchten wir hier unsere Regionalbotschafter*innen vorstellen.

    Für Sachsen sprachen wir mit unserem Regionalbotschafter Kai Holzmüller. Als Direktor Personal bei der ESF Elbe‑Stahlwerke Feralpi GmbH setzt er sich für die Arbeitsmarktintegration Geflüchteter ein. Diese Erfahrungswerte möchte er nun weiter geben.

    Ich bin Regionalbotschafter, weil

    es mir Freude macht, mich für Menschen und Menschlichkeit zu engagieren. Zudem können alle Beteiligten und die Gesellschaft nur gewinnen, wenn wir Flüchtlinge in unsere Firmen integrieren.

    Meine beste Erfahrung in der Arbeit mit Geflüchteten ist,

    als eine ganze Abteilung sich mit unserem Auszubildenden aus Eritrea zusammensetzte, um sicherzustellen das der bereits sehr geschätzte Kollege auch wirklich seine Prüfung als Elektroniker für Betriebstechnik besteht. Er war nach seiner Flucht über das Mittelmeer und einer Odyssee durch Europa bei uns in Riesa gelandet und hat sich einen der schwersten Ausbildungsberufe herausgesucht. Er war am Ende seiner Ausbildung allen Teammitgliedern so an Herz gewachsen, dass sie mit vereinten Kräften ihn erfolgreich zum Abschluss gebracht haben.

    Schwierig war bei uns zunächst

    dass es keine Erfahrungen mit Geflüchteten gab und wir im Stahlwerk sehr hohe Sicherheitsanforderungen haben. Aber das konnten wir überwinden, indem wir tägliche inhouse Sprachkurse angeboten haben und jedem Geflüchteten einen Kollegen zugeordnet haben, der sich um ihn kümmert. So wie es bei uns Ausbildungsbetreuer gibt, welche das neben ihrem normalen Job als Aufgabe haben, hatte so immer jemand ein Auge auf die neuen Kollegen, um bei Problemen zu unterstützen. Außerdem haben wir die neuen Kollegen zunächst für ein zweiwöchiges Praktikum in die Teams gegeben und am Ende war es die Entscheidung des Teams, ob der Einsatz fortgesetzt wird.

    Den Betrieben in Sachsen gebe ich mit:

    Integration von Flüchtlingen schafft Begegnung und Begegnung schafft gegenseitiges Verständnis. Auch wenn der Aufwand höher ist, weil Integration auch Arbeit bedeutet, so können wir für uns als Unternehmen sagen, dass es den Aufwand Wert war. 

  • 4 Fragen an unsere Regionalbotschafterin aus Nordrhein-Westfalen – Ann-Marie Siedler

    4 Fragen an unsere Regionalbotschafterin aus Nordrhein-Westfalen – Ann-Marie Siedler

    Ein Interview mit Ann-Marie Siedler der M+S Silicon GmbH & Co. KG


    Veröffentlicht am: 16.07.2024

    Um bundesweit Best Practices zu erarbeiten, hat das NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge im sechsten Jahr Betriebe aus den einzelnen Bundesländern ausgewählt, die für ein Jahr den Titel „Regionalbotschafter*in“ tragen. So entsteht ein Netzwerk von Expert*innen, das die Arbeitsmarktintegration praktisch lebt und die Expertise an Unternehmen in der Region weitergibt. In Form von kurzen Interviews möchten wir hier unsere Regionalbotschafter*innen vorstellen.

    Für Nordrhein-Westfalen sprachen wir mit unserer Regionalbotschafterin Ann-Marie Siedler. Als Personalreferentin bei der M+S Silicon GmbH & Co. KG setzt sie sich für die Arbeitsmarktintegration Geflüchteter ein. Diese Erfahrungswerte möchte sie nun weiter geben.

    Ich bin Regionalbotschafterin, weil

    wir von der M+S Silicon GmbH & Co. KG für Vielfalt stehen und wir stolz auf unsere Multikulturalität sind. Ich möchte meine Zeit als Regionalbotschafterin nutzen, um in den Erfahrungsaustausch zu gehen und um zu zeigen, dass die Integration von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte oder Fluchthintergrund praktisch gelingen kann.

    Meine beste Erfahrung in der Arbeit mit Geflüchteten ist,

    zu erkennen, wie engagiert und motiviert geflüchtete Menschen dabei sind, sich in das Team zu integrieren und ihr Bestes zu geben. Auch privat habe ich mein zu Hause mit einer 4-köpfigen ukrainischen Familie teilen dürfen und möchte diese Erfahrung und die neu gewonnenen Familienmitglieder in meinem Leben nicht mehr missen.

    Schwierig war bei uns zunächst

    rechtliche und bürokratische Herausforderungen im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit den Ausländerbehörden und die Sprachbarriere, aber das konnten wir überwinden, indem wir tolle Tipps von den Mitarbeiter*innen des Netzwerks erhalten haben.

    Den Betrieben in Nordrhein-Westfalen gebe ich mit:

    Optimismus statt Pessimismus. Fokussiert euch auf das große Potenzial und sucht euch Unterstützung bei der Überwindung der bürokratischen Hürden. Wartet nicht auf andere, geht es an und sammelt eure ganz eigenen Erfahrungen.

  • 4 Fragen an unseren Regionalbotschafter aus Baden-Württemberg – Andreas Zimmermann

    4 Fragen an unseren Regionalbotschafter aus Baden-Württemberg – Andreas Zimmermann

    Ein Interview mit Andreas Zimmermann von der MoschMosch GmbH


    Veröffentlicht am: 16.07.2024

    Um bundesweit Best Practices zu erarbeiten, hat das NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge im sechsten Jahr Betriebe aus den einzelnen Bundesländern ausgewählt, die für ein Jahr den Titel „Regionalbotschafter*in“ tragen. So entsteht ein Netzwerk von Expert*innen, das die Arbeitsmarktintegration praktisch lebt und die Expertise an Unternehmen in der Region weitergibt. In Form von kurzen Interviews möchten wir hier unsere Regionalbotschafter*innen vorstellen.

    Für Baden-Württemberg sprachen wir mit unserem Regionalbotschafter Andreas Zimmermann. Als Personalleiter bei der MoschMosch GmbH setzt er sich für die Arbeitsmarktintegration Geflüchteter ein. Diese Erfahrungswerte möchte er nun weiter geben.

    Ich bin Regionalbotschafter, weil

    ich gerne anderen Unternehmen Mut machen möchte, die sich noch unsicher sind, ob sie Geflüchtete in ihren Betrieb integrieren können. Darüber hinaus ist es ein großer Gewinn, wenn man sich mit anderen Botschafter*innen und Unternehmen austauschen und somit von den jeweiligen Erfahrungen profitieren kann. Sehr gerne leiste ich dazu auch einen Beitrag und freue mich sehr, wenn ich anderen helfen kann.

    Meine beste Erfahrung in der Arbeit mit Geflüchteten ist,

    zu sehen, wie Menschen, die einst in besonderen Vermittlungsprojekten der Agentur für Arbeit steckten und auf Hilfe angewiesen waren, mittlerweile Führungskräfte in unserem Unternehmen sind. Mit der Unterstützung ihrer Vorgesetzten und Kolleg*innen konnten sie berufliche wie private Ziele erreichen. Das können so kleine Dinge sein, wie das Fahrrad, dass die Chefin besorgte. Die Hilfe bei der Suche nach einer eigenen Wohnung. Der endlich gelungene Familiennachzug mit der Gewissheit, nun in Deutschland sicher leben zu können und eine Perspektive zu haben. Ich freue mich sehr, dass wir dazu als Arbeitgeber einen Beitrag leisten können. Und nichts ist schöner, als wenn der syrischstämmige Restaurantleiter wunderbar schwäbelnd von den schulischen Erfolgen seiner Kinder erzählt.

    Schwierig war bei uns zunächst

    sich in den rechtlichen Rahmenbedingungen und verschiedenen Aufenthaltsarten der neuen Mitarbeitenden zurechtzufinden, aber das konnten wir überwinden, indem wir uns Dank der NUiF-Webinare weitergebildet und informiert haben. Auch an dieser Stelle waren der Erfahrungsaustausch und die Tipps aus anderen Landesteilen und Branchen ein echter Gewinn.

    Den Betrieben in Baden-Württemberg gebe ich mit,

    bei dem Gedanken an die mögliche Beschäftigung von Geflüchteten nicht nur die vermeintlichen Hürden und Herausforderungen, sondern auch die besonderen Chancen und Möglichkeiten zu sehen. Aller Anfang mag schwer erscheinen, aber ich würde mich sehr freuen, wenn ich mit den Erfahrungen aus unserem Unternehmen Ängste und Sorgen abbauen helfen könnte.  

  • Der 6. Regionalbotschafter*innen-Jahrgang startet ins Amt

    Der 6. Regionalbotschafter*innen-Jahrgang startet ins Amt

    Am 19. Juni fand unser Regionalbotschafter*innen-Tag in Neustadt am Rübenberge statt


    Veröffentlicht am: 20.06.2024

    Zum zweiten Mal wurden alle Regionalbotschafter*innen des NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge zu einem gemeinsamen Regionalbotschafter*innen-Treffen eingeladen – in diesem Jahr ins Ausbildungszentrum der temps GmbH Malereibetriebe in Neustadt am Rübenberge.

    Das Ziel des NETZWERKs ist es, so viele Betriebe wie möglich rund um das Thema Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten zu informieren, zu beraten und bei ihrem Vorhaben, geflüchtete Menschen ins eigene Unternehmen zu integrieren, zu unterstützen. Um regionale Besonderheiten einfließen zu lassen und sich hier noch stärker zu vernetzen, hat das NETZWERK 2019 erstmals Unternehmensvertreter*innen aus allen 16 Bundesländern ausgewählt, die für ein Jahr den Titel „Regionalbotschafter*in“ tragen.

    Mittlerweile ist das Netzwerk auf über 90 engagierte Unternehmensvertreter*innen angewachsen, die bundesweit die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten und Zugewanderten vorantreiben. Rund die Hälfte der bisher ernannten Regionalbotschafter*innen ist der Einladung nach Neustadt am Rübenberge zu unserem Regionalbotschafter-Unternehmen temps GmbH Malereibetriebe gefolgt.

    Staffelstabübergabe: Wie funktioniert Arbeitsmarktintegration in der Betriebspraxis?

    Nach einem spannenden Erfahrungsaustausch zu rechtlichen Rahmenbedingungen, Chancen und Herausforderungen bei der Arbeitsmarktintegration von Menschen mit Flucht- und Zuwanderungsgeschichte fand die Staffelstabübergabe vom amtierenden an den neuen Jahrgang statt. Die neuen Regionalbotschafter*innen hatten die Möglichkeit, sich vorzustellen und ihre besten Erfahrungen bei der Arbeitsmarktintegration in ihrem Betrieb zu teilen.

    Gastgeber und neuer Regionalbotschafter für Sachsen-Anhalt, Ulrich Temps, betont wie wichtig es ist, dass das Thema Integration zur Chefsache in den Betrieben gemacht wird. Zudem sprach er seinen Dank an die vielen engagierten Regionalbotschafter und -botschafterinnen aus. Er selbst freut sich sehr über eine 100%ige-Erfolgsquote bei der Ausbildung, die das Ergebnis eines tollen Teams mit viel zusätzlichem Engagement und Unterstützung sei.

    Kai Holzmüller ist Personalleiter in der ESF Elbe-Stahlwerk Feralpi GmbH in Riesa und neuer Regionalbotschafter für Sachsen

    Kai Holzmüller ist froh, dass er in seinem Unternehmen in der Lage ist, Menschen mit Fluchtgeschichte eine neue Perspektive zu geben. Sein bestes Erlebnis: „Wir haben in unserem Unternehmen einen jungen Geflüchteten in einem sehr komplexen Ausbildungsberuf ausgebildet. Und es war wirklich toll zu sehen, wie engagiert die Kollegen und Kolleginnen waren, damit er seine Ausbildung am Ende besteht – viele haben Nachhilfe nach Feierabend gegeben und bei der Prüfungsvorbereitung unterstützt.“

    „Wir beschäftigen Menschen aus 16 Nationen in unserem Unternehmen. Diese Vielfalt macht Spaß und ist ein wesentlicher Grund für unseren Unternehmenserfolg.“

    Franziska Schröder ist Personalleiterin im Resort Mark Brandenburg und aktuelle Regionalbotschafterin für Brandenburg.
    Marcel Matzschke ist Ausbildungsleiter bei der WAGO GmbH und Co. KG und neuer Regionalbotschafter für Thüringen

    „Die WAGO GmbH & Co. KG ist ein internationales Unternehmen, deshalb ist für uns die Beschäftigung von Menschen mit Migrationsgeschichte eine Selbstverständlichkeit. Als besondere Erfahrung habe ich die Hilfsbereitschaft unserer Belegschaft für einen neuen Mitarbeitenden aus Syrien in Erinnerung. Wir haben eine Wohnung gestellt, die von Kolleginnen und Kollegen mit Möbeln ausgestattet wurde. Als Dankeschön wurde ein interkultureller Kochabend mit syrischen Gerichten veranstaltet.“

    Keynote: Geflüchtete brauchen neue Perspektiven

    Mit Blick auf den bevorstehenden Weltflüchtlingstag stellte Dr. Roland Bank, Leiter der Rechtsabteilung des UNHCR Deutschland, in seiner Keynote aktuelle Zahlen zu Geflüchteten aus dem jährlich erscheinenden Global Trends Report des UNHCR vor und gab Einblicke in aktuelle Fluchtbewegungen weltweit.

    Barcamp: „Es gibt nicht die EINE Lösung“

    Am Nachmittag konnten sich die Regionalbotschafter*innen mit Betrieben aus der Region Hannover in verschiedenen Barcamp-Sessions intensiver austauschen. Dabei konnten die Teilnehmenden selbst bestimmen, welche Themen sie besprechen möchten. In zwei 30-minütigen Austauschrunden wurden Ideen zu Sprachlernkonzepten im Betrieb, zur Ausbildung von Azubis aus Drittstaaten, zu Fördermöglichkeiten und Vorbehalten und wie Integration ganzheitlich gedacht werden kann besprochen.

    Impressionen des Tages

    Die Regionalbotschafter*innen des Jahrgangs 2024
    Sofie Geisel, Geschäftsführerin der DIHK Service GmbH, begrüßte und sprach ihren Dank an die engagierten Unternehmen aus.
    Sven Giegold, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, ist dankbar für die Einblicke in die Praxis.
    Die neuen Regionalbotschafter*innen stellten sich vor.
    Vorherige Regionalbotschafter*innen teilten ihre Erfahrungen
    Im Bar Camp wurden Betriebe aus der Region Hannover eingebunden.

    Bildcredits: NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge / Henning Scheffen

    Hier finden Sie eine Übersicht der Regionalbotschafter*innen des Jahrgangs 2023/24

    Hier finden Sie eine Übersicht der Regionalbotschafter*innen des Jahrgangs 2022/23

    Hier finden Sie eine Übersicht der Regionalbotschafter*innen des Jahrgangs 2021/22

    Hier finden Sie eine Übersicht der Regionalbotschafter*innen des Jahrgangs 2020/21

    Hier finden Sie eine Übersicht der Regionalbotschafter*innen des Jahrgangs 2019/20

  • 4 Fragen an unsere Regionalbotschafterin aus Schleswig-Holstein – Katharina Große

    4 Fragen an unsere Regionalbotschafterin aus Schleswig-Holstein – Katharina Große

    Ein Interview mit Katharina Große von Wulff Textil-Service


    Veröffentlicht am: 18.04.2024

    Um bundesweit Best Practices zu erarbeiten, hat das NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge im fünften Jahr Betriebe aus den einzelnen Bundesländern ausgewählt, die für ein Jahr den Titel „Regionalbotschafter*in“ tragen. So entsteht ein Netzwerk von Expert*innen, das die Arbeitsmarktintegration praktisch lebt und die Expertise an Unternehmen in der Region weitergibt. In Form von kurzen Interviews möchten wir hier unsere Regionalbotschafter*innen vorstellen.

    Für Schleswig-Holstein sprachen wir mit unserer Regionalbotschafterin Katharina Große. In der Personalabteilung bei Wulff Textil-Service setzt sie sich für die Arbeitsmarktintegration Geflüchteter ein. Diese Erfahrungswerte möchte sie nun weiter geben.

    Ich bin Regionalbotschafterin, weil

    es bei Wulff Textil-Service langjährige Tradition ist sich für die Beschäftigung von Menschen mit Fluchthintergrund einzusetzen – bereits im Jahr 1994 wurde bei Wulff die erste geflüchtete Mitarbeiterin eingestellt. Wir konnten bisher viele tolle Erfahrungen sammeln bei der Integration von Geflüchteten und ich bin mir sicher, dass wir durch den Austausch innerhalb des Netzwerks auch künftig noch viel dazu lernen und in der Praxis erfolgreich anwenden können.

    Meine beste Erfahrung in der Arbeit mit Geflüchteten:

    Die fachliche Weiterentwicklung und vor allem die persönlichen Geschichten der Mitarbeitenden begleiten und miterleben zu dürfen, zum Beispiel wenn Pläne vom Familiennachzug bis hin zur Einbürgerung umgesetzt werden können. Aber auch wenn es mal Schwierigkeiten bei der Zusammenarbeit mit Behörden oder es ganz alltägliche Herausforderungen gibt, wir unterstützen unsere (geflüchteten) Mitarbeiter gern und freuen uns, dass die Hilfe dankbar angenommen wird.

    Schwierig war bei uns zunächst:

    Dass wir ab 2018, als wir verstärkt Geflüchtete eingestellt haben, schnell lernen mussten mit den Sprachdefiziten der neuen KollegInnen umzugehen. Es wurde teilweise mit Händen und Füßen kommuniziert, aber wir waren kreativ bei der Problemlösung. Inzwischen haben wir Mitarbeitende, die als DolmetscherInnen fungieren und mehrsprachige Personaldokumente eingeführt. Grundlage für eine erfolgreiche Integration in die Arbeitswelt ist jedoch, dass die Deutschkenntnisse kontinuierlich verbessert werden. Wir sind ein Familienunternehmen und wie in jeder Familie geht es nicht immer reibungslos zu. Unsere Stärke ist jedoch, dass wir die Herausforderungen gemeinsam anpacken und bewältigen.

    Den Betrieben in Schleswig-Holstein gebe ich mit:

    Sich nicht von sprachlichen Barrieren oder anfänglichen Schwierigkeiten mit Behörden abschrecken zu lassen. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels lohnt es sich sowohl für Unternehmen als auch für Geflüchtete sich gegenseitig eine Chance zu geben. Es gehört inzwischen einfach zur Unternehmenskultur von Wulff gesellschaftliche Verantwortung auch im Bereich der Integration zu übernehmen, so dass eine kulturelle Vielfalt entstehen und sich ständig weiterentwickeln kann.