Kategorie: News

  • 4 Fragen an unseren Regionalbotschafter aus Hessen – Gert Mundinger

    4 Fragen an unseren Regionalbotschafter aus Hessen – Gert Mundinger

    4 Fragen an unseren Regionalbotschafter 
    aus Hessen


    Veröffentlicht am: 23.08.2024

    Ein Interview mit Gert Mundinger der Mundinger Engineering GmbH

    Um bundesweit Best Practices zu erarbeiten, hat das NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge im sechsten Jahr Betriebe aus den einzelnen Bundesländern ausgewählt, die für ein Jahr den Titel „Regionalbotschafter*in“ tragen. So entsteht ein Netzwerk von Expert*innen, das die Arbeitsmarktintegration praktisch lebt und die Expertise an Unternehmen in der Region weitergibt. In Form von kurzen Interviews möchten wir hier unsere Regionalbotschafter*innen vorstellen.

    Für Hessen sprachen wir mit unserem Regionalbotschafter Gert Mundinger. Als Geschäftsführer der Mundinger Engineering GmbH setzt er sich für die Arbeitsmarktintegration Geflüchteter ein. Diese Erfahrungswerte möchte er nun weiter geben.

    Ich bin Regionalbotschafter, weil

    ich gefragt wurde, ob wir unserem Engagement für die Integration nicht mehr Öffentlichkeit geben wollen, gerade als kleines Unternehmen.

    Meine beste Erfahrung in der Arbeit mit Geflüchteten ist,

    wie die Integration unseres syrischen Geflüchteten Schritt für Schritt vorwärts ging: Erlernen der (Fach-)Sprache, erste Ergebnisse in der Tätigkeit als Industriemechaniker, erfolgreicher Kurs „Fachkraft CNC-Fräsen“, Einbürgerung, Nachzug der Ehefrau und schlussendlich nach 6 Jahren bei uns die erfolgreiche (externe) Abschlussprüfung zum „Zerspanungsmechaniker Fachrichtung Fräsen“ mit guten praktischen Noten.

    Schwierig war bei uns zunächst

    die kulturellen Unterschiede im Reden und Handeln: „wörtlich nehmen“ des „normalen“ Umgangstones in einer deutschen Fertigung einerseits und die Anforderungen an Genauigkeit andererseits (Zitat: „In Syrien würde man das so lassen“), aber das konnten wir überwinden, indem wir miteinander geredet und erklärt haben und auch inzwischen „Bitte und Danke“ zum Umgangston in einer deutschen Fertigung gehören. Generell haben fast alle Menschen mit Flucht- oder Migrationshintergrund, z.B. auch die Ukrainerinnen und Ukrainer immer wieder Probleme mit der deutschen Bürokratie, bei denen man sich auch als Bio-Deutsche manchmal an den Kopf fasst.

    Den Betrieben in Hessen gebe ich mit,

    dass nach unserer Erfahrung Menschen mit Flucht- oder Migrationshintergrund meist ehrgeizig sind, und gerne „weiterkommen“ wollen, d.h. nicht bei einfachen Tätigkeiten stehen bleiben möchten und mit fortschreitenden Sprachkenntnissen auch mehr leisten und verantworten wollen. Der Weg zur Fachkraft ist zwar etwas länger, aber i.d.R. mit guten Ergebnissen.

  • Christine Floristik ist 4.000stes NUiF-Mitglied

    Christine Floristik ist 4.000stes NUiF-Mitglied

    Christine Floristik aus Salzwedel ist unser 4.000stes Mitgliedsunternehmen


    Veröffentlicht am: 09.08.2024

    Wir freuen uns sehr, dass wir gemeinsam mit Sven Giegold, Staatssekretär im BMWK, und Achim Dercks, stv. DIHK-Hauptgeschäftsführer, Christine Floristik als 4.000stes Mitglied am 7. August vor Ort in Salzwedel begrüßen durften.

    Geschäftsführerin Christine Heuer und ihr Mitarbeiter und ehemaliger Azubi Said Farid Sadat sind ein tolles Beispiel, wie die Arbeitsmarktintegration von Menschen mit Fluchtgeschichte gelingen kann. Said Farid Sadat ist 2016 aus Afghanistan nach Deutschland geflüchtet. Nach einem Praktikum hat er seine Ausbildung als Florist bei Christine Floristik in Salzwedel begonnen und 2022 mit Auszeichnung als Jahrgangsbester in seinem Fach in Sachsen-Anhalt abgeschlossen.

    Christine Heuer freut sich über diese tolle Erfahrung und möchte auch andere Betriebe ermutigen, sich für Menschen mit Flucht- und Zuwanderungsgeschichte zu öffnen:

    „Die Ausbildung von Said war für das gesamte Team etwas Besonderes. Er hatte bereits in Afghanistan mit Pflanzen gearbeitet, was sich schon während des Praktikums zeigte. Deshalb war für mich schnell klar, dass ich ihm die Ausbildung anbieten möchte. Die Sprache war am Anfang eine große Hürde, die Said mit Unterstützung des gesamten Teams von Christine Floristik mit Bravour gemeistert hat. Zu sehen, mit welchem Fleiß, Ehrgeiz und Begeisterung er diesen Beruf erlernt und jetzt auch ausübt, ist beeindruckend. Auch in der Floristik ist es nicht immer einfach, geeignetes Personal zu finden. Wer den Mut hat, geflüchtete Personen auszubilden, kann aktiv etwas gegen den Fachkräftemangel tun und gleichzeitig gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Die Mühe hat sich für uns alle definitiv gelohnt.“

    Sven Giegold: „Immer mehr Unternehmen stellen Menschen mit Flucht- und Zuwanderungsgeschichte ein. Dies ist mit viel zusätzlichem Engagement und Einsatz verbunden. Ihr Wissen und ihre Erfahrungen sind wertvoll für die deutsche Wirtschaft. Denn die Ausbildung und Beschäftigung von Menschen mit Flucht- und Zuwanderungsgeschichte sind eine zentrale Stellschraube gegen den Arbeitskräftemangel und helfen auch bei ihrer Integration. Jedes Unternehmen, das sich für die Integration Geflüchteter engagiert, profitiert nicht nur selbst, sondern verdient auch den Dank von uns allen. Leider dauern die Verfahren bei der Einstellung von Geflüchteten oft zu lange und sie sind zu bürokratisch. Deshalb wird die Bundesregierung, wie in der Wachstumsinitiative beschlossen, die bisherigen Arbeitsmarktregeln für Geflüchtete grundlegend vereinfachen. Das ist gut für die Betriebe, die oft die passenden Leute haben, aber bislang viel zu lange auf die Arbeitserlaubnis warten müssen. Geflüchtete sollen für ihren Lebensunterhalt auch arbeiten können.“

    Achim Dercks ergänzt dazu: „Christine Heuer und ihr Mitarbeiter Said Farid Sadat sind ein sehr gutes Beispiel dafür, wie die Integration von Menschen mit Fluchtgeschichte in den Arbeitsmarkt gelingt. Auch hier zeigt sich, dass die duale Berufsausbildung dafür ein erfolgversprechender und in vielen Fällen idealer Weg ist – sie bietet einen perspektivenreichen Start ins Arbeitsleben, erleichtert durch viele zwischenmenschliche Kontakte die weitere Integration und ermöglicht es Unternehmen, den eigenen Fachkräftebedarf zu sichern. Die Politik kann wichtige Weichen stellen, damit dieses positive Zusammenspiel noch öfter gelingt: Flexiblere und stärker digitale Azubi-Berufssprachkurse wären ein wichtiger Baustein dafür

    Die Ausbildungslage in der Region Magdeburg

    2.447 junge Menschen haben 2024 bislang in der IHK-Region Magdeburg bei einem Industrie-, Handels- oder Dienstleistungsbetrieb ihre Berufsausbildung gestartet. 11% der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge entfallen dabei 2024 auf Menschen mit Zuwanderungshintergrund – Tendenz steigend. Die Top 3 der Herkunftsländer sind Vietnam, Marokko und Syrien.

    „Menschen mit Flucht- und Zuwanderungsgeschichte sind in den letzten Jahren für viele Unternehmen eine wichtige Zielgruppe geworden, um den Fachkräftenachwuchs zu sichern. Auch für die Betriebe der IHK-Region Magdeburg wird die Zielgruppe immer wichtiger. Über alle Ausbildungsjahrgänge hinweg haben inzwischen über 9% der Azubis einen Zuwanderungshintergrund“, ergänzt Stefan Korneck, Vizepräsident der IHK Magdeburg und geschäftsführender Gesellschafter scm energy GmbH.

    Impressionen des Tages

  • 5 Fragen an unsere Integrationsscouts Varrunan Namasivayam und Nico Staupe

    5 Fragen an unsere Integrationsscouts Varrunan Namasivayam und Nico Staupe

    5 Fragen an unsere Integrationsscouts Varrunan Namasivayam und Nico Staupe


    Veröffentlicht am: 26.07.2024

    Azubi Meeting

    Was ist die Idee?

    Auszubildende des Betriebs treffen sich regelmäßig, um über Herausforderungen, Probleme, aber auch positive Erlebnisse aus dem Ausbildungsalltag zu sprechen. Das Treffen wird protokolliert.  

    Was bewirkt die Idee?

    Der regelmäßige Austausch führt dazu, dass Konflikte frühzeitig zur Sprache kommen und gelöst werden können. Das Azubi-Meeting soll ein geschützter Raum sein, in dem auch sensible Themen angesprochen werden können, ohne dass man Konsequenzen befürchten muss. Außerdem lernen sich die Auszubildenden besser kennen und entwickeln ein besseres Verständnis für die Situation ihrer Kolleg*innen.

    Welches Problem wird adressiert?

    Kleine Missverständnisse oder Probleme zwischen den Mitarbeitenden werden manchmal nicht zeitnah angesprochen und gelöst, sodass sich daraus größere Konflikte entwickeln können. Es fehlt an Kommunikation untereinander. 

    Wie kann die Idee umgesetzt werden?

    Die Integrationsscouts sprechen mit der Geschäftsführung, um die Erlaubnis für einen regelmäßigen Austausch während der Arbeitszeit zu bekommen. Wichtig ist vor allem, dass die Auszubildenden der verschiedenen Bereiche (Büro & Werkstatt) zur Teilnahme motiviert werden. Darüber hinaus ist der organisatorische Aufwand gering. 

    Durch das Projekt haben wir gelernt, …

    … dass Reden und Austausch immer helfen, auch wenn man manchmal nur zuhört. Der intensive Austausch in den Workshop-Tagen hat ein neues Gefühl der Verbundenheit mit anderen Auszubildenden geschaffen.  

    Lust auf noch mehr Ideen?

    Alle unsere Scouts lernen Sie hier kennen.

  • 5 Fragen an unsere Integrationsscouts Konstantin Pozdnyakov, Erich Wenk, Luca Ströh und Chris Kayumba

    5 Fragen an unsere Integrationsscouts Konstantin Pozdnyakov, Erich Wenk, Luca Ströh und Chris Kayumba

    5 Fragen an unsere Integrationsscouts Konstantin Pozdnyakov, Erich Wenk, Luca Ströh und Chris Kayumba


    Veröffentlicht am: 26.07.2024

    Schrexit

    Was ist die Idee?

    Ausbildungsverhältnisse können scheitern, insbesondere dann, wenn Vorgesetzte die vielen Versuche von Azubis ignorieren, ihre Probleme und Wünsche vorzubringen. Wenn der*die Auszubildende im Betrieb keine Zukunft mehr für sich sieht, sollte er bzw. sie die Probleme regelmäßig dokumentieren, um den Wechsel des Ausbildungsbetriebs gut begründen zu können. 

    Was bewirkt die Idee?

    Die detaillierte Dokumentation von Rechtsverletzungen gegenüber dem*der Azubi und von Schwierigkeiten, für die keine Abhilfe geschaffen wird, sorgt für eine Beweislast, die das Unternehmen zum Handeln zwingt. Entweder verbessert sich dann die Situation für den*die Azubi oder das Unternehmen entlarvt sich endgültig als unkooperativ. Die Dokumentation hilft auch Institutionen wie der zuständigen Kammer, sich des Problems bewusst zu werden und der Darstellung des*der Auszubildenden Glauben zu schenken. Für ein neues Unternehmen wird deutlich, dass der*die Azubi keine Schuld an der Situation im alten Betrieb hatte. 

    Welches Problem wird adressiert?

    Auszubildende können in ihren Betrieben Opfer von schlechter Behandlung und Rechtsverletzungen werden (z. B. Überschreitung der Arbeitszeit, Ausübung von nicht im Ausbildungsplan enthaltener Tätigkeiten, physischer/psychischer Missbrauch). Aus Angst vor dem Verlust des Ausbildungsplatzes und Aufenthaltstitels sprechen Azubis diese Missstände nicht an oder werden von Betriebsseite ignoriert, wenn sie es doch tun. 

    Wie kann die Idee umgesetzt werden?

    Auszubildende sollten sich zuerst immer Hilfe bei anderen Auszubildenden, Kolleg*innen oder Mitschüler*innen holen und sich bei Gesprächen mit der Geschäftsführung begleiten lassen. Auch das Angebot der Ausbildungsberatung sollte genutzt werden. Alle Mitschriften sollten von Zeug*innen oder dem Arbeitgeber unterschrieben werden (z. B. sollten die Azubis sich geleistete Überstunden von der Geschäftsführung schriftlich bestätigen lassen). Im Vordergrund steht immer die Kommunikation mit dem Betrieb und das Bemühen, eine gute Lösung zu finden. Der Betriebswechsel oder die Kündigung sollte immer der letzte Schritt sein, wenn alle anderen Versuche erfolglos waren. 

    Durch das Projekt haben wir gelernt, …

    … dass wir keine Angst haben müssen, etwas zu sagen, wenn wir unglücklich sind. Durch die Workshops und den informellen Austausch untereinander fühlen wir uns in unserer Meinung bestärkt, dass man mit Kommunikation und Austausch, sei es mit Vorgesetzten oder Kolleg*innen, Lösungswege finden kann. 

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  • 5 Fragen an unsere Integrationsscouts Joy Bohn, Xenia Hoffmann und Gulzina Zhenishbekkyzy

    5 Fragen an unsere Integrationsscouts Joy Bohn, Xenia Hoffmann und Gulzina Zhenishbekkyzy

    5 Fragen an unsere Integrationsscouts Joy Bohn, Xenia Hoffmann und Gulzina Zhenishbekkyzy


    Veröffentlicht am: 26.07.2024

    Leitfaden für Azubis

    Was ist die Idee?

    Zum Ausbildungseinstieg wird ein Leitfaden zur Orientierung bereitgestellt. Er erklärt die Phasen der Ausbildung, gibt hilfreiche Informationsquellen an und gibt Hilfestellungen an die Hand. 

    Was bewirkt die Idee?

    Die Azubis erhalten frühzeitig einen Überblick, was in der Ausbildungszeit auf sie zukommt und an wen sie sich ggf. wenden können. Eine Maßnahme, um Problemen und Missverständnissen entgegenzuwirken, die sich im Verlauf der Ausbildung ergeben können. 

    Welches Problem wird adressiert?

    Azubis aus dem Ausland kennen viele Aspekte, die zur Ausbildung gehören, nicht. Wann und wo ist die Berufsschule, wer ist meine Ansprechperson im Betrieb, was ist in der Abschlussprüfung erlaubt und was nicht? Der Leitfaden gibt Auskunft. 

    Wie kann die Idee umgesetzt werden?

    Ausbildungsverantwortliche sammeln und strukturieren wissenswerte Informationen. Die Azubis ergänzen diese Informationen. Dann wird der Leitfaden aufgesetzt, gespeichert und für die neuen Azubis ausgedruckt bzw. elektronisch zur Verfügung gestellt. Er wird außerdem regelmäßig darauf überprüft, ob alles noch aktuell und relevant ist und ggf. angepasst. 

    Durch das Projekt haben wir gelernt, …

    … wie wichtig es ist, einander ohne Vorurteile zuzuhören und als Ansprechpartner*in zugänglich zu sein. Wir fanden den regen Austausch untereinander sehr gut. 

    Lust auf noch mehr Ideen?

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  • 5 Fragen an unsere Integrationsscouts Rosalinda Agramonte, Chris Sonntag

    5 Fragen an unsere Integrationsscouts Rosalinda Agramonte, Chris Sonntag

    5 Fragen an unsere Integrationsscouts Rosalinda Agramonte und Chris Sonntag


    Veröffentlicht am: 26.07.2024

    Azubi-Café

    Was ist die Idee?

    In regelmäßigen Abständen finden Azubi-Versammlungen statt. Hier können sich Auszubildende über Probleme bei der Arbeit austauschen, einander zuhören und Mut machen. 

    Was bewirkt die Idee?

    Die Azubis können in einem geschützten Raum über alles sprechen, was sie in ihrer Ausbildung umtreibt. Der Austausch von Azubi zu Azubi hilft, dass sich die Azubis gesehen und gehört fühlen und voneinander lernen können, wie sie mit ihren Problemen umgehen können. Die Maßnahme verbessert das Arbeitsklima rundum und Ausbildungsabbrüche werden vermieden. Auch das Image des Unternehmens steigert sich dadurch. 

    Welches Problem wird adressiert?

    Besonders in hektischen Arbeitsphasen fühlen sich Auszubildende manchmal missachtet oder nicht wertschätzend behandelt. Das kann bei ihnen zu Unzufriedenheit führen und den Ausbildungserfolg gefährden. 

    Wie kann die Idee umgesetzt werden?

    Die Auszubildenden suchen sich eine Vertrauensperson in der Belegschaft, die als unparteiische*r Moderator*in durch den Termin führt und auch das Protokoll erstellt. Dieses wird, wenn gewünscht, an die Ausbilder*innen/ Personalabteilung übergeben. Die Auszubildenden sind dafür verantwortlich, den nächsten Termin anzusetzen und offene Themen weiter zu besprechen. 

    Durch das Projekt haben wir gelernt, …

    … dass wir mit unseren Themen nicht allein sind und es zu jedem Problem eine Lösung gibt. Das Projekt hat uns geholfen, die Perspektive von anderen Menschen besser zu verstehen und dadurch besser miteinander klarzukommen. 

    Lust auf noch mehr Ideen?

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  • 5 Fragen an unsere Integrationsscouts Lara-Anina Mölck, Luisa Tran, Niny Phuaprasoet

    5 Fragen an unsere Integrationsscouts Lara-Anina Mölck, Luisa Tran, Niny Phuaprasoet

    5 Fragen an unsere Integrationsscouts Lara-Anina Mölck, Luisa Tran, Niny Phuaprasoet


    Veröffentlicht am: 26.07.2024

    Communication is key

    Was ist die Idee?

    Zwischen den Azubis untereinander und mit den Kolleg*innen soll ein gutes Kommunikationsnetzwerk entstehen. Das erleichtert es den Azubis, akute Probleme bei der Belegschaft anzusprechen. Gemeinsam wird dann nach einer Lösung für das Problem gesucht.  

    Was bewirkt die Idee?

    Eine Kultur der offenen und zugewandten Kommunikation schafft ein Vertrauensverhältnis zum Betrieb. Lösungen für die Anliegen der Azubis und Kompromisse werden schneller gefunden, Probleme verschärfen sich nicht mit der Zeit und die Azubis sind ausgeglichener. 

    Welches Problem wird adressiert?

    Die Idee soll vermeiden, dass Azubis im Betrieb Arbeitszeiten zugeteilt bekommen, die im unfairen Verhältnis zu den Arbeitszeiten von Kolleg*innen stehen – z. B., dass sie an einem Feiertag und dem direkt darauffolgenden Arbeitstag arbeiten müssen, während das bei Kolleg*innen nicht der Fall ist. 

    Wie kann die Idee umgesetzt werden?

    Die Azubis gehen auf eine Vertrauensperson im Betrieb zu, um über unfair ausgestaltete Dienstpläne zu sprechen. Diese Vertrauensperson erklärt die Situation den anderen Kolleg*innen und sie bilden mit den Azubis eine Gruppe, um das Problem bei der vorgesetzten Person gemeinsam anzusprechen und einen Kompromiss zu suchen. Dabei sind bisherige Dienstpläne und der aktuelle Dienstplan als Nachweise hilfreich. 

    Durch das Projekt haben wir gelernt, …

    … dass wir Menschen aus dem Ausland verstärkt unterstützen müssen. Ihre Bedarfe und Herausforderungen sind uns im Projekt bewusster geworden. Gemeinsam Lösungen für die Probleme zu entwickeln, die in Betrieben auftreten, hat Spaß gemacht. 

    Lust auf noch mehr Ideen?

    Alle unsere Scouts lernen Sie hier kennen.

  • 5 Fragen an unsere Integrationsscouts Hong Ling Dinh, Pikri Muhammad Rezeki, Felicia Elvira Giovani, Dita Distia Ayuni

    5 Fragen an unsere Integrationsscouts Hong Ling Dinh, Pikri Muhammad Rezeki, Felicia Elvira Giovani, Dita Distia Ayuni

    5 Fragen an unsere Integrationsscouts Hong Ling Dinh, Pikri Muhammad Rezeki, Felicia Elvira Giovani, Dita Distia Ayuni


    Veröffentlicht am: 25.07.2024

    Strukturierter Arbeitsplan

    Was ist die Idee?

    Ein strukturierter Arbeitsplan soll den Besuch von Deutschkursen während der Arbeitszeit ermöglichen.  

    Was bewirkt die Idee?

    Bessere Deutschkenntnisse können am Arbeitsplatz bei direkten Kontakten mit Kund*innen angewendet werden. Außerdem erhöhen sie die Chance, die Abschlussprüfung zu bestehen und steigern die Motivation der Azubis, ihre Sprachkenntnisse stetig zu verbessern. 

    Welches Problem wird adressiert?

    In der Systemgastronomie sind viele Arbeitsabläufe automatisiert. Dadurch findet kaum bis keine Kommunikation zwischen Kolleg*innen statt. Zusätzlich fallen Dienstzeiten häufig auf die Zeiten der Deutschkurse, die außerbetrieblich stattfinden. Das erschwert es den Azubis ihre Deutschkenntnisse zu verbessern. 

    Wie kann die Idee umgesetzt werden?

    Bei der Dienstplanerstellung müssen die Zeiten der Deutschkurse der Azubis berücksichtigt werden. Dafür sammelt ein*e verantwortliche*r Azubi die Zeiten aller Azubis und reicht die Informationen an die vorgesetzte Person weiter.  

    Durch das Projekt haben wir gelernt, …

    … dass der wichtigste Punkt bei der Arbeit Kommunikation ist. Es ist auch gut, wenn man keine Angst hat, das zu sagen, was man schon auf Deutsch zum Ausdruck bringen kann. Gemeinsam als Gruppe eine Lösung zu finden, war eine tolle Erfahrung. 

    Lust auf noch mehr Ideen?

    Alle unsere Scouts lernen Sie hier kennen.

  • 4 Fragen an unsere Regionalbotschafterin aus Rheinland-Pfalz – Agnieszka Mohm

    4 Fragen an unsere Regionalbotschafterin aus Rheinland-Pfalz – Agnieszka Mohm

    Ein Interview mit Agnieszka Mohm der SWT (Stadtwerke Trier)


    Veröffentlicht am: 19.07.2024

    Um bundesweit Best Practices zu erarbeiten, hat das NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge im sechsten Jahr Betriebe aus den einzelnen Bundesländern ausgewählt, die für ein Jahr den Titel „Regionalbotschafter*in“ tragen. So entsteht ein Netzwerk von Expert*innen, das die Arbeitsmarktintegration praktisch lebt und die Expertise an Unternehmen in der Region weitergibt. In Form von kurzen Interviews möchten wir hier unsere Regionalbotschafter*innen vorstellen.

    Für Rheinland-Pfalz sprachen wir mit unserer Regionalbotschafterin Agnieszka Mohm. Als Personalleiterin bei den Stadtwerken Trier setzt sie sich für die Arbeitsmarktintegration Geflüchteter ein. Diese Erfahrungswerte möchte sie nun weiter geben.

    Ich bin Regionalbotschafterin, weil

    ich meine Erfahrungen und mein Wissen gerne mit anderen teile und weiß, wie wichtig der Austausch zwischen einzelnen Betrieben ist. Vor allem aber, weil mir das Thema sehr am Herzen liegt. Ich bin davon überzeugt, dass es keinen besseren Weg für Integration gibt, als bei der Arbeit. Arbeit ist für Menschen so viel mehr als nur die Erfüllung des täglichen Solls oder Einkommenssicherung. Es ist ein sozialer Baustein, der für Selbstbewusstsein, Stolz, Zufriedenheit und Empowerment sorgt. Der Weg hin zu einer Beschäftigung ist für Menschen aus dem Ausland oft steinig. Und da kommen wir Unternehmer:innen ins Spiel. Wir sorgen dafür, dass es für alle Beteiligten etwas einfacher wird! Durch die Gewinnung von ausländischen Arbeits- und Fachkräften schließen wir unsere Kapazitätslücken und tragen dabei zu einer wichtigen Aufgabe der gesellschaftlichen Integration bei. Dabei möchte ich mein Know-how und meine Erfahrungen mit anderen teilen und von den Menschen im Netzwerk lernen. Wir entwickeln uns, indem wir uns austauschen und anderen dabei helfen, aktiv zu werden. Eben das macht unsere Stärke aus.  Ein Gewinn für alle Beteiligten.

    Meine beste Erfahrung in der Arbeit mit Geflüchteten ist

    zu sehen, dass wir zu einer Einheit zusammenwachsen, in der jede:r für jede:n einsteht. Zu beobachten, wie das Selbstbewusstsein unserer Kolleginnen und Kollegen – insbesondere bei Busfahrer:innen – mit jedem Tag im Job wächst. Zu erkennen, dass Freundschaften innerhalb der Belegschaft entstehen und neuen Kollegen unaufgefordert Unterstützung angeboten wird. Zu erleben, wie bei einem Firmen-Sommerfest Kollegen miteinander tanzen, lachen und sich umarmen. Das erfüllt mich mit großer Zuversicht, dass wir all diese positiven Erfahrungen in unser Privatleben mitnehmen und damit auch nach Feierabend mit großer Offenheit Menschen begegnen.

    Schwierig war bei uns zunächst:

    Es ist für uns nach wie vor schwierig, die unterschiedlichsten bürokratischen Hürden und Anforderungen zu bewältigen. Es ist jedes Mal aufs Neue eine sehr große Herausforderung, die nur mit guten Partnern umsetzbar ist. Einer dieser Partner ist das Netzwerk, die übrigen habe ich durch den Austausch im Netzwerk gefunden. Dieses umfangreiche Know-how können Sie im einzelnen Unternehmen nicht vorhalten. Ohne Unterstützung und Vernetzung wäre es uns kaum möglich, das Thema Integration umfassend anzugehen.

    Wir arbeiten auch proaktiv daran, uns auf unsere kulturellen Besonderheiten einzustimmen und möglichen Konflikten proaktiv zu begegnen. Das setzt voraus, dass wir uns auch unserer kulturellen Besonderheiten bewusstwerden. Eine spannende Reise, die oft zu Aha-Effekten führt – auch bei der Reflektion eigener kultureller Prägungen.

    Mittlerweile freuen wir uns über Mitarbeitende aus 44 Ländern und aktive Recruiting-Partnerschaften mit Sprachschulen im Kosovo, in Spanien oder auch in Madagaskar. 

    Den Betrieben in Rheinland-Pfalz gebe ich mit,

    dass wir alle als Unternehmen vor großen Veränderungen stehen und diese aktiv begleiten und steuern müssen. Wir brauchen Planungssicherheit, um unsere Themen voranzutreiben. Der Wunsch nach starker Mitarbeiterbindung und –zufriedenheit ist einer der Aspekte, die uns einen. Es lohnt sich zu hinterfragen, mit welchen Maßnahmen, die es vor paar Jahren noch nicht gab, wir Personal für uns gewinnen. Dabei ist es wichtig immer wieder zu überprüfen, wie sich die Erwartungen der Arbeitnehmenden an die Arbeitswelt verändern – egal ob durch Einflüsse bedingt durch Herkunft oder Generationswechsel. Wir werden die Herausforderungen der Zukunft nur mit neuen klugen Konzepten und Herangehensweisen bewältigen können. Und ja: In dem Zusammenhang gehört auch die Integration Zugewanderter zu unseren unternehmerischen Aufgaben. Am Ende des Tages geht es um unsere Handlungsfähigkeit und nicht „nur“ um einen sozialen Faktor. Dabei entwickeln wir unsere Konzepte stets weiter: Aktuell prüfen wir in unserem Unternehmen beispielsweise, ob die Ehepartner:innen unserer kosovarischen Busfahrer bei einem Netzwerkpartner in der Pflege (Creatio-Gruppe) einsteigen und qualifiziert werden könnten. Für die Stadtwerke Trier und auch die Region eine absolute Win-win-Situation!

  • 4 Fragen an unseren Regionalbotschafter aus Sachsen – Kai Holzmüller

    4 Fragen an unseren Regionalbotschafter aus Sachsen – Kai Holzmüller

    Ein Interview mit Kai Holzmüller von der ESF Elbe‑Stahlwerke Feralpi GmbH


    Veröffentlicht am: 16.07.2024

    Um bundesweit Best Practices zu erarbeiten, hat das NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge im sechsten Jahr Betriebe aus den einzelnen Bundesländern ausgewählt, die für ein Jahr den Titel „Regionalbotschafter*in“ tragen. So entsteht ein Netzwerk von Expert*innen, das die Arbeitsmarktintegration praktisch lebt und die Expertise an Unternehmen in der Region weitergibt. In Form von kurzen Interviews möchten wir hier unsere Regionalbotschafter*innen vorstellen.

    Für Sachsen sprachen wir mit unserem Regionalbotschafter Kai Holzmüller. Als Direktor Personal bei der ESF Elbe‑Stahlwerke Feralpi GmbH setzt er sich für die Arbeitsmarktintegration Geflüchteter ein. Diese Erfahrungswerte möchte er nun weiter geben.

    Ich bin Regionalbotschafter, weil

    es mir Freude macht, mich für Menschen und Menschlichkeit zu engagieren. Zudem können alle Beteiligten und die Gesellschaft nur gewinnen, wenn wir Flüchtlinge in unsere Firmen integrieren.

    Meine beste Erfahrung in der Arbeit mit Geflüchteten ist,

    als eine ganze Abteilung sich mit unserem Auszubildenden aus Eritrea zusammensetzte, um sicherzustellen das der bereits sehr geschätzte Kollege auch wirklich seine Prüfung als Elektroniker für Betriebstechnik besteht. Er war nach seiner Flucht über das Mittelmeer und einer Odyssee durch Europa bei uns in Riesa gelandet und hat sich einen der schwersten Ausbildungsberufe herausgesucht. Er war am Ende seiner Ausbildung allen Teammitgliedern so an Herz gewachsen, dass sie mit vereinten Kräften ihn erfolgreich zum Abschluss gebracht haben.

    Schwierig war bei uns zunächst

    dass es keine Erfahrungen mit Geflüchteten gab und wir im Stahlwerk sehr hohe Sicherheitsanforderungen haben. Aber das konnten wir überwinden, indem wir tägliche inhouse Sprachkurse angeboten haben und jedem Geflüchteten einen Kollegen zugeordnet haben, der sich um ihn kümmert. So wie es bei uns Ausbildungsbetreuer gibt, welche das neben ihrem normalen Job als Aufgabe haben, hatte so immer jemand ein Auge auf die neuen Kollegen, um bei Problemen zu unterstützen. Außerdem haben wir die neuen Kollegen zunächst für ein zweiwöchiges Praktikum in die Teams gegeben und am Ende war es die Entscheidung des Teams, ob der Einsatz fortgesetzt wird.

    Den Betrieben in Sachsen gebe ich mit:

    Integration von Flüchtlingen schafft Begegnung und Begegnung schafft gegenseitiges Verständnis. Auch wenn der Aufwand höher ist, weil Integration auch Arbeit bedeutet, so können wir für uns als Unternehmen sagen, dass es den Aufwand Wert war.